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Nach Trennung von Ustermer Chefärztin

Noch mehr Mediziner für Bächli

In einem weiteren öffentlichen Brief solidarisieren sich Ärzte mit der vom Spital Uster freigestellten Chefärztin Esther Bächli. Der Kreis der Unterzeichnenden ist ähnlich, die Tonlage etwas schärfer.

Benjamin
Rothschild
Montag, 24. August 2020, 14:51 Uhr Nach Trennung von Ustermer Chefärztin
Im Spital Uster brodelt es, nachdem sich der Verwaltungsarzt von einer Chefärztin getrennt hat.
Achivfoto: Seraina Boner

Die Solidaritätsbekundungen für die vom Spital Uster freigestellte Chefärztin und Departementsleiterin Esther Bächli reissen nicht ab. Nachdem letzte Woche über 100 ehemalige Ärztinnen und Ärzte der Inneren Medizin des Spitals Uster einen offenen Brief zu Gunsten von Bächli unterzeichnet hatten, tun dies nun auch die ehemaligen Ärztinnen und Ärzte der Medizinischen Klinik des Spitals. Bei diesen handelt es sich weitgehend um dieselben Personen, die schon den ersten Brief signiert hatten.

Ruf nach Wiedereinstellung

Inhaltlich kommt das jüngste Schreiben indes noch etwas pointierter daher: So fordern die Unterzeichnenden die «Bevölkerung und Akteurinnen und Akteure in der Gesundheitspolitik» auf, die Umstände und Folgen der angeblichen Entlassung das Spital Uster hat eine solche bislang nicht eingeräumt  genau zu hinterfragen und sich für eine Wiedereinstellung von Esther Bächli einzusetzen.

Ehemalige Ärzte des Spitals Uster machen sich für eine Wiedereinstellung von Esther Bächli stark.

Ausserdem betonen die Unterzeichnenden, dass die Frage der interimistischen Führung der Medizinischen Klinik, der Bächli zuvor vorgestanden hatte, bis zum jetzigen Zeitpunkt ungeklärt sei. Diese «selbstverursachte Destabilisierung» für die Gesundheitsversorgung der Region sei gerade während einer globalen Pandemie «nicht nachvollziehbar».

Als «unliebsam» empfunden?

Esther Bächli hatte zuvor 15 Jahre lang im Spital Uster gearbeitet. In einer Medienmitteilung hatte das Spital Uster letzte Woche ausgeführt, dass sich ihre Vorstellungen über die Ausrichtung ihres Departements nicht mit den strategischen Zielen des Spitals in Einklang bringen liessen.

Das Spital Uster befindet sich in finanzieller Schieflage, weshalb auch die Abstimmung über die geplante Fusion mit dem Spital Wetzikon auf den Frühling verschoben wurde. Mitarbeiter des Spitals Uster äusserten gegenüber dieser Zeitung den Verdacht, dass Bächli den vom Spital im Hinblick auf die Fusion verfolgten Sparkurs nicht habe mittragen wollen. «Es stellt sich die Frage, ob hier eine starke Persönlichkeit in schwierigen Zeiten als unliebsam empfunden wurde», schreiben die Urheber des jüngsten öffentlichen Briefes.

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