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Regierungsrat informiert

Mehr Corona-Ansteckungen bei Jüngeren im Kanton

Der Regierungsrat informiert, wie die aktuelle Corona-Situation im Kanton aussieht und wie das Contact Tracing angelaufen ist.

Redaktion
Züriost
Freitag, 26. Juni 2020, 09:58 Uhr Regierungsrat informiert

Regierungsrätin Natalie Rickli, Gesundheitsdirektorin, Kantonsärztin Christiane Meier und der Verantwortliche für die Datenanalyse der Gesundheitsdirektion, Stefan Neubert, informieren über die aktuelle Situation bezüglich der Coronavirus-Pandemie im Kanton Zürich.

Es sei wichtig, dass der Kanton im engen Ausatusch mit dem Bund stehe, sagt Natalie Rickli. Nun, da grösstenteils wieder Normalität eingekehrt sei, könne man sich mit der Aufarbeitung des Geschehenen auseinandersetzen. Der erste Todesfall im Kanton Zürich sei am 15. März aufgetreten, die ausserordentliche Lage sei einen Tag später ausgerufen worden - im Kanton und in der Schweiz, sagt Rickli.

Coronavirus in Daten dargestellt

Nach Rickli spricht nun Stefan Neubert, Verantwortlicher für die Datenanalyse der Gesundheitsdirektion. Er will über drei unterschiedliche Themen sprechen. Eines sei die Beatmungskapazität, die immer wieder in den Medien vorgekommen seien. Um darstellen zu können, dass diese Kapazität immer sichergestellt gewesen sei, zeigt er eine Grafik.

Ein weiterer Punkt sei das Alter der Betroffenen. Während der ersten Welle seien die älteren Menschen stärker vom Coronavirus betroffen gewesen. In den letzten 14 Tagen seien es vor allem die Jüngeren. Dies, weil diese nun wieder arbeiten, mobiler sind. Das zeige aber auch, dass sich die Älteren gut schützen.

Es seien alarmistische Stimmen laut geworden, als die Fallzahlen im Kanton gestiegen sind diese Woche. Neubert relativiert aber, dass die Zahlen nur unwesentlich tiefer gewesen seien in der vergangenen Woche. Dennoch müsse man jeden Anstieg natürlich gut im Auge behalten.

Um eventuelle Brandherde ausfindig zu machen, sei es wichtig, dass man auch die einzelnen Bezirke des Kantons genau anschaut. Die Fallzahlen in den Bezirken würden sich nicht gross unterscheiden, sagt Neubert. Einzig der Bezirk Bülach schere ein wenig aus. Aber auch das sei nicht wirklich dramatisch. 

Nach Neubert spricht die Kantonsärztin Christiane Meier. Im Kanton seien in der vergangenen Woche 11'000 Tests durchgeführt worden. Man teste sehr viel zurzeit. Die Menschen würden sich momentan in Gruppen anstecken, in denen sie sich viel bewegen. So sei das in der Familie, bei der Arbeit oder in der Schule. Im Kanton gebe es aber keine Cluster oder keine Superspreader-Events. Das heisst, es handelt sich bei den Ansteckungen um Einzelfälle.

Nur bei Symptomen testen

Man teste viel, sagt Meier. Das sei gut, aber es sei auch wichtig, dass man nach wie vor nur testet, wenn man Symptome aufweist. Andernfalls würden die Kosten auch nicht übernommen. Auch wenn ein Test negativ ausfalle, heisse das nicht, dass man in ein paar Tagen doch ansteckend wird. Deshalb sei die Selbstisolation während zehn Tagen so wichtig.

Das Contact Tracing sei momentan sehr aufwändig. Nun sei auch die App des Bundes lanciert worden. Diese Daten würden aber nicht in die Statstik des klassischen Contact Tracings des Kantons einfliessen. Die App des Bundes laufe parallel und setze auf die Eigenverantwortung der Bürger.

Keine Maskenpflicht im ÖV

Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli äusserte sich ablehnend bezüglich einer Maskenpflicht im ÖV. «Derzeit sehen wir keinen Bedarf dafür. Ich glaube auch nicht, dass die Zürcherinnen und Zürcher angesichts der eher tiefen Fallzahlen mitmachen würden», sagte sie. Man setze diesbezüglich weiterhin auf Eigenverantwortung. Sollten die Zahlen deutlich steigen, müsste man die Situation neu beurteilen.

In den vergangenen Tagen wurden in der Schweiz mehrere Personen, die aus Balkanländern zurück in die Schweiz gereist sind, positiv getestet. «Mit Blick auf die bevorstehenden Sommerferien bereitet uns das Sorgen», sagte Meier. Laut Rickli steht der Kanton Zürich diesbezüglich in engem Austausch mit dem Bund. (fbe/sda)

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