×

Geisterspiele: Claudia Lässer will Emotionen einspielen

In Kooperation mit Tele Top

Geisterspiele: Claudia Lässer will Emotionen einspielen

Im «Lunchtalk» der Zürcher Oberland Medien und Tele Top spricht Claudia Lässer darüber, was der Stillstand in der Sportwelt für ihre Sender bedeutet und wie durch die Corona-Krise die Leidenschaft für ihren ehemaligen Beruf neu entfacht wurde.

Sebastian
Schuler
Dienstag, 05. Mai 2020, 10:00 Uhr In Kooperation mit Tele Top
Lunchtalk

Die Talk-Sendung von Tele Top und den Zürcher Oberland Medien.

Der 8. Juni ist wahrscheinlich bei vielen Schweizer Fussballfans dick im Kalender markiert. Auch Claudia Lässer, TV-Moderatorin und Programmchefin der Fernsehender Teleclub Sport und Teleclub Zoom, hofft, dass an diesem Datum die beiden höchsten Ligen ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen. Damit könne der Gesellschaft ein wenig Normalität zurückgegeben werden, sagt sie.

Auch für Teleclub sei eine Wiederaufnahme des Fussballbetriebs erstrebenswert, da die momentane Lage bereits einschneidende finanzielle Auswirkungen auf den Sender habe. «Wir wären aber zumindest in einer besseren Ausgangslage, wenn im Juni wieder gespielt werden darf», sagt die Fällanderin im Gespräch mit Tele Top Moderator Stefan Nägeli.

Krise als Chance sehen

Lässer wünscht sich, dass die Champions League, wenn auch in einem abgekürzten Modus, ebenfalls zu Ende gespielt werden kann. Dann könnte man den Zuschauern in den Sommermonaten trotzdem noch die volle Packung Fussball liefern. «Natürlich Geisterspiele», fügt Lässer an. Sie ist nicht sehr optimistisch, dass man als Fan in diesem Jahr noch ein Spiel im Stadion miterleben kann. Damit bei allfälligen Geisterspielen trotzdem Emotionen zu den Fans vor den Bildschirmen transportiert werden können, arbeitet ihr Team an einem Soundkonzept inklusive Fangesang und Torjubel. «Es soll nicht künstlich wirken, aber trotzdem das Gefühl eines normalen Fussballspiels vermitteln», sagt Lässer.

Mit der Produktion von neuen Formaten und Anpassungen im Programm habe man versucht, in der Krise auch eine Chance zu sehen. «Wir konnten die Zeit gut für uns nutzen», sagt Lässer. Das Finden von neuen Workflows und Kommunikationswegen sei dennoch eine Herausforderung gewesen. Mit Videokonferenzen könne zwar vieles effizient erledigt werden, das Zwischenmenschliche fehle aber merklich. Dem Team fehle zudem auch der Fussball. «Ein paar Mitarbeiter drehen am Abend noch eine Runde um den Letzigrund, um doch noch ein wenig Fussballluft zu schnuppern», sagt Lässer. Sie selber sei noch nicht soweit, freue sich aber bereits sehr auf Live-Spiele.

Bundesrat entscheidet am 27. Mai

Freude bereitet der früheren Lehrerin momentan auch, dass sie ihre sechsjährige Tochter zuhause unterrichten kann. «Das Schöne bei Kindern ist, dass man unmittelbar ein Feedback hat. Wenn sie ein Lachen im Gesicht haben und sich freuen, weiss ich, dass ich es gut mache», sagt sie. Doch die 43-Jährige hat auch gemerkt, dass Homeschooling und parallel dazu zu arbeiten, schlecht vereinbar ist und eine grosse Belastung darstellt. Sie glaubt deshalb, dass für viele Eltern und Familien die Wiedereröffnung der Schule am 11. Mai eine grosse Entlastung bedeutet. Noch etwas sehnlicher als dem 11. Mai fiebert Lässer aber dem 27. Mai entgegen. Dann entscheidet der Bundesrat, ob der Ball im Schweizer Fussball diese Saison tatsächlich nochmals rollt.