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Konzerte, Comedy, Lesungen: Neues Kulturlokal in Wald

Vielfältige Veranstaltungen

Konzerte, Comedy, Lesungen: Neues Kulturlokal in Wald

Franziska Eggenberger und Markus Sahli sind ins Oberland gezogen und haben in Wald eine Idee verwirklicht, die ihnen schon lange vorschwebte: Ein Raum, der Wohnen und Arbeit verbindet und in dem regelmässig kulturelle Veranstaltungen stattfinden.

Rico
Steinemann
Donnerstag, 13. Juni 2019, 13:52 Uhr Vielfältige Veranstaltungen

Ganz früher ging es hier Rössern an den Kragen: An der Hüeblistrasse 4 in Wald war eine Rossmetzgerei beheimatet. Später war das Restaurant Oase in dem grosszügigen Raum eingemietet und vor kurzem hat eine IT-Firma hier ihre Zelte abgebrochen. Franziska Eggenberger und ihr Partner Markus Sahli haben nun etwas ganz anderes vor: Sie haben den Standort zu einer Heimat für kulturelle Veranstaltungen hergerichtet. Familiäre Anlässe für um die 40 Personen schweben ihnen vor, die Premiere haben sie letzten Monat hinter sich gebracht. Am Wochenende folgt eine Jazzmatinée.

Direkt neben dem Schmittenbach und etwas versteckt findet sich der Eingang: Auf dem Schild steht Alpenländisch, der Name ihrer Firma. Durch einen mit Rosen bewachsenen Bogen tritt man in den Vorgarten und weiter bis zum Haus, in dessen Erdgeschoss sich Markus Sahli und Franziska Eggenberger ihr neues Zuhause eingerichtet haben.

Ein Alphorn liegt neben der kleinen Bühne in der Ecke, Tische und Stühle sind aufgeräumt am Rand. Nach elf Jahren im schwyzerischen Lachen sind die beiden vor einigen Monaten ins Oberland gezogen.

Zufällig in Wald

Sahli erzählt: «Wir hatten immer den Wunsch. Arbeit und Wohnen zu kombinieren. Daher haben wir gezielt einen Raum gesucht.» Der 59-Jährige hat in Lachen ein Tonstudio und eine Alphornschule betrieben. Die Alphornschule ist nun an beiden Standorten, das Tonstudio wird er im Juli nach Wald zügeln. Sahli will künftig «Tonstudio und Event-Raum» verbinden. Das sei die Grundidee.

«Wir dachten, dass unsere Idee ganz gut nach Wald passen könnte.»

Franziska Eggenberger

Dass sie im Oberland gelandet seien, habe nichts mit einem Plan zu tun gehabt. «Wir suchten etwas, das nicht allzu weit weg ist. Nach kurzer Zeit haben wir den Raum hier gesehen und unsere Idee war geboren», ergänzt Eggenberger. Klar, sie hätten sich schon umgeschaut, was es in Wald sonst noch angeboten werde. Die Bleiche veranstalte Konzerte, hie und da gebe es einen volkstümlichen Abend in einem Restaurant. «Wir dachten, dass unsere Idee ganz gut nach Wald passen könnte.»

«Spezielle Dinge»

Eggenberger und Sahli wollen künftig gerne ein bis zwei Veranstaltungen pro Monat durchführen und sich dabei nicht nur auf Musik beschränken. «Es soll möglichst breit gefächert sein», sagt Sahli. Das heisst: Neben Konzerten soll es auch Platz haben für Comedy und Lesungen oder «spezielle Dinge wie beispielsweise einen Whisky-Abend oder eine Wein-Degu.»

Nach dem Auftakt mit einer volkstümlichen Formation letzten Monat folgt am kommenden Sonntag eine Jazz-Matinée mit den «Louisiana Hot Seven», eine New-Orleans-Jazzband. Später im Sommer soll ein spanischer Abend folgen. «Wir haben draussen einen schönen Wintergarten, den man öffnen kann. Im Sommer, wenn die Gäste eher nicht drinnen sitzen möchten wir diesen nutzen», sagt Eggenberger. Im November sei ein klassisches Konzert geplant.

Im Sommer sollen auch draussen im Garten Konzerte stattfinden.

Langjährige Gastro-Erfahrung

Es wird kein Eintritt erhoben, sondern jeweils eine Kollekte gereicht. Die Gäste zahlen allerdings für ein Mittag- oder Abendessen inklusive Dessert 35 Franken. Sowohl Sahli als auch seine Partnerin verfügen über langjährige Erfahrung im Gastrobereich. «Markus’ Eltern waren Beizer, führten ein Hotel. Ich selber habe jahrelang ein Catering mit meiner Schwester betrieben», so Eggenberger.

Während Sahli die Alphornschule und das Tonstudio führt, arbeitet Eggenberger nebenbei noch in der Dispoleitung einer Firma in Zürich. «Das ist etwas ganz anderes. Aber schaut man sich meinen Lebenslauf an, sagen die einen, er sei chaotisch. Die anderen, er sei abwechslungsreich. Ich habe viele verschiedene Dinge gemacht.», sagt sie und lacht.

«Der familiäre Rahmen an unseren Veranstaltungen ist uns wichtig.»

Markus Sahli

Dabei habe sie immer viel mit Menschen zu tun gehabt. Beim Organisieren der Anlässe könne sie alles einfliessen lassen. Beide betonen: «Der familiäre Rahmen an unseren Veranstaltungen ist uns wichtig.» Dank der übersichtlichen Grösse sei es möglich diesen «persönlichen Touch» zu bieten. Zwischendurch könne man so auch mal das Wort an die Besucher richten, oder unplanmässig eine musikalische Einlage zum besten geben, sagt Sahli.

So würden auch Gäste, die sich nicht kennen, miteinander ins Gespräch kommen. «Man sitzt nicht alleine am Tisch, wir begrüssen den Austausch. So soll es sein», sagt Markus Sahli. Die Leute schätzen dieses Ambiente, sind beide überzeugt. Denn auch die Jazzmatinée sei bereits voll gebucht.

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