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Projekt von Mojuga und Pro Senectute

Bubikon hat jetzt drei Plauderbänkli

Die Bubiker sollen öfter miteinander ins Gespräch kommen. Dazu hat die Mojuga und die Pro Senectute drei Plauderbänkli in der Gemeinde aufstellen lassen.

Redaktion
Züriost
Dienstag, 13. Oktober 2020, 14:00 Uhr Projekt von Mojuga und Pro Senectute
Ein blaues Schild kennzeichnet die Sitzgelegenheit als Plauderbänkli. Drei davon stehen nun in der Gemeinde Bubikon.
Foto: PD

«Auf dem Bänkli vor dem Volg Wolfhausen kann es durchaus vorkommen, dass ein Jugendlicher die Kopfhörer abnimmt, wenn sich eine Seniorin dazusetzt. Vielleicht fragt sie, was er hört. Vielleicht erzählt sie, welche Musik sie selbst mag. Vielleicht vergleichen sie ihre Wahrnehmung der Coronakrise. Und vielleicht bleibt es bei einem freundlichen Grüezi.»

Mit dieser fiktiven Szene beginnt die Mitteilung der Stiftung für Kinder- und Jugendförderung Mojuga und der kantonalen Pro Senectute über ein gemeinsames Projekt, das diese Woche in der Gemeinde Bubikon gestartet hat und von der Offenen Jugendarbeit umgesetzt wird.

Nicht abgeneigt

Drei ausgewählte Bänke wurden zu sogenannten Plauderbänkli umgewandelt. Nebst jenem vor dem Volg in Wolfhausen stehen auch vor Bibliothek Bubikon und im Naturschutzgebiet Wihalde solche Sitzgelegenheiten. 

Dass die Begegnung zwischen der Seniorin und dem Jugendlichen wortlos verläuft, sei unwahrscheinlich, heisst es in der Mitteilung weiter. «Immerhin sitzen sie beide auf dem Plauderbänkli, und wer hier Platz nimmt, signalisiert, dass er einem Gespräch zumindest nicht abgeneigt ist.»

Austausch zwischen Jung und Alt

Unbekannte anzusprechen erfordere oftmals Mut. Etwas einfacher werde es, wenn klar sei, dass das Gegenüber offen dafür ist. Das Projekt soll zeigen, dass der öffentliche Raum ein wichtiger Ort für Begegnungen und Zusammenleben ist.

Dass die Pro Senectute Kanton Zürich das Projekt unterstützt, liege nahe. «Wir wollen den institutionellen und informellen Austausch zwischen Jung und Alt auf allen möglichen Ebenen fördern und intensivieren», wird Franjo Ambrož, Vorsitzender der Geschäftsleitung, zitiert.

«Wir erhoffen uns, dass sich Jüngere und Ältere auf eine unkomplizierte Art begegnen.»

Franjo Ambrož, Geschäftsleitung Pro Senectute

Von diesem Austausch profitierten alle Altersklassen, für die jüngsten und ältesten Mitglieder der Gesellschaft sei er aber besonders wertvoll. Im Alter steige das Risiko der sozialen Isolation, das Gefühl von Einsamkeit mindere die Lebensqualität und schliesslich auch die Gesundheit.

Spontane Begegnungen wirkten diesem Prozess entgegen. «Wir erhoffen uns, dass sich Jüngere und Ältere auf eine unkomplizierte Art begegnen, und wenn dies in der Natur spontan geschieht, dann freut es uns umso mehr», so Ambrož.

Ein anderer Kontext

Kinder und Jugendliche auf der anderen Seite lernten in der Begegnung mit Menschen aller Altersgruppen im öffentlichen Raum respektvolles Verhalten, Toleranz, Verantwortungsbewusstsein, Konfliktfähigkeit, Dialogbereitschaft und den Umgang mit Regeln.

Diese Kompetenzen übten sie im Freien, wo sie sich ohne ständige Beaufsichtigung und Anleitung frei bewegen könnten. «Gerade hier entstehen aber oft erst bei Nutzungskonflikten, Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern», wird Marco Bezjak, Stiftungspräsident der Mojuga, zitiert. Das Plauderbänkli sei eine sympathische Möglichkeit, in einem anderen Kontext ins Gespräch zu kommen.

Die Offene Jugendarbeit wird laut Mitteilung im Rahmen an den Standorten regelmässig präsent sein. Sie nehme auch gerne Rückmeldungen zu den Begegnungsorten entgegen. (tab)

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