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Gemeinden stopfen lieber Finanzlöcher als kreativ zu sein

ZKB-Dividende

Gemeinden stopfen lieber Finanzlöcher als kreativ zu sein

Die ZKB will, dass Gemeinden mit der ausgeschütteten Dividende besondere Projekte realisieren. Auf dem Land interessiert dies doch kaum.

Redaktion
Züriost
Dienstag, 08. Oktober 2019, 20:16 Uhr ZKB-Dividende
Nicht alle Gemeinden setzen die ZKB-Dividende so ein, wie es sich die Bank eigentlich wünscht.
Foto: PD

Eigen und nicht alltäglich: So sollten die Ideen sein, welche die Zürcher Gemeinden und der Kanton mit den Dividenden zum 150-Jahr-Jubiläum der ZKB realisieren – 50 Millionen gehen an die Kommunen, 100 Millionen bekommt der Kanton.

Bankratspräsident Jörg Müller-Ganz legte Anfang Jahr dar, was er unter «besonderen Projekten» versteht. Er sprach «von Vorhaben, die im ordentlichen Budget keinen Nutzen finden und Zürcherinnen und Zürchern einen aussergewöhnlichen Nutzen stiften».

Wetzikon ist «dankbar»

Doch wie der «Tagesanzeiger» berichtet, halten sich viele Gemeinden keineswegs an die Vorgaben, die sich die ZKB für ihre monetären Geschenke gewünscht hat. Sie stopfen mit der Jubiläumsdividende Löcher, die es ohnehin zu stopfen gilt.

Darunter fällt auch Wetzikon. Die Stadt im Oberland kann mit rund 750'000 Franken rechnen, wofür sie «dankbar» ist, wie Stadtschreiber Martin Bunjes sagt. Der Betrag dient «der Entlastung des gesamten Haushalts», weil die Stadt derzeit ohnehin einen «hohen Investitionsbedarf» hat.

Zürich will junge Menschen unterstützen

Tatsächlich für einen besonderen Zweck einsetzen will das Geld die Stadt Zürich. Mit rund 11 Millionen kommt ihr als grösste Gemeinde der Löwenanteil zu.

Mit dem Geld sollen junge Menschen finanziell unterstützt werden, die kreative Kleinprojekte verwirklichen wollen, wie Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) bereits Mitte März kommuniziert hat. Konkretere Ideen gibt es derzeit nicht. Das Geschäft wird demnächst im Stadtrat und danach im Gemeinderat beraten werden.

Verwendungszweck in Dübendorf noch nicht bestimmt

Der Regierungsrat hat noch nicht entschieden, wie er die 100 Millionen Franken des Kantons einsetzen wird. Er wird sich aber zu einem späteren Zeitpunkt äussern, wie Roger Keller, Medienbeauftragter der Finanzdirektion, auf Anfrage des «Tagesanzeiger» sagt.

Dübendorf hat den Verwendungszweck des Geschenkes ebenfalls noch nicht bestimmt, wie Finanzvorsteher Martin Bäumle (GLP) sagt. Ins Budget fürs neue Jahr ist der Betrag jedoch nicht eingeflossen.

ZKB bleibt gelassen

Bei der Zürcher Kantonalbank gibt diese Entwicklung derweil wenig Anlass zur Sorge. Sprecher Yannik Primus sagt: «Wir haben unsere Wunschvorstellung kommuniziert. Aber natürlich können und wollen wir keine Vorgaben machen, wie die Gemeinden und der Kanton das Geld tatsächlich verwenden.» Ob die Bank am Jubiläumsanlass Mitte Februar einige Verwendungen im Detail vorstellen wird, ist noch offen.

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