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«Die Teigherstellung wird elektronisch überwacht»

Dem Beruf Bäcker/in-Konditor/in-Confiseur/in haftet ein zu verstaubtes Image an, findet René Schweizer, Geschäftsführer und Inhaber der Konditorei Voland in Steg. Im Interview erzählt er, wie die Digitalisierung auch vor der Backstube nicht Halt macht und was auf Lernende des Berufs zukommt.

Sebastian
Schuler
Freitag, 26. Juni 2020, 09:45 Uhr Sponsored Content

Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Bäcker-Confiseurmeister-Verband und der Konditorei Voland erstellt.

Herr Schweizer, muss man ein Morgenmensch sein, um eine Lehre als Bäcker/in-Konditor/in-Confiseur/in Angriff zu nehmen?
René Schweizer: Es gehört meist zu diesem Beruf dazu, dass man früh aufstehen muss. Jedoch sind die Betriebe mittlerweile besser eingerichtet, sodass für einzelne Mitarbeiter der Arbeitstag erst um 8 Uhr beginnt. Der frühe Arbeitsbeginn hat aber auch seine Vorteile. So kann man einen sonnigen Nachmittag in der Badi geniessen, während andere noch arbeiten müssen.

Auf was sollte man sich sonst noch einstellen, wenn man sich für diese Lehre entscheidet?
Lernenden steht eine spannende Zeit bevor, in der sie viele neue Erfahrungen machen. Sie lernen neue Abläufe und Produkte kennen und stossen zu einem Team, in das sie sich integrieren müssen. Gerade diese zwischenmenschliche Erfahrung finde ich sehr wichtig. Von dieser können sie auch später noch profitieren.

Gibt es viele jungen Menschen, die sich für die Lehre als Bäcker/in-Konditor/in-Confiseur/in interessieren?
Wie fast alle handwerklichen Berufe haben wir Mühe, genügend junge Leute zu mobilisieren. Das liegt auch ein wenig daran, dass viele ein veraltetes Bild des Bäckers haben. Die Digitalisierung hat bei unserem Beruf nicht haltgemacht. So werden etwa Rezepte in der Lehre online erfasst, die Teigherstellung wird elektronisch überwacht und es kommen Wasserschneider zum Einsatz, die computergesteuert sind.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für diesen Beruf?
Nach der dreijährigen EFZ-Lehre, bei der man zwischen den Fachrichtungen Bäcker-Konditor oder Konditor-Confiseur wählt, kann man anschliessend in einem Jahr die fehlende Fachrichtung hinzulernen. Wenn man drei Jahre Berufserfahrung gesammelt hat, gibt es die Möglichkeit, sich als Lehrmeister ausbilden zu lassen. Eine weitere spannende Option ist, sich selbstständig zu machen. In der Schweiz gibt es jede Menge Bäckereien, Konditoreien oder Confiserien, die Nachfolgerinnen und Nachfolger suchen.

Viele Detailhändler bieten mittlerweile eine breite Palette an Gebäcken an. Warum braucht es die Bäckereien dennoch?
Eine Bäckerei ist oft fester Bestandteil eines Orts und bietet tagtäglich frisches Brot an. Gerade in den letzten Monaten hat sich gezeigt, dass Bäckereien, Konditoreien oder Confiserien einen wichtigen Stellenwert einnehmen. Nichtsdestotrotz entwickeln sich die Betriebe auch weiter. Vor allem in den Bereichen der Schnellverpflegung, der Gastronomie oder der Herstellung von Spezialbroten bestehen eine Menge Möglichkeiten.

Was fasziniert Sie besonders an Ihrem Beruf?
Mir gefällt es, kreativ zu sein und gute Produkte herzustellen. Gerade bei einem grossen Fest ist das Dessert am Schluss oft das, was besonders in Erinnerung bleibt. Es ist schön, wenn man dieses kreieren und präsentieren kann.

 

Ein Auszug dieses Beitrags erschien in der Beilage «RegionalWirtschaft» vom 20. Juni 2020.