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Hitze-Ticker: Schon wieder eine Tropennacht

Die Region schwitzt

Hitze-Ticker: Schon wieder eine Tropennacht

Kommt es zu Ernteausfällen? Droht wieder eine Quallen-Invasion im Greifensee? Müssen die Wildberger wieder Wasser sparen? Wir halten Sie auf dem Laufenden. Willkommen zum Hitze-Ticker auf Züriost.

Redaktion
Züriost
Mittwoch, 24. Juli 2019, 23:08 Uhr Die Region schwitzt

Das Wichtigste in Kürze:

  • Im Kanton Zürich herrscht derzeit Waldbrandgefahr der Stufe 2.
  • Verschiedene Kantone warnen in diesen Tagen erneut vor den aktuell hohen Ozonwerten.
  • Am Samstag ist laut Prognosen eine deutliche Abkühlung zu erwarten.

Ticker

Noch eine Tropennacht

Die Oberländer mussten - wie die meisten anderen Schweizer auch - von Donnerstag auf Freitag eine weitere Tropennacht über sich ergehen lassen. Laut Meteonews sanken die Temperaturen an über 100 Messstationen nicht unter die 20-Grad-Marke. Heute geht die Hitzewelle in die letzte Runde, am Nachmittag wird es nochmals drückend heiss mit 30 bis lokal 35 Grad. Mit Anfeuchtung der Luftmassen entstehen jedoch ausgehend vom Jura und den Alpen im Tagesverlauf Hitzegewitter, zum Abend hin besteht dann auch im Flachland das Potential für örtlich kräftige Gewitter.

Weitere Hitzerekorde

Auch am Donnerstag, 25. Juli 2019, purzelten die Wetterrekorde. Schon am Vormittag kommunizierte Meteo Schweiz «die wärmste Tropennacht seit 1935». Demnach sank in Locarno-Monti TI das Thermometer in der Nacht nicht unter 25,2 Grad. Auf dem Basler Hausberg St. Chrischona war es gemäss SRF Meteo sogar 27,4 Grad warm. Dort wird aber nicht am Boden gemessen. An zahlreichen weiteren Orten sanken die Temperaturen nachts nicht unter 20 Grad. Die Meteorologen sprechen in diesem Fall von einer Tropennacht.

Mitte Nachmittag stieg das Quecksilber in der Nordschweiz auf knapp oder über 37 Grad. Die Spitzenwerte verzeichneten Basel/Binningen mit 37,4 Grad, Würenlingen AG mit 37,3 Grad und Leibstadt mit 37,2 Grad. Damit war es wärmer als beispielsweise in vielen südlichen Ferienorten wie Kairo, Athen, Ibiza oder Lissabon.

Der Schweizer Jahreshöchstwert vom Vortag mit 38,0 Grad in Sitten blieb aber unerreicht. Das dürfte auch an Freitag so sein. Bevor ab Samstag laut Prognosen eine deutliche Abkühlung zu erwarten ist, wird es aber noch mal ähnlich heiss.
 

An den Messstationen in der Region wurden folgende Temperaturen registriert:

  • Dübendorf: 34,0 Grad
  • Rüti: 33,7 Grad
  • Hittnau: 33,6 Grad
  • Seegräben: 31,4 Grad
  • Schaubigen bei Egg: 31,3 Grad
  • Hörnli: 26,4 Grad
  • Chrüzegg/Atzmännig: 25,6 Grad

Die ausgeklügelte Strategie der Bienen bei Hitze

Für die Honigbiene wäre anhaltende Hitze eine Katastrophe. Zu hohe Temperaturen im Bienenstock schadet den Larven und den Bienenwaben. In der Realität zeigt sich jedoch: Ein Bienenvolk kann Hitzeperioden sehr gut meistern. Lukas Kuhn, Imker und Berater vom Imkerverein Bezirk Pfäffikon, weiss wie: «Die Bienen versammeln sich beim Flugloch und fächern. Damit ventilieren sie die heisse Luft nach draussen.» Und: «Die Bienen verteilen Wassertropfen in den Zellen. Durch deren Verdunstung kühlt sich der Stock weiter ab.»

Die Probleme für das Bienenvolk ist an Hitzetagen also weniger die Lufttemperatur selbst. «Ein gesundes Volk hat die Wärme im Griff», sagt Lukas Kuhn, der selbst seit 20 Jahren Bienen hält. Schwieriger sei es für die Insekten jedoch an Wasser und Nahrung zu kommen. «An heissen Tagen trocknet der Nektar aus», gibt er etwa zu bedenken.

