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Junge Bäume für die Region

125 Jahre Garten-Center Meier

Junge Bäume für die Region

Meiers Root Truck tuckerte in den vergangenen Wochen durch die Region. Insgesamt 125 Bäume fanden dank der Baumpflanzaktion des Garten-Centers Meier einen neuen Standort. 25 davon wurden direkt durch das Pflanzteam gesetzt. Hinter jedem Baum versteckt sich eine Geschichte – die folgenden drei sollen stellvertretend für alle Bäume stehen.

Lennart
Langer
Dienstag, 25. Juni 2019, 09:58 Uhr 125 Jahre Garten-Center Meier
Das Pflanzteam des Garten-Centers Meier war in der Region unterwegs. (Video: Chiara Coniglio)

Züriost ist offizieller Medienpartner von «Meiers Rootshow».

Knorrig und kahl steht das bi­zarre Baumskelett auf einem Feld in Oetwil am See. Der Baum ist schon eine Weile abgestorben und mag auf den ersten Blick keinen Zweck mehr er­füllen. Doch dieser Annahme widerspricht Geri Kohlas. Der Naturberater des Garten-Centers Meier spricht gar von einem «Fünf-Sterne-Insektenhotel» und zeigt sich begeistert, dass auf dem NaturBuur-Hof der «tote» Baum noch für einige Zeit einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität leisten darf. Denn der Baum sei lebendiger, als er erscheint.

Dennoch haben sich die Betreiber des Hofs bei der Baumpflanzaktion «Meiers Rootshow» des Dürntner Garten-Centers um einen neuen Baum beworben. «Wir haben teilgenommen, damit wir zu einem Baum kommen, der neue Kraft und Energie mitbringt», erklärt Bäuerin Petra Nef-Minikus. Der abgestorbene Baum werde dann in ein bis zwei Jahren definitiv ins Altholz gehen. Die neu gepflanzte Linde wird künftig als würdiger Ersatz dienen.

Dass der froschgrüne Root Truck auf den Oetwiler Hof ­rollte, ist kein Zufall. Schon seit Jahren setzen sich die Betreiber mit dem Projekt Naturnetz Pfannenstiel für Biodiversität und Artenvielfalt ein. So finden sich an verschiedenen Stellen auf dem Hof Asthaufen, die kleinen Tierchen wie Eidechsen oder Käfern einen Rückzugsort bieten sollen. Und dank einem natürlich angelegten Weiher hätten auch Pflanzen- und Tierarten wieder den Weg in die Region gefunden, die eigentlich schon verschwunden waren, freut sich Nef-Minikus.

Ein Jungbaum als Ersatz für seinen «toten» Vorgänger im Hintergrund. (Bild: Lennart Langer)

Schattenspender im Feld

Holprig war die Anfahrt für den Root Truck über den Katzen­tobelweg in Oberdürnten. An einer Wegkreuzung mitten in den Feldern steht dort seit Kurzem ein Bänkli – und das in der prallen Sonne. «Wir hätten gerne ­etwas Schatten, weil wir uns ab und zu hier treffen möchten», erklärt Rosmarie Egli. Sie hatte ihren Lieblingsplatz für die Baumpflanzaktion vorgeschlagen und freut sich nun über den ersehnten Schattenspender.

Zusammen mit ihren zwei Freundinnen, Ruth Klöti und Marlies Weber, hatte Egli sich bereits für die Platzierung der Bank engagiert. Im vergangenen Oktober schrieben die drei Damen einen Brief an die Gemeinde, mit der Bitte, an dieser Stelle doch ein Bänkli zu errichten. Sie seien zuerst etwas belächelt worden, erzählt Egli. Doch der Vorstoss zeigte Wirkung: «Sie haben unseren Brief gelesen, und sie haben unseren Wunsch umgesetzt.»

Dank dem neuen Baum hätten sie gleich «doppeltes Glück», freuen sich die Oberdürntnerinnen. Nun haben die Damen und alle anderen Spaziergänger, Hundebesitzer und Velofahrer ein gemütliches Plätzchen, um sich zu erholen – und das sogar im Schatten. Obwohl das Pflanzteam eine extragrosse Linde im Gepäck hatte, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen, bis der junge Baum genug gross ist und tatsächlich ausreichend Schutz vor der Sonne bietet. Doch wenn es so weit ist, wird Oberdürnten um einen lauschigen Begegnungsort reicher sein.

Bald sitzen die drei Damen auf ihrem Bänkli im Schatten. (Bild: Nicole Heinzelmann)

Ersatz für Sturmschäden

Gleich sechs Bäume hatte Meiers Root Truck auf seinem Ausflug ins st. gallische Gommiswald auf der Ladefläche. Im Hasliwäldli, etwas ausserhalb des Orts, warteten schon zahlreiche kleine Helfer vom Kindergarten Gommiswald auf die Gärtner. Sie hatten bereits fleissig Erdlöcher für die Bäume ausgehoben.

Gruppenleitern Nadja Rusterholz zeigte sich hocherfreut über die neuen Bäume. Sie versuche mit dem Kindergarten, möglichst oft in den Wald zu kommen. Doch Stürme hätten dem Hasliwäldli in den letzten Jahren stark zugesetzt. «Verschiedene Bäume wurden ausgerissen», bedauert Rusterholz. Deshalb war die Freude umso grösser, als das Garten-Center Meier ankündigte, gleich sechs Bäume pflanzen zu wollen.

Neben den verkümmerten Baumstümpfen spriesst nun im Hasliwäldli wieder neues Leben. Doch die Bäume sollen nicht nur als Schattenspender beim Znüni dienen. «Wir versuchen die Verbindung zwischen der Natur und dem Lernstoff zu schaffen», sagt Rusterholz. Mit den neuen Bäumen als Biodiversitäts-Hotspots dürfte dieses Ziel künftig noch um einiges einfacher zu erreichen sein.

Fleissige Helfer in Gommiswald. (Bild: Lennart Langer)

Baumpflanzaktion «Meiers Rootshow»

Zu seinem 125-jährigen Bestehen hatte sich das Dürntner Garten-Center Meier mit «Meiers Rootshow» eine ganz spezielle Aktion einfallen lassen. In einem gross angelegten Aufruf wurde nach den Lieblingsplätzen in der Region gesucht. Linden, Erlen, Eichen und Buchen, insgesamt 125 Bäume, sollten einen Standort finden. Von privaten Hobbygärtnern über Kindergärten und Schulen gingen die unterschiedlichsten Bewerbungen ein.

Eine fünfköpfige Jury beur­teilte anschliessend sämtliche Einsendungen nach Biodiversitäts-Gesichtspunkten. Denn die Bäume sollten an ausgewählten Orten gepflanzt werden, an denen sie künftig einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität und Artenvielfalt leisten können. Die 25 wertvollsten Standorte wurden in den vergangenen Wochen von Meiers Root Truck angefahren und die Bäume von einem Pflanzteam gesetzt.