×
Streit um Sozialamt geht weiter

SP legt Dübendorfer Sozialvorsteherin Rücktritt nahe

Nach erneuten Vorwürfen an das Dübendorfer Sozialamt fordert nach den Grünen auch die Dübendorfer SP personelle Konsequenzen.

Redaktion
Züriost
Mittwoch, 02. September 2020, 14:00 Uhr Streit um Sozialamt geht weiter
Die Verantwortlichen des Sozialamts sind weiter unter Beschuss.
Archivfoto: Christian Merz

Anfang Woche machte der «Tages-Anzeiger» zahlreiche Missstände rund um das Dübendorfer Sozialamt öffentlich. Klienten würden unter Druck gesetzt, beschattet und beleidigt, der Abteilungsleiter habe per Whatsapp ausländerfeindliche Inhalte verbreitet, und auch auf dem Amt selbst herrschten «toxische Zustände». Die Zeitung beruft sich dabei auf mehrere Quellen sowie einen externen Untersuchungsbericht.

Nachdem die Dübendorfer Grünen bereits personelle Konsequenzen gefordert haben, zieht nun die SP nach: «Sofern die verantwortliche Sozialvorsteherin jetzt nicht die Konsequenzen zieht und zurücktritt, verlangt die SP, dass ihr die Dossiers der Sozialabteilung entzogen werden.» Gemeint ist SVP-Stadträtin Jacqueline Hofer.

Weiter fordert die Partei eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK), damit der Gemeinderat seine Aufsichtspflicht wieder wahrnehmen könne. 

Die Sozialdemokraten begründen ihre Forderung nicht nur mit den jüngst publik gemachten Missständen, sondern auch mit massiv gestiegenen Kosten für Springereinsätze. Weiter kritisiert die SP, dass die durchschnittlichen Fallkosten in der Sozialhilfe und der Berufsbeistandschaft «explodiert» seien. Die Partei verweist ausserdem auf die Rüge des Bezirksrats im Zusammenhang mit einem Verstoss gegen das Submissionsrecht.

Untersuchung durch Bezirksrat

Wegen der jüngsten Vorfälle hat sich offenbar mittlerweile der Bezirksrat eingeschaltet. Man habe alle nötigen Unterlagen von der Stadt eingefordert und wolle die Situation nun überprüfen, sagt Bezirksratspräsident Marcel Tanner (SVP) gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Wie es weitergeht, will das Gremium Ende September besprechen. Mögliche Massnahmen wären eine Rüge oder das Einsetzen eines neutralen Beobachters, der etwa an den Sitzungen des Sozialamts teilnehmen könnte.

Wie der «Tages-Anzeiger» weiter schreibt, verfolge der Bezirksrat die Situation auf dem Dübendorfer Sozialamt schon seit mehreren Jahren. Ein unmittelbarer Handlungsbedarf habe laut Bezirksrat allerdings nie bestanden.

Kommentar schreiben

Kommentar senden