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Wegen Corona-Krise

Öffentlicher Verkehr verzeichnet grosse Verluste

Wegen der Corona-Krise fehlen Gelder im öffentlichen Verkehr. Die SBB schreibt fast eine halbe Milliarde Verlust. Der Zürcher Regierungsrat beantragt derweil einen Nachtragskredit zugunsten des Zürcher Verkehrsverbunds.

Redaktion
Züriost
Donnerstag, 10. September 2020, 09:58 Uhr Wegen Corona-Krise
Wegen der Corona-Krise entfallen dem Zürcher Verkehrsverbund Einnahmen.
Archivfoto: Seraina Boner

Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass deutlich weniger Passagiere mit dem Zug unterwegs waren. Dies bekommt die SBB zu spüren. Die Erträge sind stark eingebrochen, gleichzeitig konnten die Kosten wegen des weiter geführten Grundangebots während des Lockdowns nur leicht gedämpft werden. Dies schreibt die SBB in einer Mitteilung.

Die Folgen: Täglich waren durchschnittlich noch 810 000 Passagiere unterwegs, das ist mehr als ein Drittel weniger als im Vorjahr. Die SBB schreibt einen Halbjahresverlust von 479 Millionen Franken, im Vorjahr erzielte sie ein positives Ergebnis von 279 Millionen.

Sparmassnahmen eingeleitet

Durch Unterstützung des Bundes ist die Liquidität der SBB vorerst gesichert. Zudem hat der Bund eine Sonderbotschaft zur Unterstützung der abgeltungsberechtigten ÖV-Bereiche ans Parlament verabschiedet.

Die SBB hat bereits im April Sparmassnahmen im Umfang von rund 250 Millionen Franken eingeleitet; die Löhne der Mitarbeitenden wurden immer vollständig ausbezahlt, heisst es in der Mitteilung weiter.

20 Millionen für den ZVV

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) rechnet für das laufende Jahr mit rund 22 Prozent tieferen Verkehrseinnahmen im Vergleich zum Vorjahr. Dies teilt der Regierungsrat mit.

Da der ZVV das Angebot nur vergleichsweise wenig habe einschränken können, werde nun ein Defizit von 453 Millionen Franken statt des budgetierten Defizits von 347 Millionen Franken erwartet, heisst es in einer Mitteilung.

Unterdeckung bleibt

Die Coronakrise reisst also auch beim ZVV ein grosses Loch in die Kasse. Die am ZVV beteiligten Verkehrsunternehmen müssen Reserven auflösen, um sich an der Deckung des Defizits zu beteiligen. Der Bund wird voraussichtlich 20 Millionen Franken für den Ortsverkehr bezahlen.

Unter dem Strich bleibt eine Unterdeckung von 387 Millionen Franken, die je zur Hälfte vom Kanton und den Gemeinden getragen werden muss. Mit dem beantragten Nachtragskredit soll der zusätzlich notwendige Beitrag des Kantons finanziert werden.

 

 

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