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Carmen Walker Späh spricht über Wirtschaft, Fortschritt und ihre Frisur

Prominenter Gast im Egger Hirschensaal

Carmen Walker Späh spricht über Wirtschaft, Fortschritt und ihre Frisur

Am Egger Neujahrsapéro war erstmals Regierungsratspräsidentin Carmen Walker Späh zu Gast. In ihrer Rede bezog sie sich hauptsächlich auf kantonale Wirtschafts- und Verkehrsthemen. Aber auch über ihre Frisur machte sie Witze.

Tina
Schöni
Sonntag, 12. Januar 2020, 19:45 Uhr Prominenter Gast im Egger Hirschensaal

Sie ist der Ehrengast an diesem Sonntag. Und dementsprechend stolz ist man bei der FDP Egg über ihren Besuch am Neujahrsapéro im Hirschensaal. Mit schmeichelhaften Worten und einer Prise Humor begrüsst Stefan Schmid, Präsident der FDP Egg, vor Publikum die Regierungsratspräsidentin, Juristin und Parteikollegin Carmen Walker Späh.

Schmid bezeichnet die Volkswirtschaftsdirektorin als «stille Schafferin» und Politikerin, die sich mit Verkehrsfragen auf Schiene und Strasse, in der Luft und auf dem Wasser auseinandersetze. Sie trete in der Öffentlichkeit zwar wenig prominent auf, habe aber aufgrund ihrer «speziellen Frisur» trotzdem einen grossen Wiedererkennungswert.

Die Egger schmunzeln, Walker Späh betritt die Bühne, greift erst das Mikrofon und dann das Thema noch mal auf. «Das mit meiner Frisur ist mir natürlich bekannt. Aber wissen sie auch, weshalb ich diese Frisur habe?», fragt sie amüsiert in die Runde. «Als ich damals der FDP beitrat, ging es der Partei gar nicht gut. Und da war mir klar, mit der FDP muss es eben wieder aufwärts gehen.» Sie deutet mit ihrem Finger auf ihre kurzen, aufgestellten, grau melierten Haare – das Publikum lacht erneut und das Eis ist gebrochen.

«Auch der Kanton Zürich soll 365 Tage im Jahr lebenswert sein.»

Fortschrittlich dank Vorfahren

Dann kommt die langjährige Kantons- und Regierungsrätin auf das eigentliche Thema ihrer Rede zu sprechen. Es geht um Neujahrsvorsätze, den Wunsch nach guten kantonalen Abstimmungsresultaten im Februar und Themen, die im letzten Jahr weltweit bewegten. «Es war von Klimaerwärmung, Brexit oder Waldbränden in Australien die Rede. Und wenn man all diese negativen Meldungen hört, ist man schnell dazu geneigt, zu sagen, dass früher alles besser war. Ich wage das zu bezweifeln», sagt Walker Späh.

Carmen Walker Späh war erstmals Ehrengast am Neujahrsapéro im Hirschensaal in Egg. (Foto: Christian Merz)

So sei das Leben in der Schweiz, im Kanton und auch in Gemeinden wie Egg heutzutage so gut wie noch nie. Dies begründet die Gastrednerin mit mehr Chancengleichheit, besserer Gesundheitsversorgung und generell mit technischen, medizinischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Als Volkswirtschaftsdirektorin setze sie sich für Fortschritte ein. Und lobenswert sei etwa der Wirtschaftsstandort Zürich. «Letztes Jahr ist er zum Europameister im Bereich Innovation gekürt worden. Darauf können wir  alle stolz sein.»

Diese und andere Errungenschaften seien mitunter unseren Vorfahren zu verdanken. «Alfred Escher, Gottfried Keller und Huldrych Zwingli haben die Schweiz nachhaltig verändert und das Heute mitgeprägt.» Der Bau des Gotthardtunnels sei ein Beispiel dafür. «Es braucht deshalb weiterhin mutige und visionäre Politik. Genau wie unsere Ahnen, müssen wir heute daran arbeiten, um die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Neues Motto der Gemeinde

Nach einem kurzen Unterbruch stellt sich auch noch Gemeindepräsident Tobias Bolliger (FDP) ans Rednerpult. Er ist langjähriger Gemeinderat und hat seit eineinhalb Jahren sein jetziges Amt als Präsident inne. «2019 haben uns in Egg zwei grosse Projekte beschäftigt. Zum einen war das die Schulraumentwicklung, zum anderen die Festigung und Entwicklung unserer Einheitsgemeinde», sagt er. Beide Themen stünden auch im aktuellen Jahr noch auf dem Trapez.

«Im August 2020 wird das Schulraumprovisorium Bützi abgeschlossen», so Bolliger. Der Bau sei einfach und zweckmässig, verfüge über sieben Schulräume und mehrere Gruppenräume.  Erfreut sei der Gemeinderat über die neue Bibliothek, die seit letztem Herbst offen steht. Auch die Sportgala mit Preisverleihung, die Wiedereröffnung des «Hirschen» und der neue Chilbiplatz gehören laut dem Gemeindepräsidenten zu den letztjährigen Höhepunkten.

2020 will sich der Gemeinderat vermehrt mit dem Thema Alter, dem Thema Begegnungen und der Verbesserung und Vereinfachung von internen Prozessen auseinandersetzen. Man wolle mehr Angebote für Jung und Alt kreieren und öffentliche Plätze schaffen, die als Treffpunkte dienen. Das Ganze stehe unter dem neuen Motto: «Egg 365 Tage lebenswert». Das sei die Gemeinde bisher gewesen und soll sie auch in Zukunft bleiben.  

Verleihung des zwölften «Egger Händedrucks»

Zum 12. Mal ist der «Egger Händedruck» im Hirschensaal am Neujahrsapéro der FDP Egg verliehen worden. Der Preis ehrt jene Menschen, die sich über lange Zeit und mit besonderem Elan für die Gemeinde engagieren. Dieses Jahr konnten Heini und Marianne Gubler die Auszeichnung entgegennehmen.

Das Ehepaar hat 1967 in Egg geheiratet und lebt seither in der Gemeinde. Seit Jahren engagieren sich der gelernte Hochbauzeichner und Psychologe und die ehemalige Krankenschwester im kulturellen und sozialen Bereich. So helfen die beiden seit Jahren bei den Gottesdiensten mit, organisieren Männertreffs und Mittagstischangebote, sorgen sich um Alleinstehende an Weihnachten und leiten die Besuchsdienste von älteren Menschen in Wohn- und Altersheimen.

Dass sie mit dem «Egger Händedruck» ausgezeichnet werden, hätten sie beide nicht erwartet. «Wir sind vollkommen überrascht und freuen uns sehr», so Marianne Gubler. Erst mit dieser Ehrung sei ihnen überhaupt bewusst geworden, in wie vielen Bereichen sie eigentlich tätig seien. «Wir wünschen uns, dass sich noch mehr Menschen in der Freiwilligenarbeit engagieren», sagt Heini Gubler. Der Abdruck der Hände des für vielfältige Freiwilligenarbeit geehrten Ehepaars Gubler wird künftig am Handdruck-Denkmal im Eingangsbereich des Gemeindehauses prangen. (tis)

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