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Online-Petition gestartet

Hinwil soll einen Pumptrack bekommen

411 Personen haben bis jetzt eine Online-Petition unterschrieben, mit der sich Janine Bonadimann für einen Pumptrack in Hinwil stark macht. Ende August will sie die Unterschriften dem Gemeinderat übergeben.

Redaktion
Züriost
Freitag, 17. Juli 2020, 17:57 Uhr Online-Petition gestartet

Pumptracks schiessen derzeit wie Pilze aus dem Boden. In Bäretswil steht einer im kürzlich eröffneten Skatepark, und auch im Geisterkickboarder Skatepark in Wetzikon gehört er zur Ausstattung. Das kantonale Sportamt tourt mit mobilen Anlagen durch 21 Gemeinden, wo die wellenförmigen Rundbahnen mit den Steilwandkurven jeweils für drei Wochen stehen bleiben und von Kindern und Jugendlichen mit Velos, Kickboards und Skateboards befahren werden. Sogar SP-Regierungsrat Mario Fehr liess es sich nicht nehmen, bei der Einweihung einer solchen mobilen Anlage in Wangen-Brüttisellen mit dem Velo ein paar Runden zu drehen.

Nun soll auch in Hinwil ein Pumptrack zu stehen kommen. Janine Bonadimann ist die treibende Kraft hinter der Idee und hat dazu Anfang Juli eine Online-Petition gestartet. Bis Freitagabend haben schon 411 Personen unterschrieben, 1000 Unterschriften sind als Ziel angegeben. Aber wie viele schliesslich zusammenkommen, ist für Bonadimann zweitrangig. «Wir sammeln jetzt einfach mal. Aber dass so viele Leute die Ferien in der Schweiz verbringen, kommt uns dabei entgegen», sagt die 36-jährige Co-Schulleiterin und Mutter von drei Buben aus Hinwil.

«Sie üben ihre Sprünge 20, 30 oder vielleicht auch 100 Mal nacheinander. Und lernen dabei, an etwas dranzubleiben und sich durchzubeissen.»

Janine Bonadimann, Petitionärin

Die Familie selber hat im gesamten Freundeskreis für die Petition geweibelt und die Infos zudem an Schul- und Vereinskollegen geschickt. Ausserdem seien die drei Kinder gelegentlich mit Unterschriftenbögen im Dorf unterwegs. «Bei einer solchen Petition dürfen alle unterschreiben, auch Kinder. Das wissen viele Leute nicht», so Bonadimann. Ende August will sie die Unterschriften mit weiteren Mitstreitern an den Hinwiler Gemeinderat übergeben.

Auf die Idee, sich für einen Pumptrack in Hinwil stark zu machen, ist Bonadimann schon vor bald zwei Jahren gekommen. «Das Sportangebot im Dorf ist begrenzt. Als wir mit anderen Familien über das Thema sprachen, merkten wir, dass das Bedürfnis nach so einem Pumptrack auf jeden Fall vorhanden ist», sagt sie. Schliesslich hätten immer mehr Kinder und Jugendliche Freude daran, mit ihren Velos und Kickboards draussen Tricks zu üben, was durchaus sinnvoll sei: «Sie machen das 20, 30 oder vielleicht auch 100 Mal nacheinander. Und lernen dabei, an etwas dranzubleiben und sich durchzubeissen, bis es irgendwann klappt», so Bonadimann. Mangels Alternativen würden viele auf den Schulanlagen herumfahren, wo sie ihre Sprünge ausprobieren. «Aber die Schulanlagen sind nicht dazu gemacht.»

Hüssenbüel als Wunschstandort

Sie wünscht sich deshalb eine sichere, von den öffentlichen Strassen abgegrenzte Anlage im Freien, «auf denen die Kinder und Jugendlichen geduldet sind», die aber auch von Familien und anderen Sportbegeisterten genutzt werden kann und so auch zum Begegnungsort wird. Sie weist auf der Online-Plattform «Openpetition» darauf hin, dass das Sportamt des Kantons Zürich solche Bauvorhaben sogar finanziell unterstützt (siehe Box).

Anfang Juli stand auch beim Primarschulhaus Zell ein mobiler Pumptrack – und kam dort sehr gut an. (Video: Simon Grässle)

Und sie hat auch bereits einen Ort ins Auge gefasst: Für 28 Millionen Franken soll in den nächsten Jahren auf dem Areal der Sportanlage Hüssenbüel eine neue Dreifachsporthalle realisiert und der gesamte Aussenbereich saniert und umgestaltet werden. Das Vorprojekt dazu hat der Hinwiler Gemeinderat im vergangenen April genehmigt. Bonadimann schlägt darum vor, im Zuge des Bauprojekts auf dem Hüssenbüel die Einbindung eines Pumptracks oder eines kleinen Pumpparks zu prüfen oder einen anderen zentralen Standort zu suchen.

«Auf der neuen Sportanlage Hüssenbüel lassen die gedrängten Platzverhältnisse eine solche Anlage nicht zu.»

Katharina List, stv. Gemeindeschreiberin

Den Hinwiler Gemeinderat und die Baukommission hat sie vor ein paar Tagen per Mail auf die Unterschriftensammlung hingewiesen, aber noch keine Antwort darauf bekommen. Katharina List, die stellvertretende Gemeindeschreiberin, sagt auf Anfrage des ZO/AvU jedoch zur Petition, dass es immer toll sei, wenn Jugendliche Initiative für ihren Sport zeigten und etwas bewegen wollten. Grundsätzlich sei die Gemeinde denn auch offen für derartige Anliegen. Für die Einbindung eines Pumptracks auf dem Hüssenbüel sieht List jedoch wenige Chancen: «Ob und wo ein solcher Platz stehen könnte, müsste natürlich überprüft werden. Auf der neuen Sportanlage Hüssenbüel lassen die gedrängten Platzverhältnisse eine solche Anlage nicht zu.»

Bonadimann lässt sich von der Aussage nicht entmutigen. «Wir finden, dass die Sache es Wert ist, sorgfältig überprüft zu werden. Es wäre halt sehr schön, wenn der Pumptrack auf dem Areal der Sportanlage entstehen könnte, weil so alles am selben Ort wäre. Aber wir sind auch offen für andere Standorte.» (Patrizia Legnini/Rico Steinemann)

Wer die Online-Petition unterschreiben will, kann das im Internet unter www.openpetition.eu/!pumptrackhinwil tun. Weitere Infos bekommen Interessierte auch auf Facebook und Instagram oder per Mail an info@bonadimann.ch.

Sportamt unterstützt Bauvorhaben
Die Kosten für Pumptracks und ähnliche Anlagen sind je nach Ausführung unterschiedlich: Gemäss der Website des kantonalen Sportamts kosten Pumptracks aus Erdmaterial 40'000 Franken, sind aber für Kick- und Skateboards nicht nutzbar und nach ein bis zwei Saisons verbraucht. Bei Pumptracks mit befestigtem Belag liegen die Kosten bei 80'000 bis 250'000 Franken. Ein kleiner «Pumppark», bei dem nicht nur die Piste, sondern gleich eine ganze Hügellandschaft asphaltiert wird, kostet zwischen 120'000 und 250'000 Franken. Das Sportamt unterstützt den Bau von fest installierten Pumptracks mit 30 Prozent der Baukosten, wobei der Maximalbeitrag 75'000 Franken beträgt. Gemeinden, Schulgemeinden und private Organisationen können finanzielle Unterstützung unter anderem dann beantragen, wenn die Anlage für die Bevölkerung frei zugänglich ist und nicht gewinnorientiert betrieben werden soll. (ple)

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