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Dieses Haus lässt Wetzikon ein Dorf bleiben

Künftig unter Schutz

Dieses Haus lässt Wetzikon ein Dorf bleiben

Wetzikons Nostalgiker können sich freuen: Der Stadtrat stellt das rund 250-jährige Riegelhaus an der Strandbadstrasse unter Denkmalschutz. Einst hauste ein Alligator in dessen Garten.

David
Kilchör
Samstag, 20. Juli 2019, 10:31 Uhr Künftig unter Schutz

Die Strandbadstrasse ist eine jener vergessenen Ecken Wetzikons, die an das alte Dorf erinnern, ja gemahnen, was die heutige 25‘000-Einwohner-Stadt einst war. Noch vor etwas mehr als einer Dekade war das Strässchen, das eigentlich eher ein Spazierweg ist, nahezu unberührt von Wetzikons Wachstumsdrang.

Ein undatierter Blick in die Ecke der Strandbadstrasse mit Sicht aufs Riegelhaus. So ähnlich sieht es heute noch aus.

Aber dann kamen sie. Die Blöcke in blau und grau im Wydum-Quartier und erwürgten einen wesentlichen Teil des Charmes dieses zentralen und doch so isolierten Quartierchens. Doch eine Ecke ist erhalten geblieben. Und der Stadtrat setzt nun mit der Unterschutzstellung des alten Riegelhauses an der Strandbadstrasse 7 und 9 ein Zeichen, dass das so bleiben soll.

Das Quartier eröffnet sich hinter dem Bikeshop an der Usterstrasse 16, das einst ein Franz-Carl-Weber-Spielwarenladen war. Es sind nur wenige Meter wirklich, vom Dorfbrunnen am Rande des heutigen Bikeshops bis zum Hexenhäuschen nach der Bahnunterführung, das schon bald dem Erdboden gleich gemacht wird. Und mittendrin thront dieses Riegelhaus.

Das Riegelhaus sticht unter den anderen Häusern in jenem Eck hervor. (Foto: Seraina Boner)

Ein Alligator im Garten

Erbaut wurde es laut Wetzipedia ungefähr 1760 von der Wetziker Fabrikantenfamilie Weber, erster Bewohner war Schulmeister Hans Jakob Weber. In den 1980er Jahren war das Haus in der Stadt bekannt, weil in dessen Garten nebst Hühnern und Gänsen ein Alligator hauste.

Heute gehört die Liegenschaft zwei Parteien. Eine davon will ihren Teil den aktuellen Bedürfnissen anpassen und entsprechend umbauen, wie der Stadtrat in seinem Beschluss festhält.

Diese Pläne warfen denn auch die Frage ob der Schutzwürdigkeit des Hauses auf. Inventarisiert war es ohnehin. Doch nun musste Kunsthistorikerin Claudia Fischer-Karrer von den Wetziker Kulturdetektiven ein Gutachten erstellen bezüglich tatsächlicher Schutzwürdigkeit.

Klarer Fall: Ein Schutzobjekt

Fischer-Karrer kam zum Schluss, dass das Haus sowohl siedlungs-, als auch sozial- und wirtschaftsgeschichtlich sehr bedeutungsvoll ist für Wetzikon. Zudem sei auch der baukünstlerische und architektonische Wert gross. Damit soll es ein Schutzobjekt von kommunaler Bedeutung werden.

Der Stadtrat hat deshalb beschlossen, das Haus unter Denkmalschutz zu stellen – einen entsprechenden Vertrag hat er genehmigt. Laut der Behörde haben sich die Grundeigentümer bereits zum ersten Vertragsentwurf positiv vernehmen lassen, danach seien lediglich geringfügige Korrekturen angebracht worden. Der Stadtrat spricht von Einigkeit mit den Eigentümern.

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