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Begleitgruppe soll erneute Bützi-Schlappe verhindern

Schulraumproblem Egg

Begleitgruppe soll erneute Bützi-Schlappe verhindern

Im Herbst hat der Souverän die Vorlage über die Erweiterung der Schulanlage Bützi abgeschmettert. Nun soll eine Begleitgruppe das Vertrauen der Bevölkerung in Politiker und Planer wieder herstellen.

Redaktion
Züriost
Mittwoch, 07. August 2019, 07:30 Uhr Schulraumproblem Egg
Der Gemeinderat wollte das Schulhaus Bützi in Egg erweitern, der Souverän dagegen nicht.
Archiv

Die Schülerzahlen in Egg steigen, die Gemeinde braucht dringend zusätzlichen Schulraum. Trotzdem schickten die Egger Stimmberechtigten im November 2018 ein 23 Millionen-Projekt für die Erweiterung der Schulanlage Bützi bachab.

Die Schülerprognosen
Der Gemeinderat Egg rechnet mit einem Anstieg der Einwohnerzahl von aktuell knapp 8600 auf knapp 10 000 bis zum Jahr 2030. Die Schülerzahl soll im gleichen Zeitraum von 853 auf rund 1000 ansteigen. Ohne Gegenmassnahme würden der Schule so 1400 Quadratmeter Schulfläche fehlen. (zo)

Im Zuge der damaligen Abstimmung wurde dem Gemeinderat immer wieder vorgeworfen, er beziehe die Bevölkerung zu wenig in den Planungsprozess mit ein.

Im Frühling hat er deshalb eine Begleitgruppe ins Leben gerufen, die ihm bei der Planung eines künftigen Schulraumprojekts zur Seite stehen, die Schritte überwachen und die Bevölkerung miteinbeziehen soll. So soll ein erneutes Scheitern des nächsten Schulraumprojekts an der Urne verhindert werden.

«Dem Gemeinderat ist es bis heute nicht gelungen, den Bedarfsnachweis zu vermitteln.»

Begleitgruppe Schulraumplanung Egg

Wie der Gemeinderat mitteilt, hat die 20-köpfige Gruppe aus Vertretern von Ortsparteien, Elternräten, Schule und Vereinen, ihre erste Sitzung inzwischen hinter sich und kann erste Erkenntnisse vorweisen. Explizit wird von der Begleitgruppe auch die Regierung kritisiert: «Dem Gemeinderat ist es bis heute nicht gelungen, den Bedarfsnachweis verständlich und detailliert genug zu vermitteln», heisst es in der vom Gemeinderat herausgegebenen Mitteilung durchaus selbstkritisch.

Zweifel an den Grundlagen

Die Gruppe hinterfragt deshalb insbesondere die Erkenntnisgrundlage, die zur früheren Planung führte: «Die Transparenz bezüglich Berechnungsmethodik und die Nachvollziehbarkeit des bisher offen gelegten Zahlenmaterials werden als unzureichend bewertet.» Das Gremium wünscht sich weiter einen detaillierten Bedarfsnachweis für Schulraum an allen Standorten. Es will eine Grundlagenanalyse über den Ist-Zustand und den künftigen Bedarf aller vier Schulstandorte Hinteregg, Bützi, Zentrum und Esslingen.

Diskussionswürdig sei auch, ob der Schulraum zentralisiert werden soll, und wie flexibel dieser künftig sein müsse.

Emotionen um Container

Für Emotionen habe auch das Provisorium gesorgt, das der Gemeinderat 2020 auf der Schulanlage Bützi installieren will. «Einzelne Mitglieder der Begleitgruppe befürchten durch diese Sofortmassnahme ein Präjudiz für die künftige Schulraumplanung.»

Die Begleitgruppe wird sich bis Juni 2020 regelmässig treffen. Die nächste Sitzung findet Mitte September statt. Im Fokus sollen die Berechnungsgrundlagen stehen. Denn diese würden das Fundament einer neuen Planung bilden, schreibt der Gemeinderat.

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