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Medienkonferenz nach Krisensitzung

Sommaruga: «Es ist wieder kurz vor 12»

Vertreter der Regierung, von Bund und Kantonen treffen sich heute, um über das weitere Vorgehen in Sachen Corona-Pandemie zu debattieren. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Redaktion
Züriost
Donnerstag, 15. Oktober 2020, 10:22 Uhr Medienkonferenz nach Krisensitzung
Bundesrat Alain Berset (links) und Lukas Engelberger, Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz (auf) dem Weg zum Treffen.
Foto: Keystone, Marcel Bieri

Steigende Corona-Infektionszahlen im ganzen Land, schärfere Massnahmen in manchen Kantonen, Warnungen von Experten bezüglich einer zweiten Welle - die schlechten Nachrichten in Sachen Corona häufen sich in den vergangenen Tagen. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, Vizepräsident Guy Parmelin und Bundesrat Alain Berset haben Vertreter des Bundes und die Spitzenvertreter der kantonalen Konferenzen KdK, GDK und VDK zu einem Krisengifpel zusammengerufen. «Ziel des Treffens ist es, mit Blick auf die aktuelle Corona-Situation eine gemeinsame Beurteilung der Lage vorzunehmen und möglichen Handlungsbedarf bei der weiteren Bekämpfung der Pandemie zu besprechen», heisst es. Danach stellen sich die Verantwortlichen den Medien. Alle Infos und den Live-Stream der Konferenz gibt es hier.

Die Pressekonferenz

«Es ist wieder kurz vor 12», sagt Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga zur aktuellen Coronaentwicklung und beginnt ihre Ausführungen zu den Ergebnissen der Krisensitzung des Bundes mit den Kantonen in Sachen Corona-Krise.  Ziel sei es, die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Da müsse man rasch reagieren, dann nur so seien die Einschränkungen für die gesamte Bevölkerung auf einem Minimum zu halten.

Man habe seit dem Sommer aktiv mit Bund und Kantonen zusammengearbeitet. Gemeinsam wolle man nun die weitere Ausbreitung des Virus eindämmen. Es sei wichtig, dass weiterhin alle zusammenarbeiten.

Händewaschen und Distanzhalten seien weiterhin die wichtigsten Massnahmen, um das Virus einzudämmen. Was sich aber sofort ändern müsse, sei, dass alle diese bereits bekannten Regeln wieder einhalten würden. Die Bevölkerung wird also ermahnt, sich wieder vermehrt an die Hygienekonzepte zu halten – nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch im privaten Rahmen. Weitere mögliche Schritte werden weitere Schritte geprüft, geplant und besprochen. Weiter soll das Testen verstärkt werden.

Bund und Kantone sind sich allerdings noch einig: man bleibt vorerst bei der besonderen Lage. Kantonen können allerdings noch eigene Massnahmen treffen – in enger Absprache mit dem Bund.

Ein Appell: Die Lage ist ernst. Für unser aller Gesundheit sei es zentral, das Virus in Schach zu halten.

Föderale Strukturen halten

«Der Föderalismus funktioniert.» Man habe seitens der Kantone und des Bundes immer wieder einen sehr engen Austausch geführt und konnte sich entsprechend abstimmen. Massnahmen wurden besprochen und getroffen, gibt Christian Rathgeb, Präsident der Konferenz der Kantonsregierungen, bekannt. «Bund und Kantone haben ihren Beitrag zu leisten und diese Leistungen sind aufeinander abzustimmen» – und das täte man auch. Allerdings spielt der Faktor Zeit immer wieder eine bedeutende Rolle. Daher wurden die Prozesse angepasst, dass auch sehr kurzfristig und sehr zielgerichtet Entscheide getroffen werden können.

Das Vertrauen in das System sei berechtigt, sagt. Rathgeb. Das gemeinsame Ziel sei es, das Virus in Schach zu halten und einen erneuten Lockdown zu verhindern. Und auch von Rathgeb kommt der Appell: die Einhaltung der Hygienemassnahmen und Abstandsregeln sei zentral und die Bevölkerung müsse sich daran halten.

«In der Schweiz gibt es seit den letzten Tagen einen starken Anstieg, stärker als in anderen Ländern – das ist neu. Es ist unter Kontrolle, aber wir müssen damit rechnen, dass es mehr Infektionen und Hospitalisierungen gibt.» Bundesrat Alain Berset ist direkt. Man habe das später erwartet.  Daher gilt: man muss sich an die Hygienemassnahmen halten und Abstand halten. Zudem sagt Berset, dass man beim Tracing mitmachen solle.

Der Gesundheitsminister betont zudem die sehr gute Zusammenarbeit des Bundes mit den Kantonen in dieser angespannten und sich neu entwickelnden Pandemiesituation.

Massnahmen gelten für alle

Lukas Engelberger, Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz, äussert sich. Die Lage sei ernst. Auch Engelberger betont die Wichtigkeit der Abstands- und Hygieneregeln. Die Empfehlungen der Gesundheitsdirektorenkonferenz richten sich neu an alle Kantone und nicht mehr nur an jene, in denen die Infektionszahlen stark steigen. Zudem seien die Kantone daran, ihre Schutzkonzepte entsprechend anzupassen.

Urban Camenzind, Vizepräsident der Volkswirtschaftsdirektorenkonferenz: Der Einbruch der Schweizer Wirtschaft sei beispiellos, aber durch gutes Eingreifen von Bund und Kantonen nicht so schlimm, wie erwartet.

Aus volkswirtschaftlicher Sicht gelte lokale Lockdowns oder gar einen gesamten Lockdown zu verhindern. Der Grossteil der Betriebe hätte seit Ausbruch der Pandemie die Massnahmen und Vorgaben zum Schutz sehr gut umgesetzt und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sensibilisiert. Man unterstütze alle Massnahmen, die die grössten Eingriffe in das Wirtschaftsleben vermeiden.

Da Bundesrat Guy Parmelin bekanntermassen in Quarantäne weilt, hat er virtuell an der Sitzung teilgenommen. An der Medienkonferenz spricht Staatssekretärin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch.  Die wirtschaftliche Situation bleibe angespannt. Die Ansteckungszahlen machen der Wirtschaft grosse Sorgen.

Der Schutz der Bevölkerung und der Schutz der Wirtschaft stünden nicht in Widderspruch. Die Kosten für die Wirtschaft seien am tiefsten, wenn man das Virus so schnell wie möglich bekämpft. Und auch von Parmelin kommt ein Appell: Einhalten der Grundregeln zur Bekämpfung der Pandemie. Bund, Kantone und Wirtschaft müssen in dieser Sache alle zusammenarbeiten.

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Man sollte aufhören von einer 'Bekämpfung' des Virus zu reden...der Virus löst sich nicht in Luft auf...die letzten Monate haben gezeigt, dass es ganz, ganz, ganz wenige tatsächlich Kranke gibt, fast keine Spitaleinweisungen, geschweige denn Tote...Man veröffentlicht Zalen von 'Infizierten', infisziert bedeudet NICHT = krank!!...es spricht eigentlich nur alles dafür, dass man bei den Hygieneregeln bleiben sollte und ansonsten Massnahmen wie Masken tragen aufhebt und dann schaut, was WIRKLICH passiert. Inzwischen ist man vorbereitet in den Spitälern, das Virus ist bereits mehrmals mutiert dh. längst nicht mehr sooo gefährlich wie es anfangs vermittelt wurde. Zudem wurden inzwischen gute Behandlungsmethoden gefunden für Covid-9- PATIENTEN.

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