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In Kooperation mit benevol Zürioberland

Gymnasiastin übersetzt für Flüchtlinge in Farsi

Samuel Leemann, Präsidentschaftskandidat des Vereins Interkultureller Forum Pfäffikon, erweitert gemeinsam mit Furuzan Shah Mardi das fremdsprachige Angebot und sucht weitere Übersetzerinnen und Übersetzer.

Tanja
Frei
Sonntag, 26. Juli 2020, 15:34 Uhr In Kooperation mit benevol Zürioberland
Mit Hilfe von Furuzan Shah Mardi konnte Samuel Leemann einen Flyer übersetzen lassen, um mehr Flüchtlinge zu erreichen.
Foto: Tanja Frei
Benevol Zürioberland

Mit der Fachstelle Benevol Zürioberland verfügt die Region über ein Zentrum für die Förderung von freiwilligem Engagement. Züriost ist offizieller Medienpartner.

Freiwilliges Engagement lohnt sich. Die rund 100 Mitglieder des Interkulturellen Forums Pfäffikon (IFP) sind der beste Beweis dafür. «Unser Verein bietet verschiedene Angebote für die Bevölkerung mit Migrationshintergrund an», erklärt Samuel Leemann. Das IFP setzt sich für die Anerkennung und Pflege der kulturellen und religiösen Vielfalt in Pfäffikon ein. Zum Angebot gehören ein kostenloser Schreibdienst, das Café International, die Volksküche oder auch die Nähstube. «Wir sind stets auf der Suche nach neuen Mitgliedern, die Lust haben bei uns mitzuhelfen», fährt er fort.

Durch ein Gratis-Inserat, das der Verein über die Fachstelle Benevol Zürioberland im März auf dieser Seite («Der andere Stellenanzeiger») publizierte, fand Furuzan Shah Mardi zum Verein. Als Farsi-Übersetzerin hilft sie Samuel Leemann, das fremdsprachige Angebot im Verein zu erweitern. Auch sie selbst nahm vor einigen Jahren solche Dienste in Anspruch und ist überzeugt, dass damit vielen Menschen geholfen werden kann. «Das möchte ich nun zurückgeben», sagt die Gymnasiastin.

benevol-jobs.ch – wollen Sie sich engagieren?

Wie Samuel Leemann und Furuzan Shah Mardi engagieren sich zahlreiche Menschen abseits des Rampenlichts das ganze Jahr über in Vereinen und Organisationen, deren Angebote unser Leben erleichtern und bereichern. Auf benevol-jobs.ch finden sich Einsatzmöglichkeiten für Freiwillige.

«Furuzan hat für uns einen Flyer in Farsi übersetzt, denn gewisse Flüchtlinge konnten wir mit unserer bisherigen Kommunikation nicht erreichen», gibt Leemann wieder. Diese Situation wolle der Verein nun verändern.  Leemann selbst, der momentan für das Präsidentenamt kandidiert, ist seit fünf Jahren im Verein IFP freiwillig tätig.

Zu seinen Anfangszeiten bestand die Gefahr, dass gewisse Angebote mangels aktiver Mitglieder geschlossen werden müssen. So entschieden seine Frau und er, dem Verein beizutreten und in der Arbeitsgruppe <Fest und Kultur> des IFP mitzumachen. Seither haben sie vier Mal das Integrationsfest «Pfäffinfiesta» mitorganisiert.

Raus aus der engen Flüchtlingsunterkunft

Von einer vollständigen Akzeptanz der Flüchtlinge sei die Gesellschaft leider noch sehr weit entfernt. «Ich möchte erreichen, dass wir diese Menschen schätzen lernen und das Potenzial in ihnen erkennen. Bis dahin ist es noch ein steiniger Weg», sagt Samuel Leemann nachdenklich. Die grössten Baustellen seien beispielsweise das äusserst belastende Asylverfahren und die Flüchtlingsunterkünfte.

Die Lösung dieser Probleme liege jedoch auf Bundes- und Kantonsebene, da könne der Verein nicht viel ändern. «Unsere Angebote zielen darauf ab, dass die Flüchtlinge ausserhalb ihrer engen Unterkünfte etwas unternehmen können.» Viele – vor allem Frauen – verbrächten fast den ganzen Tag zuhause und das Angebot des IFP sei oft der einzige Ort, sich mit anderen Menschen zu treffen und auszutauschen.