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Beizen müssen um 22 Uhr schliessen

Zürich verschärft Corona-Massnahmen

Nachdem der Bundesrat scharfe Kritik an den Kantonen geübt hat, zieht auch Zürich die Zügel an. Ab dem 10. Dezember gelten neue Corona-Massnahmen.

Redaktion
Züriost
Dienstag, 08. Dezember 2020, 17:12 Uhr Beizen müssen um 22 Uhr schliessen
Nathalie Rickli, Silvia Steiner und Mario Fehr informierten im Namen des Zürcher Regierungsrates über neue Corona-Massnahmen.
Foto: Keystone/Alexandra Wey

Weil sich die Corona-Situation in den vergangenen Tagen verschlechtert hat, zieht der Kanton Zürich die Zügel an. Für Gastronomie, Verkauf und Versammlungen gelten ab 10. Dezember neue Massnahmen. Diese sind gültig bis 10. Januar 2021. Dies hat der Zürcher Regierungsrat heute Dienstag an einer Medienkonferenz bekanntgegeben.

Keine Feiertagsverkäufe

In Lokalen dürfen laut Bundesverordnung höchstens vier Personen an einem Tisch sitzen. In Zürich dürfen dies nur noch Personen aus zwei Haushalten sein, wie der Regierungsrat am Dienstag bekannt gab. Sämtliche Kontaktdaten müssen erhoben werden. Die Sperrstunde wird um eine Stunde verlängert, so dass Lokale um 22 Uhr schliessen müssen.

Diese Sperrstunde gilt auch für Einkaufsläden, Take-Aways, Tankstellenshops, 24h-Shops sowie Unterhaltungs-, Sport- und Freizeitbetriebe. Zudem werden Sonntags- und Feiertagsverkäufe vom 24. Dezember bis 10. Januar verboten.

Verständnis beim Illuster-Chef

Günter Heuberger, Geschäftsführer vom Illuster, zeigt Verständnis für den Entscheid der Kantonsregierung. «Die Gesundheit geht vor.» Allerdings seien Einkaufszentren keine Grossrisikobereiche für die Virenübertragungen. Dagegen sehe er die Ausweitung der Sperrstunde als geeignetere Massnahme im Kampf gegen Corona. Heuberger blickt auch immer mal wieder nach Deutschland. Dort seien die Auflagen viel strenger. «In der Schweiz haben wir im Vergleich ein moderates Schutzkonzept, das auch für die Bevölkerung nachvollziehbar ist», sagt Heuberger.

Wie hoch der finanzielle Ausfall im Illuster mit dem Wegfall der Verkaufstage sein wird, könne er nicht beziffern. «Auch ohne das Verbot wäre aber in diesem Jahr der Umsatz tiefer geblieben. Die Leute bleiben eher zuhause», sagt Heuberger. 

Nur noch zehn Personen

Casinos werden ganz geschlossen. Auch Bordell- und Erotikbetriebe, Cabarets, Etablissements, Sex-, Strip- und Saunaclubs sowie ähnliche Betriebe müssen schliessen.

Versammlungen im öffentlichen Raum werden auf zehn Personen beschränkt. 

Zahl der Spitaleinweisungen steigt

In Zürcher Spitälern ist die Zahl der Corona-Fälle deutlich gestiegen. Auch die Zahl der Verstorbenen sowie diejenige der positiv Getesteten lag am Dienstag auf hohem Niveau. 491 Spitalpatientinnen und -patienten gab es am Dienstag gemäss dem täglichen Lagebulletin der Gesundheitsdirektion. Das sind 35 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle ist um 26 auf insgesamt 511 gestiegen.

Auch bei der Anzahl positiv getesteter Personen wurde ein weiterer Anstieg verzeichnet: Mit 1014 Personen waren es erstmals seit rund einem Monat wieder mehr als 1000 Personen.

 

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