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Kommt der «stärkste Sturm seit Jahren»?

Erneut wird's ruppig

Kommt der «stärkste Sturm seit Jahren»?

Vor einer Woche wütete «Petra» in der Region. Am Montag folgt Orkantief «Sabine». Dieses hat einen Sturm im Gepäck, der am Montag über die Region fegen wird.

Manuel
Reimann
Sonntag, 09. Februar 2020, 15:07 Uhr Erneut wird's ruppig
Der Kern des Orkantiefs namens «Sabine» liegt zwischen Norddeutschland und Dänemark. (Foto: Keystone)

Heute Sonntag konnten Frühlingsgefühle aufkommen: Sonne, blauer Himmel und milde Temperaturen. Allerdings zeigt ein Blick auf die Wetterkarten, dass das Hochdruckgebiet bereits weit weg ist, stattdessen macht sich ein riesiges Tiefdruckgebiet breit.

Der Kern dieses Orkantiefs namens «Sabine» liegt zwischen Norddeutschland und Dänemark. Allerdings steuert es den Jetstream, das Westwindband in grosser Höhe, direkt Richtung Mitteleuropa. Und da das Druckgefälle zwischen dem Tief und Südeuropa sehr stark ist, wird dieses Westwindband nun noch zusätzlich angetrieben.

Brenzlige Wetterlage

In diesen Jetstream integriert sind kleine, aber giftige Randtiefs, sogenannte Schnellläufer. Vom Jetstream werden diese regelrecht Richtung Mitteleuropa geschleudert, und da sich diese Randtiefs selber im Gegenuhrzeigersinn drehen, entsteht eine gewisse Eigendynamik.

Das macht diese Wetterlage brenzlig. Nicht ohne Grund haben deshalb verschiedene Wetterdienste Unwetterwarnungen herausgegeben. In Deutschland schreiben gewisse Medien prompt vom stärksten Sturm seit Jahren, der bevorstehe.

Bundesliga-Spiel abgesagt

In unserem nördlichen Nachbarland machen sich die Behörden auf einiges gefasst. So wurde das Fussball-Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Köln vorsichtshalber abgesagt, das heute Nachmittag hätte stattfinden sollen. Ferner empfiehlt die Deutsche Bahn, in gewissen Regionen des Landes auf Bahnfahrten vorerst zu verzichten und Schulen bleiben am Montag geschlossen.

Nun stellt sich die Frage, ob der Sturm auch in der Schweiz und in der Region vergleichbar stark ausfallen wird.

Dass der Wind in der Region nun im Laufe des Abends zunehmen wird, lässt sich mit recht grosser Wahrscheinlichkeit sagen. Die Frage ist, wie heftig die Windböen wirklich ausfallen.

Die in Sachen Unwetterwarnung sehr erfahrene Berner Meteorologin Fabienne Muriset schreibt in ihrem Wetterblog auf www.meteoradar.ch, dass dies trotz der seit dem Sturm Lothar im Jahr 1999 stark verbesserten Wettermodelle immer noch schwierig einzuschätzen sei: Zwar könne man 24 Stunden vor dem Eintreffen eines Schnellläufers das Potenzial grob abschätzen, nicht aber die punktgenauen Böenspitzen. «Das liegt einerseits daran, dass diese kleinen Randtiefs in den Modellen mal gar nicht, mal als relativ harmlose Welle, mal als eigenständiges Tief gerechnet werden.»

Heftiger als «Petra»?

Am stärksten soll der Sturm am Montagmorgen sein. In den Bergen dürfte es dann heftig zur Sache gehen. Im Flachland hingegen glaubt Muriset, dass die Spitzenböen unter jenen vom vergangenen Dienstag liegen werden.

Dies, weil sie einen moderaten Kaltfrontdurchgang erwartet und die Höhenkaltluft zu diesem Zeitpunkt noch weit weg sein wird. Sollte jedoch am Montagnachmittag die Höhenkaltluft den Nordosten der Schweiz streifen – sicher ist das indessen noch nicht – und damit die Labilität für Einzelne Gewitter ausreichen, dann könnten Böen von 120 km/h nicht völlig ausgeschlossen werden.

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