×
Anfrage nach massiven Vorwürfen

Regierungsrat befasst sich erneut mit Dübendorfer Sozialbehörde

Zwei Kantonsrätinnen wollen wissen, inwieweit der Kanton über die Vorwürfe gegen das Dübendorfer Sozialamt in Kenntnis war – und was er deswegen getan hat, respektive noch tun wird.

Thomas
Bacher
Montag, 02. November 2020, 11:55 Uhr Anfrage nach massiven Vorwürfen

Bereits 2017 musste sich der Zürcher Regierungsrat aufgrund eines parlamentarischen Vorstosses mit der Dübendorfer Sozialbehörde auseinandersetzen. Nun schieben die grünen Zürcher Kantonsrätinnen Nora Bussmann Bolaños und Silvia Rigona eine weitere Anfrage nach – mit vergleichbarer Stossrichtung.

Anlass sind die neuerlichen, massiven Vorwürfe gegen das Dübendorfer Sozialamt respektive die Sozialabteilung, welche der «Tages-Anzeiger» Ende August publik gemacht hat. Die Rede war etwa von Druckversuchen und herabwürdigendem Verhalten gegenüber Klienten auf dem Sozialamt. Auch seien Sozialhilfebezüger überwacht und hinteren deren Rücken beleidigt worden.

Aufgrund der Vorfälle soll nun eine externe Untersuchung mit Beteiligung des Dübendorfer Gemeinderats ins Leben gerufen werden. Auch hat der Stadtrat dem Leiter der Sozialabteilung das Vertrauen entzogen, worauf dieser gekündigt hat und per sofort freigestellt wurde.

Gefahr für das System

In ihrem Vorstoss geht es Bolaños und Rigona einerseits um die Frage, inwieweit der Bezirksrat die Arbeit der Dübendorfer Sozialbehörde überprüft  habe, und welche Schlüsse die kantonale Justizdirektion aus den Berichten gezogen habe. Und sie verlangen eine Auswertung der vom Bezirksrat bearbeiteten Rekurse von Dübendorfer Sozialhilfebeziehenden der letzten Jahre.

Weiter wollen die zwei Kantonsrätinnen wissen, ob die Justizdirektion Kenntnis habe von Berichten des Dübendorfer Ombudsmanns sowie eines bereits Mitte 2019 vom Stadtrat in Auftrag gegebenen vertraulichen Berichts über die Situation im Sozialamt Dübendorf. Fragen haben Bolaños und Rigona ausserdem zu den im «Tages-Anzeiger» erwähnten heimlichen Aufzeichnungen von Gesprächen sowie zu angeblich falsch verbuchten Kosten.

«Die Mängel der Dübendorfer Sozialbehörde stellen eine Gefahr für das System der öffentlichen Sozialhilfe dar», schliessen Bolaños und Rigona. Dies, weil sie das Vertrauen der Bevölkerung in die Rechtmässigkeit des Systems untergraben würden. Die Antwort des Regierungsrats liegt noch nicht vor.

Kommentar schreiben

Kommentar senden