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Der Seegräbner Marcel Naas hat Anfang April den dritten Band seiner Jugendbuchreihe «MounTeens» veröffentlicht. Seraina Boner

«Ich verspürte eine Schreiblust, die ich nicht gekannt hatte»

Marcel Naas aus Seegräben kennt sich als Dozent bestens mit Texten aus. Seit er als Schriftsteller an seiner Buchreihe «MounTeens» arbeitet, hat sich sein Verhältnis zum Schreiben aber radikal verändert. Im Interview spricht der Familienvater über sein neustes Werk, die Herausforderungen als Autor und politische Kontroversen.

Der Seegräbner Marcel Naas hat Anfang April den dritten Band seiner Jugendbuchreihe «MounTeens» veröffentlicht. Seraina Boner

Veröffentlicht am: 05.05.2020 – 11.00 Uhr

Marcel Naas, Sie haben bis vor Kurzem hauptsächlich wissenschaftliche Texte veröffentlicht. Weshalb schreiben Sie jetzt auch Jugendgeschichten?
Marcel Naas: Ich habe schon immer gerne geschrieben, mit meiner Dissertation konnte ich mein erstes Werk veröffentlichen. Meine Söhne sagten mir zu dieser Zeit jeweils: «Papi, du schreibst nur langweilige Bücher.» Sie hatten ja nicht mal Unrecht. Bücher sind nicht nur da, um Wissen zu vermitteln, sondern auch, um Fantasien auszuleben. Meine Söhne haben damals sehr gerne Detektivgeschichten gelesen, die sich in internationalen Grossstädten abspielen. Deshalb habe ich eines Tages beschlossen, selber ein Jugendbuch über Detektive in der fiktiven Schweizer Bergortschaft «Bad Lärchenberg» zu schreiben.

Sie haben sich damit an ein für Sie komplett neues Genre herangewagt.
Ja, das war für mich ein radikaler Wandel. Ich verspürte plötzlich eine Schreiblust verspürt, die ich bisher in dieser Form nicht gekannt hatte. Ich realisierte, dass Schreiben eben nicht nur mit Arbeit verbunden ist, sondern mit Fantasie und Kreativität. Während des Schreibens des ersten Bandes der «MounTeens» entdeckte ich eine ganz andere Welt, in der alles gedacht und geschrieben werden darf.

Ist Ihnen dieser Wandel leicht gefallen?
Es braucht sehr viel Mut, sich als Autor zu versuchen. «Autor» ist ja kein geschützter Begriff, viele können sich als Autor bezeichnen. Aber sich dann effektiv mit eigenen Büchern auf dem Markt zu profilieren, ist etwas anderes – und auch ein gewisses Risiko, weil die Konkurrenz sehr stark ist. Es hat eine Weile gedauert, bis ich angefangen habe, mich selbst als Autor zu definieren. Für meine Kinder war ich bisher der Papi, der schreibt. Für andere war ich der Pädagoge, der ein lustiges Hobby hat. Mittlerweile sehe ich mich selber als Autor. Das war ein längerer Prozess der Selbstfindung. Die Angst, ein Buch zu veröffentlichen, habe ich nicht mehr, weil sich der erste Band ein paar 1000 Male verkauft hat. Ich kriege auch viel Bestätigung von aussen. Es ehrt mich zum Beispiel sehr, dass ich kürzlich in den «Verein Kinder- und Jugendbuchschaffende Schweiz» aufgenommen wurde.

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