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Wetziker Gaspreise im Sturzflug

«Grüner und billiger»

Wetziker Gaspreise im Sturzflug

Fast 100 Franken pro Jahr soll eine Wetziker Familie mit einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit Gasanschluss weniger bezahlen. Und das ist nicht alles, wie die Stadtwerke ankündigen.

David
Kilchör
Dienstag, 03. Dezember 2019, 10:24 Uhr «Grüner und billiger»
Wetziker Klärschlamm wird zu Biogas, das nun zu 30 Prozent im Standardmix landet.
Archivfoto: Silvano Pedrett

Erdgas ist im Grosshandel günstiger geworden. Und die Geldreserven der städtischen Gasversorgung sind fast schon unanständig gross. Davon profitieren jetzt die Kunden, wie die Stadtwerke mitteilen.

Die Preisreduktion betrage ab nächstem Jahr durchschnittlich 8 Prozent, heisst es in der Mitteilung. Und die Werke rechnen vor: Ein Einfamilienhaus mit einem jährlichen Energieverbrauch von 20‘000 Kilowattstunden generiert künftig eine um 95 Franken günstigere Jahresrechnung.

Preisniveau soll stabil bleiben

Zur Plünderung der Geldreserven schreiben die Stadtwerke, diese würden für die Abfederung von Preisschwankungen in bisheriger Höhe schlicht nicht mehr gebraucht. Die Energiekommission wolle aber auch in Zukunft «mit Weitsicht planen», um das Preisniveau stabil zu halten.

Doch nicht nur die Kunden sollen von den Umständen profitieren, sondern auch die Umwelt. Die Stadtwerke sprechen gar von einem «Quantensprung» in Bezug auf den Klimaschutz. Denn sie wollen den Anteil von umweltfreundlichem Biogas im Standardmix auf 30 Prozent erhöhen. Mit dieser Steigerung komme der Stadt eine Vorreiterrolle zu.

2000 Wetziker nach Australien und zurück

Denn der Verband der Schweizerischen Gasindustrie hat vor, den Anteil an erneuerbarem Gas in den Standardprodukten erst bis 2030 auf 30 Prozent zu steigern. Heute liegt der Anteil etwa bei 5 bis 20 Prozent. «Das langfristige Branchenziel wird in Wetzikon also schon früher realisiert», so die Werke.

Und wieder rechnen sie vor: Die Erhöhung hat einen reduzierten CO2-Ausstoss von Wetziker Gasverbrauchern in Höhe von gut 7000 Tonnen pro Jahr zur Folge. «Für diese Menge CO2 liessen sich 2000 Wetzikerinnen und Wetziker in vier voll besetzten Airbus A380 von Zürich nach Sydney und zurück fliegen.»

Nur Wetziker Biogas möglich

Allerdings hat diese Steigerung auch damit zu tun, dass die Stadtwerke eine eigene Biogasanlage betreiben. Jenes Gas entsteht ausschliesslich durch die Vergärung von Abfall- und Reststoffen wie Grüngut oder Klärschlamm.

Die Wetziker Kundschaft kann sich ihren Gasmix übrigens selber zusammenstellen und nach Wunsch auch ausschliesslich Wetizker Biogas beziehen.

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