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Stadtzürcher kaufen Oberländer Produkte

Ansturm auf Gibswiler Alpomaten in Zürich

Über die Festtage wurden die Alpomaten in der Stadt Zürcher fast leer gekauft. Die Familie Abderhalden aus Gibswil ist darüber hocherfreut, kommt im Moment aber kaum nach mit der eigenen Fondueproduktion.

Patrizia
Legnini
Montag, 28. Dezember 2020, 20:07 Uhr Stadtzürcher kaufen Oberländer Produkte

Wegen der Corona-Massnahmen waren die Läden seit Heiligabend geschlossen, und aus demselben Grund sind auch die Restaurants bis auf Weiteres zu. Das kommt Familie Abderhalden aus Gibswil zugute, die in der Stadt Zürich Bio-Produkte vom eigenen Bauernhof und Spezialitäten von anderen kleinen Bauernbetrieben anbietet, und zwar an neun «Alpomaten»: An rund um die Uhr geöffneten Mini-Hofläden im Alpenkleid, die wie Selecta-Automaten funktionieren.

Für gewöhnlich fährt Margrit Abderhalden einmal in der Woche in die Stadt, um die Alpomaten aufzufüllen. Am Sonntag nahm sie den Weg jedoch schon zum dritten Mal in dieser Woche auf sich, wie Tele Top berichtete. «Wir sind in den letzten Tagen ein bisschen überrannt worden», sagt sie gegenüber der Redaktion und lacht. «Die grosse Nachfrage übertrifft alle unsere Erwartungen. Es ist gerade sehr streng im Moment und wir sind auch sehr müde, aber unter dem Strich ist es einfach schön, dass die Konsumenten in Zürich unsere Produkte so schätzen. Das ist herrlich, das freut uns sehr.»

«Vielleicht haben die Leute im Moment nicht so Lust zum selber kochen, und ins Restaurant können sie auch nicht gehen.»

Margrit Abderhalden, Landwirtin

Vor allem Käse und Wurstwaren, aber auch Butter und Konfitüre würden die Städter zurzeit kaufen. Die gesalzene Caramelbutter, die die Familie erst seit zwei Monaten herstellt, laufe sehr gut. Am meisten gefragt sei im Moment aber die eigene Fonduemischung, für die man Alpkäse mit würzigem Bergkäse der eigenen Bergsennerei Niderhus mische. «Vielleicht haben die Leute im Moment nicht so Lust zum selber kochen, und ins Restaurant können sie auch nicht gehen. Wir haben jedenfalls wahnsinnig viel Fondue verkauft», so Abderhalden.

In der Nacht fährt sie nach Zürich

200 bis 250 Kilogramm will die Familie in den nächsten Tagen nochmals herstellen, nur um das Fondue danach zusammen mit den anderen Produkten wieder in den Alpomaten in Zürich zu verteilen. «Wenn alles klappt, kann ich am Mittwochabend oder in der Nacht auf Donnerstag wieder in die Stadt fahren. In der Nacht fahre ich am liebsten, weil es dann weniger Verkehr gibt.»

Die Idee eines mit Alp- und Hofspezialitäten gefüllten Automaten war der Landwirtin 2016 gekommen, als sie mit ihrem Mann Ueli und den drei Kindern einen Biobetrieb mit Milchwirtschaft in Gibswil übernahm. Zuerst testete sie ihre Erfindung an temporär bewilligten Standorten in Winterthur, Wetzikon und Seegräben, bevor man das Projekt Anfang 2018 auf Zürich ausweitete. In neun Alpomaten kann man dort mittlerweile ihre Produkte kaufen.

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