×
Deutsche Zelte in Dübendorf

SVP kritisiert Corona-Testzelte aus Deutschland

Die Zürcher SVP ärgert sich darüber, dass die Zelte der neuen Corona-Testcenter nicht bei Schweizer Firmen gemietet werden. Die Partei hat beim Regierungsrat eine Anfrage eingereicht.

Redaktion
Züriost
Donnerstag, 19. November 2020, 13:37 Uhr Deutsche Zelte in Dübendorf
Sorgen für Aufregung: Die Zelte des Corona-Testcenters in Dübendorf.
Foto: Dario Aeberli

Die Zelte der neuen Corona-Testcenter in Dübendorf, beim Triemli-Spital und auf dem Zürcher Kasernenareal stammen aus Deutschland. Die SVP hat diese Woche deshalb eine Anfrage beim Zürcher Regierungsrat eingereicht, wie die Nachrichtenagentur SDA meldet.

Die Partei schreibt in der Anfrage, das Mieten von Zelten aus Deutschland sei ein «Affront gegenüber Schweizer Zeltbauern», die von der Insolvenz bedroht seien. Diese hätten wegen der Corona-Pandemie 90 Prozent ihres Umsatzes verloren.

Die SVP will vom Regierungsrat wissen, wer den Auftrag erteilt hat, die deutschen Zelte aufzustellen, und nach welchen Richtlinien diese Vergabe vor sich ging.

Subunternehmen beauftragt

Die Zürcher Gesundheitsdirektion betonte gegenüber der SDA, dass nicht der Kanton für diesen Auftrag verantwortlich war, sondern die Testcenter-Betreiber, also die Spitäler Triemli und Balgrist. Diese hätten Schweizer Firmen mit dem Zeltbau beauftragt. Jedoch hätten diese den Auftrag erneut weitergegeben, «leider an eine deutsche Firma».

Das Stadtspital Triemli hielt fest, dass man ausschliesslich Schweizer Firmen mit der Erstellung der Zentren auf dem Triemli- respektive Kasernenareal beauftragt habe. Laut dem ausführenden Unternehmen sind die Zelte in Schweizer Besitz. Zudem stammten «80 Prozent der Logistik und des eingesetzten Personals aus der Schweiz». Branchenkenner zweifeln diese Darstellung an.

Kommentar schreiben

Kommentar senden

So geht neoliberale Wirtschaft! Im Nachhinein jammern bringt leider nichts. Das weiss auch die SVP. Mich würde interessieren ob die Schweizer ‚Zeltbauer‘ von Bundeskrediten oder Kurzarbeitsentschädigungen profitiert haben? Wenn ja, wäre dafür die Gelder zurückzufordern.

Dann kann es den jammernden Schweizer Zeltbauern ja nicht so schlecht gehen, wenn sie Aufträge weitervergeben können. Oder werden etwa sämtliche Aufträge weitervergeben und die leichtverdiente Differenz ohne Fingerkrümmen eingesackt?