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Zum Ghöch und der Hulftegg

Statt Nostalgie-Zügen kommen jetzt die Oldtimer-Busse

Der Dampfbahnverein Zürcher Oberland wollte eigentlich tägliche Fahrten mit Elektrozügen zwischen Hinwil und Bauma starten. Doch ein Rechtsfall verhindert dies. Jetzt hat der Vereinen einen Alternativplan.

Redaktion
Züriost
Freitag, 04. September 2020, 09:30 Uhr Zum Ghöch und der Hulftegg

Das Zürcher Oberland wird immer touristischer. Naherholung auf den Tösstaler Hügeln geniesst nicht erst seit Corona-Heimferien eine grosse Beliebtheit. Der Dampfbahnverein Zürcher Oberland (DVZO) arbeitet seit Jahren an diesem Image. Um sein Portfolio zu erweitern, hat er sich auch um die Aufnahme einzelner Strecken im Oberland im nationalen Bus alpin Verbund bemüht. Mit Erfolg. Seit Anfang Jahr gehört die Region Zürcher Oberland offiziell zu den für die ÖV-Erschliessung geeigneten touristischen Gegenden.

Und die zusätzliche Erschliessung geht diesen Freitag los - mit neuen Oldtimer-Bussen. Diese Busse sind so etwas wie eine abgespeckte Variante des ursprünglichen Planes. Denn eigentlich wollte der DVZO mit täglichen Bahnfahrten auf seiner Strecke zwischen Hinwil und Bauma loslegen. Doch aufgrund eines beim Bundesverwaltungsgericht hängigen Rechtsstreits mit der Gemeinde Hinwil, fahren nun vorerst keine Elektrozüge unter der Woche und zusätzliche Dampfbahnen am Wochenende bis Mitte Oktober.

Etliche Bahnhöfe, vier Wanderausgangspunkte

Stattdessen gibts nun eine historische Buslinie, die gleich noch ein neues Einzugsgebiet erschliesst. Diese kursiert zwischen den Bahnhöfen Wetzikon, Hinwil, Bäretswil, Gibswil, Fischenthal, Steg und Bauma und hält dazwischen bei mehreren Ausflugsstationen. Etwa in Ringwil oder Wappenswil, wo sich die Region um den Allmen beziehungsweise die Täuferhöle bewandern lässt. Oder im Ghöch und der Hulftegg, von wo aus weitere Wanderziele der Region Tösstal erreichbar sind. Jeder der Punkte wird täglich viermal angefahren - entweder von Wetzikon oder von Bauma her.

Die Fahrten starten am Freitag, 4. September, wie der DVZO mitteilt, und dauern bis zum 18. Oktober. Ziel der Aktion sei insbesondere eine Umlagerungswirkung vom Auto auf den öffentlichen Verkehr. Die genannten Startpunkte für Wanderungen sind bislang grösstenteils ausschliesslich mit dem motorisierten Individualverkehr erreichbar.

Verein Bus alpin als Partner

Die nostalgischen Busse betreibt der DVZO gemeinsam mit dem Verein Bus alpin, der in der ganzen Schweiz diverse touristische Gebiete erschliesst. Die Zusammenarbeit der beiden Vereine sei schon Anfang Jahr gestartet worden, schreibt der DVZO. Dabei habe man auch den ökologischen Aspekt umfassend geprüft: Zwar stossen historische Postautos mehr Luftschadstoffe aus, sie sind aber im Vergleich zu heutigen Postautos um einiges leistungsschwächer. Daher sei ihr CO2-Ausstoss bei vergleichbarer Transportkapazität deutlich geringer. Die Postautos sind gemäss Mitteilung mindestens 30 Jahre alt.

Auf den Fahrten sind Vergünstigungs-Angebote der SBB wie Halbtax oder GA nicht gültig. Den Fahrplan findet man auf der Website des Dampfbahnvereins www.dvzo.ch. Bis zum 18. Oktober fahren zusätzlich jeden 1. und 3. Sonntag im Monat weiterhin die Dampfbahnen. Zusätzlich sind laut DVZO verschiedene Events geplant. (kö)

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