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Bischofswahl im Bistum Chur

Synoden-Präsident aus Turbenthal fordert Rücktritt des Churer Generalvikars

Redaktion
Züriost
Mittwoch, 25. November 2020, 13:51 Uhr Bischofswahl im Bistum Chur
Felix Caduff, Präsident der katholischen Synode des Kantons Zürich, ist nicht einverstanden mit den Vorgängen im Bistum Chur.
Foto: PD

Die Nichtwahl eines neuen Churer Bischofs durch das Domkapitel hat unter Katholiken die Wogen hochgehen lassen. Am Mittwoch forderte Felix Caduff, Präsident der katholischen Synode des Kantons Zürich, den Churer Generalvikar Martin Grichting zum Rücktritt auf. Nebst den Kantonen Graubünden und Schwyz gehört unter anderem auch Zürich zum Bistum Chur.

In einem offenen Brief schreibt Caduff, er fordere Grichting auf, «im Interesse des religiösen Friedens im Bistum Chur zurückzutreten». Laut nicht bestätigten Medienberichten war es der 53-jährige Generalvikar, der am Montag in der Versammlung der 22 Domherren in Chur darauf gedrängt hatte, die drei Wahlvorschläge des Papstes für einen neuen Churer Bischof nach Rom zurückzuweisen.

Ein «inakzeptabler Affront»

Grichting habe mit seinem Vorschlag der Nichtwahl und der Rückweisung an den Papst der ganzen katholischen Kirche in der Schweiz einen Bärendienst erwiesen. Es könne nicht sein, dass das verbriefte Privileg der Bischofswahl durch das Domkapitel ausser Kraft gesetzt werde. Das sei für alle demokratisch denkenden Mitglieder «unserer Kirche ein inakzeptabler Affront», schreibt Caduff.

Das Bistum in Chur hatte weder vor noch nach der Versammlung der 22 Domherren am Montag im bischöflichen Schloss in Chur etwas zur Bischofswahl nach aussen kommuniziert. Bischofssprecher Giuseppe Gracia hatte alle Medienanfragen mit «no comment» abserviert. Sämtliche Informationen über den Verlauf der Sitzung mit der finalen Rückweisung des päpstlichen Vorschlags waren über Indiskretionen an die Öffentlichkeit gedrungen.

Verfechter einer «offeneren Kirche»

Felix Caduff wohnt in Turbenthal und ist seit Anfang Juli 2019 Präsident der katholischen Synode des Kantons Zürich. Gegenüber der Redaktion hat er bei seinem Amtsantritt gesagt, dass er ein Verfechter einer «offeneren Kirche» sei. «Ich finde, dass Frauen ebenfalls als Priesterinnen zugelassen werden sollten», sagt er damals beispielsweise. (sda/agy)

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