×

Fischenthal sucht dringend Rotkreuz-Fahrer

Geschätzter Fahrdienst

Fischenthal sucht dringend Rotkreuz-Fahrer

Der Fahrdienst des Roten Kreuzes ist auf freiwillige Fahrer angewiesen. In Fischenthal zeichnet sich ein Engpass ab.

Rico
Steinemann
Mittwoch, 28. August 2019, 10:39 Uhr Geschätzter Fahrdienst
Der Fahrdienst des Roten Kreuzes stösst auf grosse Resonanz. 2018 begleiteten die Fahrer im Kanton Zürich 10'000 Fahrgäste.
Ruben Ung

«Hilfe in allen Lebenslagen» verspricht die kantonale Webseite des Schweizerischen Roten Kreuzes. Zu dieser Hilfe gehört auch der Rotkreuz-Fahrdienst, der für alle gedacht ist, die nicht mehr mobil sind. Weil sie sich wegen fortgeschrittenen Alters, eines Unfalls oder einer Behinderung nicht gut fortbewegen können oder schlicht über keinen Fahrausweis verfügen und die Reise per ÖV zu beschwerlich ist. Hier springen die Fahrerinnen des Rotkreuz-Fahrdienstes ein, der allerdings nur funktioniert, wenn sich genügend Freiwillige finden lassen. In Fischenthal fehlen sie derzeit. Man ist dringend auf der Suche nach freiwilligen Fahrern.

«Um unseren Bestand aufrechtzuhalten, sind wir kontinuierlich daran, neue Fahrer für den Rotkreuz-Fahrdienst zu motivieren.»

Manuela Looser, Projektverantwortliche Fahrdienst SRK Kanton Zürich

Seit über 60 Jahren gibt es den Rotkreuz-Fahrdienst. «Um unseren Bestand aufrechtzuhalten, sind wir kontinuierlich daran, neue Fahrer zu motivieren», sagt Manuela Looser, Projektverantwortliche Fahrdienst beim SRK Kanton Zürich. Dass es Engpässe wie nun in Fischenthal gebe, komme hin und wieder vor.

Es sei aber schwierig, pauschal eine Aussage zu machen. «In kleineren Fahrdienst-Gemeinden, wo auch die Fahrer-Teams kleiner sind, kommt es zu einem akuten Mangel, wenn nur schon einer oder zwei unerwartet ausfallen», so Looser.

Genau dies ist in Fischenthal geschehen, wie der dortige freiwillige Einsatzleiter Konrad Stäheli sagt. «Wir sind momentan zu fünft, aber eine Fahrerin fällt derzeit aus, weil sie krank ist. Eine andere hat eine Augenoperation vor sich. Zu fünft sollten wir aber schon sein, um alle Anfragen abdecken zu können», so Stäheli.

Er selber sei seit 13 Jahren mit dabei. «Man hat mich angefragt, ob ich im Winter auf die Strahlegg fahren könne. Der Weg dahin ist steil und eng und besonders im Winter nicht ohne. Als Pöstler hatte ich aber Erfahrung damit», sagt der 73-Jährige.

Zusage nach Zögern

Er habe auch darum zugesagt, weil er dachte, dass er eines Tages vielleicht selber froh um den Dienst sei. «Anfangs sollte es nur winters sein, aber ich wusste genau, wie das dann rauskommt», sagt Stäheli und lacht. Als der Einsatzleiter eines Tages ausfiel, habe er sich erst noch gewehrt, den Posten dann aber übernommen. Stäheli kennt viele seiner Gäste, die meisten davon aus dem Altersheim Geeren, persönlich. «Man ist per du», sagt er.

Als neue Fahrer wünscht er sich Menschen, die bereits pensioniert sind. «Das ist aus dem einfachen Grund am besten, weil man viel weniger Zeit hat, wenn man arbeitet.» Das bestätigt auch Looser, die den typischen Rotkreuz-Fahrer als «pensionierten Mann» beschreibt – auch wenn fast 50 Prozent der Freiwilligen Frauen sind.  Die Bandbreite sei gross, vom Professor bis zur Hausfrau sei die ganze Gesellschaft vertreten.

1700 Freiwillige, 10'000 Fahrgäste

Rund 1700 Freiwillige verteilen sich im gesamten Kanton Zürich auf knapp 90 Fahrdienste. 2018 absolvierten diese rund 165‘000 Fahrten, begleiteten 10‘000 Fahrgäste und spulten beeindruckende 2,075 Millionen Kilometer im Dienst des SRK Kanton Zürich ab. Die Fahrspesen werden vom Fahrgast direkt vergütet, die Kosten liegen bei 70 Rappen pro Kilometer. Innerhalb von Ortschaften seien oft Pauschalen definiert, heisst es auf der Website des Zürcher Roten Kreuzes.

Um als Fahrerin in Frage zu kommen, braucht man logischerweise ein Auto und einen Fahrausweis. In einem persönlichen Gespräch mit den lokalen Einsatzleiterinnen werden potenzielle Interessenten informiert, was sie zu erwarten haben. «Sie werden in einem eintägigen Einführungskurs beim Roten Kreuz des Kantons Zürichs geschult.

«Dieser beinhaltet Themen wie die Tipps und Tricks zur Unterstützung der Fahrgäste beim Ein- und Aussteigen oder wie man mit schwierigen Situationen umgehen muss», sagt Looser. Der Rotkreuz-Fahrdienst werde von den Fahrgästen sehr geschätzt, betont sie. «Die Fahrerinnen und Fahrer erhalten direktes Feedback für ihr freiwilliges Engagement. Die Dankbarkeit der Fahrgäste ist etwas sehr Schönes und wohl auch die grösste Wertschätzung.»

Interessierte können sich bei Konrad Stäheli unter der Telefonnummer 055 245 17 12 melden.      

Kommentar schreiben

Kommentar senden