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Fehraltorfer müssen künftig mit Steuererhöhung rechnen

Trotz gesundem Finanzhaushalt

Fehraltorfer müssen künftig mit Steuererhöhung rechnen

Fehraltorfs Gemeindepräsident und Finanzvorstand Anton Muff (DGF) informierte an der Gemeindeversammlung vom Montagabend über anstehende Investitionen und die finanzielle Situation der Gemeinde. Trotz einem Defizit von rund einer Million Franken stimmten die Fehraltorfer dem Budget zu.

Talina
Steinmetz
Dienstag, 03. Dezember 2019, 14:18 Uhr Trotz gesundem Finanzhaushalt
Gemeindepräsident und Finanzvorstand Anton Muff (DGF) zeigte am Montagabend das Budget 2020 auf.
Archivfoto: Seraina Boner

Gut gelaunt begrüsste Gemeindepräsident und Finanzvorstand Anton Muff (DGF) die 76 anwesenden Stimmberechtigten am Montagabend in der Mehrzweckhalle in Fehraltorf. Es hatte sich abgezeichnet, dass die Gemeindeversammlung nicht allzu lange dauern würde: Das Budget 2020 stand als einziges Traktandum auf der Liste.

Das Budget 2020 der Gemeinde Fehraltorf verzeichnet bei einem Aufwand von 47,3 Millionen Franken und einem Ertrag von 46,3 ein Defizit von rund einer Million Franken. Wirft man einen Blick auf die Erfolgsrechnung, fällt auf, dass Fehraltorf für das kommende Jahr keinen Ressourcenzuschuss budgetiert hat. Im Budget 2019 wurde dieser noch knapp mit 3.6 Millionen Franke beziffert. 

«Wir gehen davon aus, dass das ein einmaliger Effekt ist.»

Anton Muff (DGF), Gemeindepräsident und Finanzvorstand Fehraltorf

Wie Anton Muff erklärt, fällt der Ressourcenzuschuss 2020 weg, weil die Gemeinde Fehraltorf im Steuerjahr 2018 die dafür massgebliche Grenze von 95 Prozent der Steuerkraft pro Einwohner des Kantonsmittels pro Einwohner überschritten hat. In Zahlen ausgedrückt: Der Steuerertrag pro Einwohner im Jahr 2018 beträgt 3671 Franken. Dieser Betrag liegt zwar unter dem kantonalen Schnitt von 3721 Franken, ist aber mehr als 95 Prozent davon.

«Wir gehen aber davon aus, dass das ein einmaliger Effekt ist», so Muff. Die Steuerkraft würde sich wieder vom Durchschnitt des Kantons entfernen.  

Investitionsvolumen von 35,9 Millionen Franken 

«Der Fehraltorfer Finanzhaushalt ist gesund», betonte Muff. Aufgrund der demografischen Entwicklung sei aber von weiter steigenden Ausgaben bei den Gesundheitskosten und im Sozialbereich, insbesondere bei den Zusatzleistungen, auszugehen.

In der Finanzplanung bis zum Jahr 2023 geht die Gemeinde zudem von Investitionen in der Höhe von rund 35,9 Millionen Franken aus. Hauptprojekt ist der Neubau der Mehrzweck-Doppelturnhalle Heiget mit Lehrschwimmbecken. Dessen Kosten belaufen sich auf knapp 20 Millionen Franken. Ebenfalls kostspielig sind die neue Asylunterkunft und diverse Sanierungen von Gemeindestrassen - darunter die Kempttalstrasse, die Fehraltorfs Hauptverkehrsachse darstellt.

Auch rechnet die Schule Fehraltorf mit einer zusätzlichen Schulklasse pro Jahr. «Das ist einerseits erfreulich für die Gemeinde, auf der anderen Seite führt das zu höheren Investitionen in die Bildung», so Anton Muff.

Die Schule Fehraltorf rechnet mit einer Schulklasse mehr pro Jahr. Das schlägt sich in den Bildungskosten nieder.

Was den Steuerfuss betrifft, hat sich der Gemeinderat entschieden, diesen im nächsten Jahr unverändert bei 107 Prozent zu belassen. Fehraltorf habe keine Schulden. Trotzdem würde sich eine Steuererhöhung immer klarer abzeichnen, so Muff. Es wäre die erste Anpassung seit 2011. Die letzten acht Jahre Gemeinde rechnete die Gemeinde mit dem aktuellen Steuerfuss. 

Mit den Worten «So, kommen wir nun zur Abstimmung», schloss Anton Muff seine Ausführungen. Die Fehraltorfer schien er überzeugt zu haben: Mit überwiegender Mehrheit nahmen sie das Budget 2020 sowie den Steuerfuss an. Diskussionen oder Fragen gab es keine. Und so schritten die Anwesenden nach 40 Minuten zum «Chlaus-Apéro», den die Lernenden der Gemeinde organisiert hatten. 

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