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Auch Pfäffiker Wiesn abgeblasen

Eine der letzten Hoffnungen auf Oktoberfest in der Region platzt

Nach Uster nun auch Pfäffikon: Wegen Corona findet diesen Herbst in der Region kein Oktoberfest statt. Die Pfäffiker Organisatoren haben den Entscheid bis zuletzt noch offen gelassen.

Marco
Huber
Mittwoch, 30. September 2020, 19:00 Uhr Auch Pfäffiker Wiesn abgeblasen
Dieses Jahr wird im Pfäffiker Chesselhuus weder geschunkelt noch getanzt.
Archivfoto: Züriost

Schlager aus den Boxen, Schunkeln auf den Festbänken, dazu Bier, Weisswürstl und Brezn: Darauf müssen die Zürcher Oberländer in diesem Jahr verzichten. Der letzte Strohhalm, an dem sich Fans von Lederhosen und Dirndl noch klammern konnten, war das Oktoberfest Pfäffikon im Chesselhuus. Jetzt ist klar: das Fest ist abgesagt.

Reto Schaufelberger, Betreiber des Chesselhuus und Organisator des Pfäffiker Oktoberfests, bedauert den Entscheid. Dieser sei aber unausweichlich geworden. Als Hauptgründe nennt er einerseits das erhöhte Risiko, dass an einem solchen Anlass Ansteckungen stattfinden könnten und anderseits die fehlende Planungssicherheit aufgrund der Corona-Massnahmen.«Jeder Veranstalter plant im Moment mit angezogener Handbremse», sagt er.

Varianten geprüft

Aus denselben Überlegungen wurde vor einigen Wochen bereits das grösste Oktoberfest in der Region abgeblasen. Die Veranstalter der Züri Oberland Wiesn in der Ustermer Landihalle hatten noch bis fast Ende August damit geliebäugelt, das Fest durchführen zu können. Der Vorverkauf hatte im Juni begonnen, nachdem die Fallzahlen zurückgegangen waren. Dann kapitulierten sie aufgrund der Beschränkung der Personenzahl. Ein Fest im kleinen Rahmen, kam für die Organisatoren nicht in Frage.
 

Nach langem Zuwarten hat Chesselhuus-Betreiber Reto Schaufelberger (rechts) das Pfäffiker Oktoberfest nun definitiv abgesagt.

Auch die Organisatoren der Wiesn in Pfäffikon hatten noch gehofft, den Event durchführen zu können. Nachdem wieder mehr Infektionen vermeldet wurden, überlegten sie sich, das Oktoberfest im kleineren Rahmen stattfinden zu lassen. Schaufelberger und sein Team prüften verschiedene Varianten. Dazu zählten etwa ein Indoor-Biergarten oder ein Oktoberfest mit alkoholfreien Getränken. In beiden Szenarien hätte beim Verlassen des Sitzplatzes Maskenpflicht bestanden. Im Raum stand auch, eine private Fete mit maximal 100 Gästen abzuhalten.

Kürzlich fragten die Organisatoren sogar ihre Freunde auf Facebook, welche Variante sie bevorzugen würden. Aufgrund der Witterung nicht in Frage kam hingegen ein Freiluft-Biergarten. Den definitiven Entscheid fällten die Veranstalter letzten Endes in Eigenregie – ohne dass Kanton oder die Gemeinde Vorgaben machten. Laut Schaufelberger war nicht zuletzt die Maskenfrage mitentscheidend. Diese an einem feucht-fröhlichen Fest durchzusetzen, sei kaum realistisch.

Verspätetes Konzert

Finanziell entgeht dem Pfäffiker Chesselhuus durch die Absage «eine schöne Einnahmequelle», wie Schaufelberger sagt. Er spricht von einem fünfstelligen Betrag, den das Oktoberfest jeweils in den letzten Jahren an Gewinn abgeworfen habe. Bereits verkaufte Tickets sind für die Frühlingswiesn 2021 gültig oder werden zurückerstattet.

Im Gegensatz zur Wiesn im Chesselhuus stattfinden wird das Konzert von Popsänger Marc Sway. Dieses war ursprünglich im März geplant, wurde dann aber verschoben. Hintergrund waren die neuen Regeln für Veranstaltungen und die Bewilligungspraxis der Zürcher Gesundheitsdirektion. Weil Betreiber Schaufelberger von einer Bewilligungspflicht ausginge, sagte er den Anlass ab. Später stellte sich heraus, dass es sich lediglich um eine Empfehlung handelte und das Konzert also hätte steigen können. Diese Querelen sind für Schaufelberger vergessen. Er freue sich auf das Konzert, auch wenn doppelt so viel Arbeit dahinterstecke, wie sonst.

Weiterhin stattfinden soll das Oktoberfest im Hinwiler Club Pirates am 16. und 17. Oktober.

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