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«Was die Altersarbeit betrifft, hat Rüti sicher eine Vorreiterrolle übernommen»

Überarbeitung des Alterskonzepts

«Was die Altersarbeit betrifft, hat Rüti sicher eine Vorreiterrolle übernommen»

Seit 2010 hat Rüti ein Alterskonzept. Nun sei es an der Zeit, dieses zu überarbeiten, sagt die Altersbeauftragte Sibylla Felber. Dabei ist auch die Bevölkerung gefragt.

Rico
Steinemann
Sonntag, 09. Juni 2019, 16:00 Uhr Überarbeitung des Alterskonzepts
Rüti überarbeitet Alterskonzept 2019. Isabelle Straub, Sibylle Felber, Carmen Müller Fehlmann (v. l.)
Überarbeiten das Alterskonzept in Rüti: Isabelle Straub, Sibylla Felder und Carmen Müller Fehlmann (v. l.)
Foto: PD

Immer mehr Menschen in der Schweiz leben immer länger. Laut Prognosen des Bundes wird sich der Anteil der über 65-Jährigen in den nächsten Jahrzehnten stetig vergrössern. Als Ursachen dafür gelten einerseits die sinkende Geburtenrate und andererseits die geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1950 und 1970, die in naher Zukunft das Pensionsalter erreichen werden.

Zeit für eine Bilanz

Wie geht man mit den Herausforderungen um, die eine älter werdende Bevölkerung mit sich bringt? Diese Frage stellt sich die Gemeinde Rüti schon seit 2010. Damals wurde vom Gemeinderat das erste Alterskonzept verabschiedet, das als Grundlage für die bisherige Altersarbeit diente. So wurde damals beispielsweise die Stelle der Altersbeauftragten geschaffen. Das Konzept entstand durch die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung. Eine Konsequenz der demographischen Entwicklung? «Ja, das ist so. Was die Altersarbeit betrifft, hat Rüti 2010 sicher eine Vorreiterrolle übernommen», sagt dazu die Altersbeauftragte Sibylla Felber. Nach knapp zehn Jahren sei es nun Zeit Bilanz zu ziehen.

«Ich erwarte natürlich, dass Ideen aus der Bevölkerung kommen und freue mich bereits darauf

Sibylla Felber, Altersbeauftragte in Rüti

Gemeinderätin Carmen Müller Fehlmann, Ressortleitern Gesundheit und Alter, lädt darum am 6. Juli ins Rütner Amthaus, um gemeinsam mit der Bevölkerung das Konzept zu überarbeiten. Eine Projektgruppe unter Leitung von Müller Fehlmann beschäftigt sich seit Dezember 2018 mit der Überarbeitung.

Felber erklärt: «Wir haben uns mit verschiedenen regionalen Akteuren aus dem Altersbereich getroffen, wie beispielsweise Altersheimleitern, Landeskirchen, Spitex und Pro Senectute, damit sie ihre Sicht darlegen konnten.»  Jetzt lade man die Bevölkerung ein, dies auch zu tun. «Letztes Mal waren über 80 Personen da, wir hoffen erneut auf eine rege Beteiligung», sagt Felber. Wer dabei sein will, kann sich bis am Mittwoch, 19. Juni, anmelden. «Ich erwarte natürlich, dass Ideen aus der Bevölkerung kommen und freue mich bereits darauf.»

Verschiedene Themen

Danach werde es eine gemischte Gruppe geben, die sich aus Rütner Bewohnern und Fachleuten zusammensetzt. Sie entscheide, welche Massnahmen ergriffen werden. Ziel sei es, eine endgültige Formulierung des Konzeptes dem Gemeinderat zu überreichen, damit dieser es möglichst noch dieses Jahr absegnen könne, so die Altersbeauftragte.

«Im Bereich Finanzen herrscht teilweise grosses Bedürfnis nach besserer Information, was Hilflosenentschädigung und Ergänzungsleistungen betrifft.»

Sibylla Felber, Altersbeauftragte in Rüti

Besprochen werden am 6. Juli verschiedenste Themen, die das Leben im Alter betreffen, beispielsweise Wohnen, Gesundheit, Betreuung, Pflege, Moblität oder Finanzen. Auf die Frage, welche dieser Themen sie als besonders dringend gelten, antwortet Felber: «Im Bereich Finanzen herrscht teilweise grosses Bedürfnis nach besserer Information, was Hilflosenentschädigung und Ergänzungsleistungen betrifft. Was passiert, wenn man krank wird und Unterstützung braucht? Wer bezahlt das?»

Ein zweites grosses Thema seien so genannte pflegende und betreuende Angehörige. «Wenn beispielsweise ein Ehepartner Demenz hat und von der Familie gepflegt wird. Das kann mit Fortschreiten der Krankheit zu einer grossen Belastung werden.» Im Grunde genommen gehe es darum, dass ältere Menschen sollen in Würde leben können. «Das muss geplant werden, wenn möglich, vorausschauend.»

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