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Die Ju-Air hat mit der Überholung ihrer drei Ju-52 begonnen

Dübendorf

Die Ju-Air hat mit der Überholung ihrer drei Ju-52 begonnen

Spezialisierte Firmen haben im Auftrag der Ju-Air mit der Grundüberholung der drei Ju-52-Maschinen begonnen. Man rechnet damit, dass die Arbeiten zwei Jahre dauern werden.

Laurin
Eicher
Mittwoch, 05. Juni 2019, 14:24 Uhr Dübendorf
Rumpf, Leitwerk, Fahrwerk, Steuersystem sowie alle anderen Systeme werden in Dübendorf überholt.
Archiv: Hansjörg Bürgi, «​​Skynews.ch»​​​​​​​

Nach mehreren Monaten Planung hat die Grundüberholung der historischen Ju-52 begonnen, heisst es in einer Mitteilung der Ju-Air. Als Erstes würden die Flugzeuge und ihre Einzelteile digital vermessen, um dreidimensionale, computerisierte Baupläne herstellen zu können. Das Grossprojekt wird von den Junkers Flugzeugwerken durchgeführt, die dafür zahlreiche Spezialunternehmen aus dem In- und Ausland verpflichtet haben.

Die Ju-Air war gezwungen, für die Grundüberholung einen externen Wartungsbetrieb zu beauftragen. Dies nachdem das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) der Ju-Air am 5. Mai dieses Jahres die Zulassung für den Unterhalt der Ju-52-Flugzeuge entzogen hatte. Experten des Bazl hatten vor Ort mehrere «Verstösse der Stufe 1» festgestellt, so dass gemäss des Bazl die Anforderungen für einen zertifizierten Betrieb nicht mehr erfüllt waren.

Sämtliche sicherheitsrelevanten, tragenden Teile der Flügelkonstruktion würden aufgrund ihres Alters vorbeugend ersetzt, schreibt die Ju-Air weiter. Da neue Teile für die 80-jährigen Flugzeuge nicht mehr erhältlich seien, müssten hunderte Einzelteile durch dafür autorisierte Partner neu hergestellt werden.

Flügel werden nicht in Dübendorf überholt

Die Überholung der Flügel soll in Malters (LU) stattfinden. Rumpf, Leitwerk, Fahrwerk, Steuersystem sowie auch alle anderen Systeme werden derweil in Dübendorf überholt. Auch hier würden die Arbeiten durch Fachleute von zertifizierten Spezialfirmen ausgeführt. Das Projekt werde vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) eng begleitet, so die Ju-Air.

Die Antriebe der drei Flugzeuge werden ausgetauscht. Für die bisher eingesetzten BMW-Sternmotoren des Typs «132» sind keine Ersatzteile mehr verfügbar, da BMW den Bau dieses Motortyps 1944 einstellte. Die Ju-Air hat sich deshalb entschieden, sie durch «Wasp»-Sternmotoren vom Typ R-1340 von Pratt & Whitney zu ersetzen.

In der Vergangenheit hat die Ju-Air für ihre BMW-Motoren oft auf Teile von stillgelegten Maschinen zurückgegriffen. Dies weil die Herstellung von Motorenkomponenten in kleinen Stückzahlen sehr teuer ist. In der am Piz Segnas abgestürzten Maschine waren gar Motorenzylinder eines Wracks verbaut, das während 60 Jahren in Österreich im Gletschereis gelegen hatte. 

Wiederaufnahme des Flugbetriebs in zwei Jahren

Das Flugzeug mit der Immatrikulation HB-HOS ist nun die erste von drei Maschinen, die grundüberholt wird. Mit den Arbeiten an den beiden anderen Ju-52 der Ju-Air soll später begonnen werden. Der genaue Zeitplan hänge auch davon ab, wie die Arbeiten am ersten Flugzeug vorankommen, so die Ju-Air.

Gemäss der Fluggesellschaft ist vorgesehen, dass die HB-HOS im Frühling 2021 wieder zum Einsatz kommt. Im Hinblick auf die Wiederaufnahme des Flugbetriebs werde die Wartung der Flugzeuge und Motoren neu organisiert. Die Reorganisation der Wartung ist eine von mehreren Auflagen des Bazl für den Fall, dass die Ju-Air einen Antrag zur Wiedererlangung der Zulassung für den Unterhalt der Ju-52-Maschinen stellen sollte.

Die Ju-Air werde über den Fortgang der Arbeiten auf ihrer Website und über Facebook laufend informieren. Zudem könne die Revision des Rumpfes im Fliegermuseum Dübendorf bei speziellen Führungen besichtigt werden. Einzelheiten dazu würden zeitnah kommuniziert, so die Ju-Air.

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