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«Wir haben eine schwierige Zeit vor uns»

«Mir Oberländer» mit Restaurantführer Ly Leap Roth

«Wir haben eine schwierige Zeit vor uns»

Die Coronakrise traf die Gastrobranche besonders hart. Für Ly Leap Roth, Inhaber des Restaurants Suan Long in Uster, waren die vergangenen Monate prägend. Am 11. Mai durfte er den Betrieb wieder öffnen, doch die Zukunft ist noch unsicher.

Tanja
Frei
Mittwoch, 20. Mai 2020, 10:17 Uhr «Mir Oberländer» mit Restaurantführer Ly Leap Roth
Video: Chiara Coniglio/Paulo Pereira

Unter strenger Einhaltung der Schutzmassnahmen dürfen Ly Leap Roth und sein Team seit einer Woche wieder Gäste empfangen. Die Wiedereröffnung lässt den Restaurantbesitzer aufatmen. Regeln, wie einen Abstand von zwei Metern zwischen den Tischen zu gewährleisten und nicht mehr als vier Personen gemeinsam essen zu lassen, ermöglichen etwas Normalität. Da das Restaurant relativ gross ist und es genügend Platz gibt, muss das Personal keine Schutzmasken tragen. 

«Richtig geschlossen war unser Restaurant nie», erklärt er. «Wir boten nach wie vor Take Away an und betrieben unseren Lieferservice. Das half uns, über die Runden zu kommen.» Sich damit über längere Zeit über Wasser zu halten, wäre jedoch schwierig. Die Essensbestellungen nahmen ab und für seine Mitarbeiter musste er Kurzarbeit anmelden. Obwohl das Restaurant offiziell geschlossen war, kam Ly Leap Roth fast täglich an seinen Arbeitsplatz. Er musste zwar nicht zwingend präsent sein, doch es gab immer etwas zu tun. «Ich bin kein Mensch, der von einem Tag auf den anderen einfach wochenlang zuhause bleiben kann. Manchmal, wenn es im Restaurant so richtig ruhig war, wandelten wir die Esstische zu Tischtennis-Tischen um», scherzt er.

Noch lange nicht wie vorher

«In der ersten Woche nach dem Lockdown sind im Schnitt erst 30 Prozent seiner Gäste wieder ins Restaurant gekommen. Überraschenderweise vor allem ältere Personen», erzählt Ly Leap Roth. Die hätten Zeit und die Jüngeren seien wohl noch im Homeoffice. Viele entdeckten während des Lockdowns und wegen der Schliessung der Restaurants auch das Kochen zuhause und ziehen das möglicherweise noch etwas weiter. Am meisten Umsatz macht das Restaurant momentan am Abend. Vorher war es jeweils auch zur Mittagszeit gut ausgelastet. 

Ly Leap Roth hofft, dass schnell wieder Normalität einkehrt, doch dies wird wohl noch viel Zeit brauchen. Er vermutet, dass das Coronavirus unser Verhalten verändern und die Situation für die Restaurants umso schwieriger machen wird.

«Der Bund unterstützt uns, so gut er kann»

Ly Leap Roth, Inhaber vom Restaurant Suan Long Uster

Als Gastronom fühlt sich Ly Leap Roth in der Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern jedoch gut aufgehoben. «Der Bund unterstützt uns, so gut er kann und hat schon viel für uns gemacht.» Sorgen machen sich momentan trotzdem alle. Es gebe wohl kein Restaurant, das nach dieser Krise keine Probleme hat, um zu überleben. Die Zukunft sehe unsicher aus, denn der Umsatzeinbruch war enorm. «Wenn wir dieses Jahr überstehen, haben wir gewonnen, doch vor uns liegen noch viele Hürden», so Ly Leap Roth.   

Im Moment hat die Sicherheit der Gäste oberste Priorität für ihn. Er hofft, dass alle seine Kunden ohne Angst zurückkommen können. «In der Schweiz sind wir gut aufgehoben, denn wir müssen strenge Regeln befolgen», sagt er. Respekt vor dem Virus sollten wir alle haben, aber Angst darf in Zukunft auf keinen Fall unser ständiger Begleiter sein. «Restaurantbesuche fühlen sich hoffentlich bald wieder normal an», so Ly Leap Roth. 

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