Den vollständigen Artikel lesen Sie hier.

Wenn die Tempolimite auf der Autobahn runtergesetzt wird

Verschiedene Kantone warnen in diesen Tagen erneut vor den aktuell hohen Ozonwerten. Den Spitzenwert erreichte am Mittwoch Roveredo GR mit 234 Mikrogramm pro Kubikmeter. Der europäische Alarmwert von 240 μg/m3 wurde aber noch nicht überschritten.

Geschähe dies während drei oder mehr aufeinanderfolgenden Stunden, würde etwa im Tessin das Tempolimit auf den Autobahnen auf 80 Stundenkilometer heruntergesetzt - zuletzt so geschehen Ende Juni. Neben der Geschwindigkeitsbegrenzung ordneten die Behörden im Südkanton damals an, dass auf Autobahnen ein Überholverbot für schwere Fahrzeuge gilt.

Aufruf zu Fahrgemeinschaften

Die kantonalen Umweltschutzämter rechnen auch in den kommenden Tagen mit einer hohen Ozonbelastung. Sie rufen die Bevölkerung wegen der schlechten Luftqualität auf, körperliche Anstrengungen anzupassen und einen Beitrag zu weniger Luftschadstoffen zu leisten. Der Bevölkerung wird etwa empfohlen, sich wenn immer möglich unmotorisiert fortzubewegen.

Falls dies nicht möglich sei, sollten Fahrgemeinschaften gebildet werden. Weiter soll derzeit zurückhaltend mit Wasserfarben, Reinigungsmitteln oder benzinbetriebenen Garten- und Heimwerkergeräten umgegangen werden.

Alles Neue zur Waldbrandgefahr im Kanton

Bei Trockenheit beurteilt die Abteilung Wald des Amts für Landschaft und Natur (ALN) laufend die Situation in den Zürcher Wäldern. Seit gestern gilt die Gefahrenstufe 2 (mässig). Massnahmen sind derzeit keine in Kraft.

Im Kanton Genf und Luzern hat sich die Lage etwas verschärft. Es gilt die Gefahrenstufe 3: Im Wald und in Waldesnähe respektive im Freien besteht bedingtes Feuerverbot. Mehr zur aktuellen Lage lesen Sie hier.

Später Winterschnee hilft den Gletschern

Es gab zwar in den vergangenen beiden Wintern viel Schnee, aber die Sommerhitze im vergangenen Jahr hat den Schweizer Gletschern trotzdem zugesetzt. In diesem Jahr sieht es bislang viel besser aus. Trotz derzeitiger Sommerhitze haben die Schweizer Alpengletscher gute Chancen auf ein weniger verlustreiches Jahr.

Nach vorläufigen Messungen lagen nach dem Winterhalbjahr im Mai 20 bis 40 Prozent mehr Schnee auf den Gletschern als im langjährigen Mittel. Dies sagt der Glaziologe Andreas Bauder von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Bauder war vor Kurzem am Silvrettagletscher unterwegs und stellte erstaunt fest, dass zur Zeit selbst im Vorfeld des Gletschers noch grössere Schneereste vorhanden sind.

Die weiteren Beobachtungen des Glaziologen lesen Sie hier

Nimmt der Stromkonsum mit der Klimaerwärmung zu?

SCHWEIZ ZUERICH ALTERSZENTRUM HERZOGENMUEHLE HITZE

Beim Stromverbrauch der Privatkunden spüren die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) keinen Unterscheid zwischen einem normalen und einem heissen Sommertag. Bei Gewerbekunden hingegen könne der Anstieg aufgrund der Klimaanlagen bis zu 10 Prozent betragen, sagt der Energie- und Mobilitätsberater Hardy Schröder. 

An Hitzetagen kommen oft mobile Klimageräte in Einsatz. Schröder weist darauf hin, dass ihr Verbrauch sehr hoch ist. Der Energieverbrauch beträgt etwa das Zwanzigfache eines einfachen Ventilators, erklärt Schröder.

Einige Tausend Kilowattstunden können in grossen Bürobauten für die Kühlung nötig sein. Hier besteht ein Energie- und Kostensparpotenzial, sagt Schröder.

Lesen Sie den ganzen Artikel zum Thema hier.

