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Strafanzeige gegen Oberländer Bauer

Vorwurf der Tierquälerei

Strafanzeige gegen Oberländer Bauer

Zentimeterhohe Kotschicht im Stall, vernachlässigte Tiere: Eine Tierrechtsorganisation macht einen «extremen Fall» von Vernachlässigung in einem Mutterkuh-Betrieb im Bezirk Uster publik.

Redaktion
Züriost
Dienstag, 06. August 2019, 18:36 Uhr Vorwurf der Tierquälerei

Es sind krasse Vorwürfe, welche die Tierrechtsorganisation «Tier im Fokus» an den Betreiber eines Mutterkuh-Betriebs in der Region Oberer Greifensee richtet – und mit mehreren Fotos belegen will. Zu sehen ist das Innere eines Stalls, dessen Boden dick mit Kot und Urin bedeckt ist, der Mist türmt sich zentimeterhoch. Publik gemacht hat den Fall «Watson». Gemäss dem Onlinemagazin hat «Tier im Fokus» gegen den verantwortlichen Bauer Strafanzeige eingereicht.

Tobias Sennhauser, Präsident von «Tier im Fokus», bestätigt auf Anfrage von Züriost den Sachverhalt. Er spricht von einem «extremen Fall». Die Fotos seien über einen Zeitraum von mehreren Tagen aufgenommen worden und zeigten, dass es sich nicht um ein kurzzeitiges Problem handle. «Die Bilder belegen eine ausgeprägte Vernachlässigung der Tiere, was klar eine Tierquälerei darstellt.»

«Tieranwalt» relativiert

Wer die Bilder aufgenommen hat, kann Sennhauser nicht sagen; die Aufnahmen seien seiner Organisation anonym auf einem USB-Stick zugespielt worden. Laut Sennhauser gehe es nicht darum, einen einzelnen Landwirt an den Pranger zu stellen. «Unsere Kritik richtet sich gegen das System der Tiernutzung insgesamt», sagt er. «Bei solch krassen Fällen wenden wir uns an die Justiz, um das Leid der einzelnen Tiere zu lindern.» Der verantwortliche Bauer will sich gegenüber Züriost «aufgrund des laufenden Verfahrens» nicht äussern.

«Watson» zitiert weiter den Rechtsanwalt Antoine F. Goetschel. Dieser ist spezialisiert auf Tierschutzrecht und war bis zur Abschaffung des Amtes Ende 2010 Tieranwalt des Kantons Zürich. Laut Goetschel dürften Vorschriften in Bezug auf die Stallhygiene «auf jeden Fall» verletzt worden sein. Er betont aber auch, alleine aufgrund der Aufnahmen keine abschliessende Bewertung vornehmen zu können, da eine veterinärmedizinische Einschätzung fehle. Anders als Sennhauser will Goetschel «nicht unbedingt» von einem extremen Fall sprechen. 

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