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Ehemaliger UBS-Verwaltungsratspräsident

Marcel Ospel nach schwerer Krankheit verstorben

Der frühere UBS-Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel ist tot. Der ehemalige Topbanker verstarb im Alter von 70 Jahren.

Redaktion
Züriost
Sonntag, 26. April 2020, 20:53 Uhr Ehemaliger UBS-Verwaltungsratspräsident
Marcel Ospel war der erste Konzernchef der UBS. (Foto: Keystone)

Der Basler Ex-Banker starb in der Nacht auf Sonntag im Alter von 70 Jahren an Krebs, wie sein Freund Hanspeter «Minu» Hammel der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Der Basler Marcel Ospel war einer der Architekten der Fusion von Bankverein und Bankgesellschaft zur Grossbank UBS. Ospel war der erste Konzernchef der UBS und ab 2001 deren Verwaltungsratspräsident.

Ospel wuchs in Kleinbasel auf und machte eine kaufmännische Lehre sowie die Höhere Wirtschafts- und Verwaltungsschule (HWV) in Basel. Mit 27 begann er seine Laufbahn beim damaligen Schweizerischen Bankverein, dem er bis zur Fusion nur während drei Jahren nicht treu blieb – zwischen 1984 und 1987 arbeitete er bei der Investmentbank Merrill Lynch.

Im Herbst 2001, Ospel war wenige Monate zuvor zum Verwaltungsratspräsidenten der UBS gewählt worden, geriet der Bankmanager nach dem Grounding der Swissair ins Kreuzfeuer der Kritik. Bis zum Zusammenbruch der US-Immobilienmärkte galt Ospels Leistungsausweis allerdings als tadellos – die UBS wurde als umsichtig geführte, grundsolide Bank gesehen.

Rücktritt erfolgte nach Milliarden-Verlusten

Nach der Finanzkrise 2008 änderte sich die Lage: Ospel wurde unter anderem von der Eidgenössischen Bankenkommission für die Milliardenverluste der UBS auf dem US-Markt verantwortlich gemacht. Nach einem erneuten massiven Abschreiber von 19 Milliarden Franken am 1. April 2008, verzichtete Ospel vor der UBS-GV auf die Kandidatur für eine Wiederwahl.

Ospel war seit 2006 in dritter Ehe mit der 25 Jahre jüngeren Zürcher Unternehmerin Adriana Bodmer verheiratet. 2009 wurde er Vater von Zwillingen. Der Basler hat aus erster und zweiter Ehe je zwei weitere Kinder. Er war ein umtriebiger Fasnächtler und gern gesehener Gast bei Anlässen wie dem Zürcher Opernball oder dem Sechseläuten.

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