Keine Züge zwischen Pfäffikon und Wetzikon

Der bisher heisseste Tag des Jahres hat dem SBB-Netz erneut zugesetzt. Ab dem frühen Mittwochabend und bis Betriebsschluss unterbrochen war die S-Bahn-Strecke zwischen Pfäffikon und Wetzikon. Dass sich die Schienen erst am Abend eines heissen Tages verformen, ist nach Angaben von SBB-Sprecher Raffael Hirt darauf zurückzuführen, dass sie die Wärme des Tages speichern.

Um etwa 20.30 Uhr wurde auch aus dem Kanton Aargau zwischen Wildegg und Brugg eine Störung gemeldet. Als Ursache werde auch bei diesem Gleisschaden Hitze vermutet, sagte Hirt. Bereits am Mittag hatte es die Bahnstrecke zwischen Meyrin und La Plaine im Kanton Genf getroffen. In dieser Region hatte die Hitzewelle von Ende Juni/Anfang Juli zu Schäden geführt; unter anderem konnten damals TGV-Züge nicht verkehren.

Massnahmen im Test

Bei Bedarf werden die Schienen der SBB an heissen Tagen mit Wasser gekühlt. Dieses wird bei Bedarf aus einem Tankwagen auf die Gleise gesprüht. Wo und wann gekühlt wird, werde jeweils auf Grund von Lagebeurteilungen situativ entschieden.

Zudem prüfen die SBB Massnahmen, um ihre Schienen hitzeresistenter zu machen. Eine davon ist, Schienen seitlich mit weisser Farbe zu bemalen. Studien zeigen laut SBB, dass solche weissen Schienen bis zu sieben Grad kühler bleiben. (sda)

Die Region schwitzt

Die Hitzewelle fand heute Mittwoch, 24. Juli 2019, ihren ersten Höhepunkt. Mit 38,0 Grad war es in Sion im Wallis am heissesten. Dies ist der höchste Wert, der 2019 in der Schweiz gemessen wurde und gleichzeitig ein neuer Allzeit-Rekord an dieser Station. Dies teilt der Wetterdienst Meteonews mit. Weitere Rekorde sind am Donnerstag in der Zentral- und Ostschweiz möglich.

An den Messstationen in der Region wurden folgende Temperaturen registriert:

  • Dübendorf: 36,3 Grad
  • Rüti: 34,7 Grad
  • Seegräben: 34,4 Grad
  • Hittnau: 32,2 Grad
  • Schaubigen bei Egg: 32,2 Grad
  • Hörnli: 29,6 Grad
  • Chrüzegg/Atzmännig: 28,3 Grad

Über 25 Grad im Wasser

Die Wassertemperaturen in den Oberländer Seen liegen bereits bei 25 Grad im Pfäffikersee und 26 bis 26.6 Grad im Greifensee. In den nächsten Tagen sollen sie weiter steigen.

Bei 27 Grad Wassertemperatur gab es im vergangenen Sommer im Zürichsee eine rasante Zunahme von harmlosen Süsswasserquallen. Dies könnte auch im Greifensee bei anhaltend warmen Wassertemperaturen passieren, wie ein Experte 2018 gegenüber Züriost sagte.

Hier geht es zum Artikel >> 

Was sind die Lehren aus dem Trockensommer 2018?

Eine ähnliche Trockenheit wie vor einem Jahr könnte sich bei ausbleibenden Niederschlägen in wenigen Wochen wiederholen. Der Kanton will mit verschiedenen Massnahmen für Hitze und Dürre besser gewappnet sein.

Hier geht es zum Artikel >>

  • Daten aus dem Aabach in Mönchaltorf zeigen die Auswirkungen der Klimaerwärmung detailliert
  • Die Grundwasserspeicher haben sich bis heute noch nicht wieder vollständig gefüllt
  • Das Awel analysiert aktuell besonders geforderte Gemeinden vertieft

Klimaanlagen in Zügen derzeit im Dauerbetrieb

Die SBB ist für die zweite Hitzeperiode dieses Sommers gerüstet. Laut SBB-Angaben sind derzeit 94 Prozent aller Personenzüge klimatisiert unterwegs. Dies heisst, dass die Raumluft dort für die Reisenden zwischen 5 und 7 Grad unter die Aussenlufttemperatur gesenkt wird.

