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Grossaufgebot wegen umgekipptem Putzmittel

Missgeschick in Rütner Keller

Grossaufgebot wegen umgekipptem Putzmittel

Feuerwehr, Kantonspolizei und Rettungssanität rückten vergangene Woche ins Zentrum von Rüti aus. Bauarbeiter einer Abbruchfirma beklagten sich über Atembeschwerden und gereizte Augen. Nun ist klar warum.

Rico
Steinemann
Donnerstag, 12. Dezember 2019, 10:08 Uhr Missgeschick in Rütner Keller

Eine Abbruchliegenschaft, ein unbekannter, beissender Geruch und vier Personen, die wegen Augenreizungen und Atembeschwerden vom Rettungsdienst betreut wurden. Im Einsatz stehen die Feuerwehr Rüti, die Kantonspolizei, die Berufsfeuerwehr Winterthur und zwei Chemiefachberater (wir berichteten).

Betroffene Stelle abgesperrt

Das Gebiet rund um die betroffene Stelle wird komplett gesperrt, Spezialkräfte der ABC-Wehr untersuchen den Einsatzort. Hört sich an wie der Anfang eines Krimis, ist aber weit weniger dramatisch. Das Grossaufgebot, das sich vergangene Woche an der Neugutstrasse 5 in Rüti einfand, konnte bald Entwarnung geben.

«Das Aufgebot war gross, der Einsatz an und für sich war es nicht», relativiert der Rütner Feuerwehrkommandant Markus Bisig. Eine Abbruchfirma arbeitet derzeit an besagter Adresse, wo ein Missgeschick der Bauarbeiter den Einsatz auslöste. «Im Keller ist aus Versehen eine Putzmittelflasche runtergefallen und umgekippt.»

«In einem geschlossenen Raum kann sich die Wirkung verstärken.»

Markus Bisig, Feuerwehrkommandant Rüti

Die vier Arbeiter sind den Dämpfen ausgesetzt, Atembeschwerden und Augenreizungen treten auf. Sie rufen den Rettungsdienst. «In einem geschlossenen Raum kann sich die Wirkung verstärken. Sobald verletzte Personen im Spiel sind, werden auch die Kapo und das Regio144 aufgeboten.» Die vier Männer seien vor Ort untersucht worden, mitgenommen habe man aber keinen. «Die Symptome haben sich wieder verflüchtigt.»

Messbus aus Winterthur

Ebenfalls aufgeboten wurde ein Messbus aus Winterthur, der automatisch zum Einsatz kommt, wenn Chemie im Spiel ist. «Weil der Boden verunreinigt war, war es für sie schwierig festzustellen, um was für eine Flüssigkeit es sich handelt», sagt Bisig.

Es sei ein Reinigungsmittel gewesen, welches genau wisse er aber nicht. Vorsorglich habe man alles rund ums Haus abgesperrt, bis die Kollegen aus Winterthur eintrafen.

«Wir haben den Bescheid abgewartet und konnten das Gebiet dann wieder freigeben.» Bei der Medienstelle der Kapo spricht man von «ungefährlichen Putzmittelemissionen». Der Eigentümer des Hauses hat erst von dieser Zeitung von dem Vorfall erfahren. «Wir lassen das Haus von einer Abbruchfirma abreissen, ich habe gar nichts von dem Fall gehört», sagt er. Geplant sind an der Stelle zwei Mehrfamilienhäuser.

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