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In eigener Sache

Wechsel in der Chefredaktion

Der Verwaltungsrat der ZO Medien AG leitet den Generationenwechsel in der Chefredaktion ein.

Redaktion
Züriost
Dienstag, 01. Dezember 2020, 13:32 Uhr In eigener Sache
Christian Brändli verlässt die Chefredaktion und wird aber weiterhin als Autor für das Medienhaus tätig sein.
Foto: PD

Der Verwaltungsrat und Chefredaktor Christian Brändli sind übereingekommen, dass die Redaktionsleitung in neue, jüngere Hände übergeben werden soll.
Er wird aber weiterhin als Autor für unsere Medien tätig sein. Grund für den Wechsel sind unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige digitale Ausrichtung und deren Organisation.

Christian Brändli hat eine 32 Jahre lange Karriere bei der Zürcher Oberland Medien AG hinter sich. Eingestiegen ist er als Redaktor für das damalige Alleinressort «Zürcher Oberland». Bald darauf baute er eine ZO-Redaktion in Uster auf.

Nach der Fusion dieser Aussenstelle mit dem hinzugekauften «Anzeiger von Uster» hatte er dort zwölf Jahre lang die dortige Redaktionsleitung inne und rückte in die Gesamtredaktionsleitung auf. 2008 kehrte er, mittlerweile stellvertretender Chefredaktor, auf die Hauptredaktion in Wetzikon zurück als Chef des Blattmacherteams. Damit war er verantwortlich für die Inhalte der Tageszeitungen.

Herzblut für Qualitätsjournalismus

Gekrönt hat er seine Karriere 2015 mit der Position als Chefredaktor, wo er sich für die Einleitung ins digitale Zeitalters und neue Formen des Journalismus verdient gemacht hat. Sein Herzblut steckt jedoch im Polit- und Qualitätsjournalismus, den er in den nach wie vor erfolgreichen Tageszeitungen ZO und AvU entgegen aller Veränderungen zu verteidigen wusste. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung bedanken sich bereits an dieser Stelle für sein ausgesprochen grosses und langes Engagement.

Mit dieser personellen Veränderung möchte der Verwaltungsrat der Zürcher Oberland Medien AG und der CEO, Dani Sigel, die Chance nutzen, einen Generationenwechsel einzuläuten. Der Journalismus ist mit massiven Veränderungen konfrontiert. Technische Innovationen, neue Methoden der Datenanalysen und die Verbreitung sozialer Medien verändern mit rasender Geschwindigkeit die Arbeitsbedingungen und das Rollenverständnis im Journalismus.

Interimistische Chefredaktion

Wir möchten bei der Zürcher Oberland Medien AG die neuen technischen und gestalterischen Möglichkeiten dezidierter nutzen und die eingeleiteten Veränderungen einer vielfältigen, crossmedialen Kommunikation noch stärker vorantreiben. Es gilt neben den Vorteilen einer verbesserten Nutzungsanalysen oder algorithmusgestützten Inhaltsproduktionsmethoden auch Wege zu finden, welche Rolle die traditionellen journalistischen Selektions- und Präsentationskriterien noch spielen können und müssen.

Interimistisch übernehmen die beiden stellvertretenden Chefredaktoren Malte Aeberli und Florian Bolli in Form einer Co-Leitung die redaktionelle Verantwortung. Die Suche nach einer Nachfolge wird zeitnah eingeleitet.

Dr. Karin Lenzlinger, Verwaltungsratspräsidentin Zürcher Oberland Medien AG

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Ich lese diese Zeitung genau darum, weil hier wirklich das steht, was das Oberland bewegt. Es braucht kein weiteres 20min oder blick.tv, keine personalisierte Inhalte. Nicht die Leserkommentare und Anzahl Klicks sollen die Themen und Inhalte bestimmen sondern die Journalisten sollen das tun. Geht raus, sucht die Geschichten bei den Leuten. Zu Hause im Homeoffice geht das halt nicht. Auch die besten Datenauswertungen aus den Apps geben keine spannenden Geschichten und Berichte.

Ich kenne weder Herrn Brändli noch den Verwaltungsrat, aber durch den Text wird klar, dass der Verwaltungsrat hier einen gestandenen, der Qualität verpflichteten Journalisten aus Klick- und Geldgeilheit gegen dessen Willen abgesägt hat um das Blättchen zu einer farbigen Werbebroschüre zu machen. Nur schon die Worte der Verwaltungsratspräsidentin (verbesserten Nutzungsanalysen, algorithmusgestützten Inhaltsproduktionsmethoden, crossmedialen Kommunikation) lassen Böses erahnen und zeigen, dass sie nicht die geringste Ahnung von echtem Journalismus hat.
Die abschliessende Frage "welche Rolle die traditionellen journalistischen Selektions- und Präsentationskriterien noch spielen können und müssen" dürfte der Zeitung den Todesstoss versetzen. Wenn keine journalistischen Selektionskriterien mehr angewendet werden sollen, dann ist die Zeitung nur noch dazu geeignet sich damit den A.... abzuwischen.

Ja Christian Brändli ist auch für mich Garant für Glaubwürdigkeit, Qualität, Unabhängigkeit.
Ich kann diesen Entscheid nicht nachvollziehen und hoffe, dass die Tamedia hier keinen Einfluss genommen hat.

Diesen Entscheid verstehe ich nicht. Christian Brändli war für mich ein Garant für guten und
objektivem Journalismus in einem sehr schwierigen Umfeld. Obwohl er sehr oft Gegenwind hatte, vertrat er die Anliegen der Zürcher Oberländer Leserschaft und Aktionnäre, die sich für unser Oberland einsetzen. Das Oberland ist eine Region mit einem freien Geist, der Ursprung liegt im Freisinn. Ich warne vor einem tiefen Fall in den rot-grünen Einheitsbrei der Städte. Christian Brändli danke ich für seinen Einsatz und freien Geist.

Was für ein Schlag. Christian Brändli war für mich als ehemalige Kollegin und heutige ZO-Leserin Garant für Sachkenntnis, politisches Gespür, echte Verbundenheit mit der Region und Qualität. Quo Vadis Züri Oberländer?

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