 Das Lokpersonal und die Kundenbegleiter haben die Möglichkeit, die Temperatur in den Zügen um zusätzliche 2 Grad zu senken. Bei Aussentemperaturen von deutlich über 30 Grad stiessen die Geräte aber an ihre Leistungsgrenzen, heisst es bei der SBB.

Bis zu 70 Grad heiss

Die Temperaturen können nicht nur für die Passagiere, sondern auch für die Gleise zum Problem werden. Grundsätzlich sind die SBB-Gleise so dimensioniert, dass sie sowohl bei Hitze wie bei Kälte einwandfrei funktionieren. Abweichungen wegen extremen Temperaturen nach oben oder nach unten können aber Störungen auslösen. Bei grosser Hitze werden die Schienen bis 70 Grad heiss. Dabei dehnt sich das lückenlos verschweisste Gleis aus.

In den Kurven entstehen dabei Querkräfte, die zu einer Verformung der Gleise führen. Diese bezeichnet man als Gleisverwerfung. Jährlich werden bei der SBB 5 bis 15 solcher Verwerfungen registriert und repariert. Die Hauptstrecken werden alle zwei bis vier Wochen von speziell ausgebildeten Streckeninspektoren geprüft.

Auch die Lokführer melden solche Schäden. Hitzebedingte Gleisverformungen würden dabei schnell entdeckt, sagten die SBB-Verantwortlichen in Olten. Als Sofortmassnahme reiche meist eine Temporeduktion im betroffenen Bereich. Bei den SBB prüft man momentan auch Massnahmen, um die Schienen hitzeresistenter zu machen. Eine dieser Massnahmen sind Schienen, die seitlich mit weisser Farbe bemalt werden. Studien zeigen laut SBB, dass solche weissen Schienen bis zu sieben Grad kühler bleiben. (Text und Video: Keystone-sda)

Was Sie für Igel, Vögel und Katzen tun können

Wussten Sie, dass auch Katzen Sonnenbrand bekommen können? Was Sie dagegen tun können, weiss die Tössthaler Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz. Und sie gibt weitere Tipps, wie Sie Ihrem Hund oder einem Igel helfen können – und was sie unbedingt lassen sollten.
 

Hunde 

Do: Immer genügend frisches Wasser. Gassi gehen möglichst entlang des Wassers und im kühlen Wald. Sind Autofahrten unvermeidbar, die Scheiben mit getönter Klebefolie verdunkeln.
Don't: Anstrengende Fahrrad-Touren, lange Spaziergänge zur Mittagszeit und über Asphalt gehen vermeiden – denn der Hund verbrennt sich die Pfoten. Niemals den Hund im Auto warten zu lassen (was treue Leserinnen dieses Tickers ja bereits wissen ...).

Katzen:

 Do: Katzenohren aussen befeuchten oder der Katze mit angefeuchteten Händen übers Fell streichen. Bei Sonnenbrand-anfälligen Katzen die Ohren und den Nasenbereich man unparfümiertem Baby-Sun-Blocker eincremen. Zusätzliche Wassernäpfe aufstellen.

Kaninchen, Meerschweinchen und Co.

Do: Ohrenaussenseiten befeuchten. Im Auslauf für genügend Frischluft und Schatten sorgen. Mehrere Trinkmöglichkeiten installieren. 
Don't: 
Das Gehege nicht auf den Balkonboden setzen, dieser wird zu heiss.

Igel

Do:  Einen Wassernapf (keine Milch) im Garten hinstellen. So kommen Igel und vor allem auch ihre Jungen zu Flüssigkeit.

Vögel

Do:  Eine Wasserstelle installieren – mit flachem Rand, damit die Vögel landen können, und einem aufgerauter Boden, damit sie Halt haben. Ideale Tiefe ist von 2,5 bis höchstens 10 Zentimeter, damit verschiedene Vogelarten Zugang finden.

Insekten

Do:  Insekten können nicht schwimmen: Eine einfache Schale mit ein paar Steinen darin ist die ideale Hummel-Bar – am besten an einem windstillen Ort.

Sommer ist grausam schön

Ächzende Feuerwehrleute, Schock-Videos von Hunden im Auto, Igel in Not: Der Hitzesommer – eine einzige Pein? Meine Kollegin Lea sieht's anders und singt in ihrem Blog eine verklärte Ode an den Sommer. Wer sich drauf einlässt, freut sich allenfalls auf die Mittagspause.

Hier geht's zum Blog

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