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«Der Dank kommt irgendwann zurück»

Pfäffikerin über Freiwilliges Engagement

«Der Dank kommt irgendwann zurück»

Weder an ihre freiwilligen Tätigkeiten beim Veloclub und beim Mittagstisch noch an ihren Pflegeberuf hegt Therese Frei Erwartungen. Für die Pfäffikerin zählt, mit Herzblut dabei zu sein.

Tanja
Frei
Montag, 30. März 2020, 07:00 Uhr Pfäffikerin über Freiwilliges Engagement
Therese Frei (links) mit Kollegin Andrea Tedaldi während eines freiwilligen Einsatzes des Veloclubs.
PD
Benevol Zürioberland

Mit der Fachstelle Benevol Zürioberland verfügt die Region über ein Zentrum für die Förderung von freiwilligem Engagement. Züriost ist offizieller Medienpartner.

«Uns wurde das Helfen durch die Eltern vorgelebt», erklärt Therese Frei ihre Motivation für ihr freiwilliges Engagement. Soweit sie sich erinnern kann, halfen ihre Eltern in der Nachbarschaft und in der Familie, wo immer es nötig war. Weder sie noch ihre Geschwister stellen sich während eines Einsatzes die Frage, was für sie dabei rausspringen wird. «Man muss nicht immer etwas davon haben», findet Frei. Der Dank komme irgendwann zurück, und das habe sie stets weiter gebracht. Auch in ihrem Teilzeit-Pflegeberuf bei der Spitex Turbenthal handle sie oft selbstlos.

Ausgleich zum Alltag

Neben ihrer Arbeit in der Pflege engagiert sich Therese Frei seit über 15 Jahren für den Veloclub Hittnau und bietet seit zehn Jahren monatlich den Mittagstisch in Hermatswil an. Das freiwillige Engagement ist für die 64-Jährige ein Ausgleich zum Alltag. Zum Veloclub kam sie durch ihre Kinder. Die trainierten dort von klein auf und nahmen an den Rennen teil. So begann sie bei den Anlässen freiwillig mit anzupacken. «Wir sind eine coole Truppe, und das macht Freude», so Frei.

Jungen fehlt die Zeit

Über 180 Mitglieder zählt der Veloclub Hittnau. An den zwei jährlichen Events, dem Bike-Rennen im Juni und dem internationalen Radquer im November, sind jeweils 40 Freiwillige für zwei bis drei Tage im Einsatz. Frei hebt hervor, dass von freiwilligen Helfern an solchen Anlässen Spontanität gefragt sei. Schliesslich kann es häufig zu kleinen Planänderungen kommen.

benevol-jobs.ch – wollen Sie sich engagieren?

Wie Therese Frei engagieren sich zahlreiche Menschen abseits des Rampenlichts das ganze Jahr über in Vereinen und Organisationen, deren Angebote unser Leben erleichtern und bereichern. Auf benevol-jobs.ch finden sich Einsatzmöglichkeiten für Freiwillige.

Generell erlebt Frei die Zahl der Freiwilligen in Vereinen abnehmend. Vereinzelt seien Junge dabei, doch ihnen fehle oftmals schlichtweg die Zeit. «Sie haben so viele andere Möglichkeiten, als gratis Hilfe zu leisten.» Vor einigen Jahren engagierten sich die Menschen noch häufiger als heute. «Bei einer freiwilligen Tätigkeit muss man mit Herzblut dabei sein.»

Kundenstamm aufgebaut

Am Mittagstisch in Hermatswil kocht Frei gemeinsam mit einer Freundin für die Dorfbewohnerinnen und -bewohner sowie für Auswärtige. «Unterdessen haben wir einen kleinen Kundenstamm, mit dem wir monatlich rechnen dürfen», sagt Frei. Wer einmal verhindert sei, melde sich ab. Das Essensgeld von je zehn Franken gehe in die Kasse, und wenn mal etwas mehr reinkommt, spende sie es. Aufgrund der aktuellen Situation mit dem Coronavirus wurde der Mittagstisch für die nächsten zwei bis drei Monate eingestellt. Danach wird sich Frei aber wieder mit demselben Elan für ihre Herzensangelegenheit einsetzen.