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Schweiz droht gigantisches Stromdefizit

Studie der Dübendorfer Empa

Schweiz droht gigantisches Stromdefizit

Im Winter könnten wir zukünftig im Dunkeln sitzen. Forscher der Empa mit Sitz in Dübendorf haben berechnet, dass wegen Klimaschutzmassnahmen 22 Terawattstunden Strom fehlen werden.

Agentur
sda
Sonntag, 07. Juli 2019, 08:08 Uhr Studie der Dübendorfer Empa
Die Empa rechnet damit, dass der Strombedarf in der Schweiz um fast 25 Prozent wachsen wird.
Symbolfoto: Archiv Züriost

Der Schweiz droht wegen möglichen Klimamassnahmen und dem geplanten Atomausstieg laut einer neuen Studie der Forschungsanstalt Empa im Winter ein gigantisches Stromdefizit.«Im Winterhalbjahr würden uns gemäss unserer Studie 22 Terawattstunden Strom fehlen», erklärte Forscher Martin Rüdisüli von der Abteilung Urban Energy Systems der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt in der «NZZ am Sonntag».

Das sei eine enorm grosse Menge. In den letzten Jahren lag das Defizit im Winterhalbjahr im Schnitt fünfeinhalb Mal tiefer bei rund vier Terawattstunden. Im vergangenen Jahr produzierten alle Schweizer Kernkraftwerke zusammen knapp 25 Terawattstunden Strom.

Elektroautos und Wärmepumpen

Die Forscher rechnen damit, dass der Strombedarf in der Schweiz um fast 25 Prozent wachsen wird. Um das Land klimafreundlicher zu machen, sollen Benzinautos durch Elektrofahrzeuge und fossile Heizungen durch Wärmepumpen ersetzt werden. Gleichzeitig plant das Land den Atomausstieg.

Die Forscher gingen bei ihren Annahmen davon aus, dass die Schweizer 20 Prozent der gefahrenen Kilometer mit Elektroautos zurücklegen und 75 Prozent der Häuser mit Wärmepumpen beheizen. Sie berücksichtigten dabei, dass der Wärmebedarf durch Gebäudesanierungen um rund 40 Prozent reduziert werden kann.

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@Ed.Müller. Sie sind im Irrtum. Die Schweiz ist schon viele Jahre Nettoimporteur von elektrischer Energie. Zeitweise exportieren wir aber in der Bilanz beziehen wir mehr als wir exportieren. Dieser Export wird aus wirtschaftlichen Gründen gemacht. (Verkauf wenn die Preise hoch sind)
siehe:https://www.swissgrid.ch/de/home/operation/grid-data/current-data.html. Auf ca 20 Minuten genau

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