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Bundesrat Berset zur Corona-Krise

Impfung wohl 2021 - Generelle Lockerungen kein Thema

Der Bund will eine mögliche Impfung gegen das Coronavirus für die Bevölkerung gratis zur Verfügung stellen. Die Aussicht auf eine mögliche verkürzte Quarantäne sieht düster aus.

Agentur
sda
Donnerstag, 26. November 2020, 17:36 Uhr Bundesrat Berset zur Corona-Krise
Bundesrat Alain Berset (rechts) und Regierungsrat Lukas Engelberger.
Foto: Keystone/Peter Schneider

Bundesrat Berset hat einen Impfbeginn gegen das Coronavirus früh im nächsten Jahr in Aussicht gestellt. Das BAG meldete am Donnerstag 4509 Ansteckungen - für GDK-Präsident Engelberger zu viele. Über eine generelle Lockerung der Massnahmen könne man noch nicht reden.

Die Schweiz habe die Produkte, die am schnellsten auf den Markt kommen und die am besten wirkten, identifiziert, sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Donnerstag vor den Bundeshausmedien. «Wir sind gut positioniert.» Verschiedene Impfstoffe würden derzeit von der Schweizerischen Heilmittelbehörde Swissmedic geprüft.

Sobald zugelassen, würden die Impfungen beginnen, sagte Berset. Er sprach von «der grössten logistischen Herausforderung im Gesundheitswesen aller Zeiten». Die Kantone seien dann dafür zuständig, dass die Bevölkerung so rasch wie möglich geimpft werden könne.

Impfung soll gratis sein

Ziel sei, dass die Impfung gratis sein werde, sagte Berset. «Vorgesehen ist, dass der Bund einen sehr stolzen Betrag übernimmt, dass die Krankenversicherungen auch einen Betrag übernehmen und dass es einen Beitrag von den Kantonen gibt.»

Der Gesundheitsminister zog insgesamt ein positives Fazit: «Anfang November war die Lage besorgniserregend, heute sieht es schon viel besser aus.» Die Situation bleibe aber sehr ernst.

Dies betonte auch Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK). Es gebe immer noch zu viele Ansteckungen, zu viele Spital-Einweisungen und zu viele Todesfälle. Auch die Positivitätsrate bei den Tests sei noch deutlich zu hoch. «Es ist noch nicht an der Zeit, um über eine generelle Lockerung der Massnahmen zu reden. Das muss auch unserer Wirtschaft bewusst sein.»

Ein Viertel weniger Fälle

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) innerhalb von 24 Stunden bis Donnerstagmorgen 4509 neue Ansteckungen gemeldet. Zudem registrierte das BAG 79 Todesfälle und 198 Spital-Einweisungen. Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen betrug bei den herkömmlichen Tests 21,2 Prozent und bei den Schnelltests 18,9 Prozent.

Vom 16. bis 22. November wurden 30’142 Neuansteckungen mit dem Coronavirus verzeichnet, gegenüber 39’695 in der Vorwoche. Damit sank die Zahl der Fälle im Vergleich zur Vorwoche erneut um knapp ein Viertel (24,1 Prozent). Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des BAG zur Woche 47 hervor.

Quarantäne nicht verkürzen

Eine Verkürzung der Quarantäne von zehn Tagen würde gemäss einer Analyse der Wissenschaftlichen Taskforce des Bundes nicht die gewünschten Effekte bringen. Es würden potenziell weniger Menschen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt, schrieb das Gremium am Donnerstag.

Ab sofort bietet auch der Flughafen Zürich Corona-Schnelltests an, in Zusammenarbeit mit einer Apotheke. Die nasalen Abstriche werden im ehemaligen Ausweisbüro im Check-in 2 genommen, allerdings nur nach telefonischer Voranmeldung.

Die Lehrpersonen in der Romandie sind wegen der zahlreichen neuen Richtlinien und zusätzlichen Aufgaben durch die Coronavirus-Pandemie «erschöpft». Um einen «Zusammenbruch des Schulsystems» zu vermeiden, fordert der Westschweizer Lehrerverband mehr Personal und Mittel.

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