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Dübendorf

Auf dem Flugplatz wird Drive-In-Testzentrum eröffnet

Morgen Freitag wird das schweizweit zweite Drive-In-Testzentrum in Dübendorf eröffnet.

Christian
Brändli
Donnerstag, 05. November 2020, 10:03 Uhr Dübendorf

Die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 steigt stark und entsprechend gross ist die Nachfrage nach Corona-Tests. Die Universitätsklinik Balgrist, das Air Force Center und der Space Hub der Universität Zürich eröffnen deshalb gemeinsam in Dübendorf ein Corona-Testzentrum. Am Freitag, 6. November, geht es in Betrieb.

Mit dem Auto ansteuern

Das Besondere am neuen Corona-Testzentrum ist, dass es mit dem Auto angesteuert werden muss. Für den Test müssen die Autofahrer das Fahrzeug nicht verlassen, wie Franziska Ingold von der Universitätsklinik Balgrist erklärt. «Der Prüfer geht zum Wagen, der Fahrer muss nur die Scheibe herunterlassen, und dann wird die Probe entnommen.» Wenn mehrere Personen im Auto sich testen lassen wollen, geht der Prüfer einfach von Fenster zu Fenster.

Der Anstoss für das neue Testzentrum ist laut Ingold vom Air Force Center gekommen, da es über die passende Infrastruktur und die notwendigen personellen Ressourcen für den Betrieb des Testzentrums verfüge. Der Space Hub der Universität Zürich, am Air Force Center tätig, unterstützt das Vorhaben konzeptionell, organisatorisch und personell. Die medizinische Verantwortung übernimmt Dr. med. Nic Zerkiebel.

Rita Fuhrer als Bindeglied 

Eine wichtige Klammer habe die ehemalige Pfäffiker Regierungsrätin Rita Fuhrer gebildet. Sie ist einerseits Präsidentin Schweizerischer Verein Balgrist und andererseits Präsidentin der Stiftung «Flieger Flab Museum» im Air Force Center.  

Die Universitätsklinik Balgrist will in der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie eine aktive Rolle übernehmen. Es gelte, die weitere Ausbreitung des Virus unbedingt einzudämmen. Die Zusammenarbeit mit dem Air Force Center und die Ansiedlung des Testzentrums am Flugplatz Dübendorf leiste zudem einen Beitrag zur Stärkung der wirtschaftlichen Aktivitäten im Kanton Zürich, heisst es von der Medienstelle. Effiziente Testzentren dienten letztlich auch vielen Arbeitergebern und verhindern unnötige Ausfälle am Arbeitsplatz.

Online anmelden

Wer sich im neuen Corona Drive-in-Testzentrum testen lassen möchte, muss vorgängig das Online-Formular auf der Website ausfüllen und einen Termin vereinbaren. Zum Test ist ein amtlicher Ausweis sowie die Krankenkassenkarte mitzubringen. Die Website ist ab sofort online.

In Dübendorf können sich Personen testen lassen,

- die einen Test machen müssen (bei Symptomen, die zu Covid-19 passen; auf Empfehlung des Arztes oder des Coronavirus-Checks des BAG; bei Verdacht auf eine Ansteckung);
- die einen Test machen wollen;
- die in ein Land reisen, das den Nachweis eines negativen Tests verlangt.

Das Testzentrum ist Samstag/Sonntag von 10 bis 16 Uhr und werktags von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Die Öffnungszeiten können angepasst werden.

 

 Weitere Zentren geplant

Neben dem Drive-In-Testzentrum in Dübendorf wird auf dem Kasernenareal in Zürich durch das Stadtspital Waid und Triemli ein weiteres Testzentrum enstehen. Der Aufbau eines Testzentrums in Winterthur wird derzeit mit dem Kantonsspital Winterthur abgeklärt. Mit den neuen Testzentren und einem weiteren Ausbau des Contact Tracings soll die Coronavirus-Pandemie bekämpft werden, teilte der Regierungsrat am Donnerstag mit. Der Regierungsrat habe dafür weitere Mittel in der Höhe von 7,2 Millionen Franken bewilligt.

Mit den beiden neuen Testzentren wolle man der stark steigenden Nachfrage nach Corona-Tests gerecht werden. Im Oktober hätten sich bis zu 32'000 Personen pro Woche testen lassen.

Neue Antigen-Schnelltests statt PCR-Tests

Die Testkapazitäten sind nicht nur durch die Infrastruktur, sondern auch durch die Labors und benötigten Materialien beschränkt. In den neuen Testzentren sollen deshalb die neuen Antigen-Schnelltests eingesetzt werden. Im Kanton Zürich sollen davon wöchentlich 50'000 zur Verfügung stehen.

An den bestehenden Teststrassen seien die Tests seit Montag im Einsatz. Nach Möglichkeit sollen aber weiterhin die PCR-Tests verwendet werden, da diese genauer sind. Bei sehr grosser Nachfrage sollen die neuen Antigen-Tests ergänzend eingesetzt werden.

Contact Tracing wird weiter ausgebaut

Die Gesundheitsdirektion kündigte auch einen weiteren Ausbau des Contact Tracing Teams an. Bis Anfang Dezember sollen 175 Tracerinnen und Tracer pro Schicht tätig sein. Es läuft ein Zweischichtbetrieb an sieben Tagen pro Woche. Gemäss dem Zweisäulensystem werden die Arbeitsplätze an den beiden Standorten Pfäffikon und Kloten erweitert. Am Flughafen wird das Contact Tracing durch Mitarbeitende der Flughafenpolizei-Kontrollabteilung durchgeführt, in Pfäffikon sind Mitarbeitende des Auftragnehmers JDMT Medical Services AG im Einsatz. Der Pool an geschultem Personal beträgt aktuell 700 Personen.

Ziel sei, dass alle positiv getesteten Personen die Informationen umgehend per SMS oder E-Mail erhalten und bis zu 1000 neue Fälle pro Tag telefonisch kontaktiert werden können. Für den weiteren Ausbau des Contact Tracings bewilligte der Regierungsrat eine Ausgabe von 3,25 Millionen Franken.

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