×

Baumer Kantonsrat will Kontrolle über «Klimaschwänzer»

Anfrage an Zürcher Regierung

Baumer Kantonsrat will Kontrolle über «Klimaschwänzer»

Der Baumer Kantonsrat Paul von Euw (SVP) hat seine erste Anfrage an die Zürcher Regierung gestellt. Sie dreht sich um die Klimastreiks. Er befürchtet durch das Fernbleiben vom Unterricht, dass die Qualität der Bildung leidet.

Rolf
Hug
Montag, 03. Juni 2019, 11:43 Uhr Anfrage an Zürcher Regierung

Die Bilder von klimastreikenden Jugendlichen prägen derzeit die öffentliche Wahrnehmung. Seit gut einem halben Jahr finden solche Streiks statt: So beispielsweise am 15. März und am 24. Mai weltweit oder am Morgen des 13. Mai vor dem Zürcher Kantonsrat.

Der im März gewählte Kantonsrat Paul von Euw (SVP) aus Bauma hat dazu nun zusammen mit seinen Parlamentskollegen Matthias Hauser (SVP, Hüntwangen) und Hans Egli (EDU, Steinmaur) eine Anfrage an die Zürcher Regierung gerichtet. Unter anderem wollen sie wissen, an welchen kantonalen Schulen (Mittelschulen, Berufsschulen) wie viele Schüler an obengenannten drei Daten «schwänzten».

«Wissen die verantwortlichen Lehrpersonen jeweils überhaupt, wo die Schüler sind?»
Paul von Euw (SVP), Kantonsrat Bauma

«Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Schulen zahlenmässig überhaupt den Überblick über alle ‹klimaschwänzenden› Schüler haben», begründet von Euw die Anfrage. «Wissen die verantwortlichen Lehrpersonen jeweils überhaupt, wo die Schüler sind?»

Unterschiedlicher Umgang

Ausserdem wollen von Euw und seine Ratskollegen von der Regierung erfahren, ob es in Folge der Streiks zu Umstellungen des Unterrichtsplans gekommen ist, welche auch Schüler trafen, die sich explizit nicht an Streiks beteiligen wollten. Ebenso wollen sie eine Auflistung, an welcher Schule welche Form des Nachholens angewandt wird. «Mit dem Kompensieren gehen die Schulen ganz unterschiedlich um», sagt der Baumer Kantonsrat. Teilweise werde der Stoff mit aufsichtslosem Selbstlernen nachgeholt – zuhause oder in der Schule. «Darunter leidet die Qualität der Bildung.»

Riesiges Themenfeld

Für von Euw ist klar, dass der Kanton «dieses missbräuchliche» Schulschwänzen im Griff haben müsse. Eine mögliche Lösung wäre aus seiner Sicht, Bussen zu verteilen. Streiks seien das traditionelle Kampfmittel der Arbeitnehmer, um ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Im Falle der Klimastreiks werde dieses Kampfmittel jedoch missbraucht, um Botschaften linker und grüner Parteien zu transportieren, so von Euw. Damit öffne sich ein riesiges, potentielles Themenfeld für mögliche Streiks und entsprechende Absenzen.

Wie sieht es beim Frauenstreiktag aus?

Ferner wollen die drei Kantonsräte wissen, auf welche Rechtsgrundlage sich eine allfällige Toleranz gegenüber Schwänzern stützt und wie die Weisung des Kantons betreffend dem Frauenstreik am 14. Juni lautet. Bis die Antwort der Regierung vorliegt, wird dieser aber wohl bereits über die Bühne gegangen sein. Die Zeit, parlamentarische Anfragen zu beantworten, beträgt drei Monate.

Kommentar schreiben

Kommentar senden

Schule schwänzen ist immer schlecht, aber schaade, dass die SVP die Klimadiskussion nicht wirklich ernst nimmt und glaubt Wähler zu gewinnen, in dem sie alle anderen Parteien kritisiert, die sich Gedanken um die Umwelt für die nächsten Generationen machen. Sprecht mal mit den heutigen jungen und hört ihnen zu, welche Ängste sie haben welches Leben auf sie wartet, weil sich Politiker nur bekämpfen, statt miteinander nach guten nachhaltigen Lösungen zu suchen!

Für die Zeit, welche zur Ausarbeitung und Beantwortung einer solch lächerlichen Anfrage (Kosten nicht berücksichtig) aufgewendet wurde bzw. wird, hätte besser in die Ausarbeitung eines Lösungsansatzes zur Klimaproblematik investiert werden sollen! Ich sehe hier nicht, warum die Qualität der Bildung darunter leiden soll. Allem Anschein nach ist es nicht die Bildung der Schüler die leidet sondern deren der Anfragesteller! Die Schüler haben im Gegensatz zu den Anfragestellern verstanden um was es geht und was auf dem Spiel steht! Zurecht machen sie daher auf sich und das Klima aufmerksam, nur die Politik schnallt es immer noch nicht!

Wenn ich den Kommentar von Herrn Kloß lese habe ich das Gefühl, dass anscheinend in ihrer Schulzeit auch mindestens einmal die Woche gestreikt wurde anders ist ihre Fachliche Kompetenz nicht zu erklären. Den anderen vorzuwerfen nicht das Richtige zu tun und selber auch nur zu kritisieren ist weiß Gott auch kein Ausweis, und einfach der Greta hinterherzulaufen zeugt auch mit von Bildung, eher von Gruppenzwang mangels anderer Aufgaben und zu viel Freizeit. Also machen Sie etwas für die Umwelt oder engagieren Sie sich auch in einem öffentlichen Amt und tun aktiv etwas, oder lassen Sie es doch einfach sein diejenigen die etwas machen zu denunzieren.
Oder sind sie wie all diese Klimaschüler und wollen einfach keine Freizeit dafür opfern.

Herr Sommer, ich freue mich über Ihren Kommentar. Vor allem deshalb, da ich davon ausgehe, dass Sie ebenfalls wie ich ein grosser Freund der Ironie sind. Anders kann ich mir Ihren Kommentar nicht erklären. Werfen Sie mir nicht Kritisierung und Denunzierung vor machen aber das gleiche?
In meinem Kommentar sehe ich keinen Anhaltspunkt erwähnt zu haben, was richtig oder falsch ist, steht mir auch nicht zu dies zu entscheiden. Es geht lediglich um den Umstand, dass man sich hier wieder einmal mehr der Diskussion um die Klimaproblematik entzieht anstatt in den Dialog mit den betroffenen Schülern zu treten und gemeinsam an Lösungsansätzen zu arbeiten oder zmindes auf deren Anliegen einzugehen. Hier hätten die Anfragesteller aus meiner Sicht ein überaus positives Signal bzw. Statement setzen können, indem Sie danach die Anliegen bzw. Lösungsansätze im Kantonsrat einbrächten und sich dafür stark machen würden!
Klar, Klimaschutz beginnt im kleinen bei jedem einzelnen, dann vielleicht in Vereinen, Gemeinden und Städten. Irgendwann kommt allerdings der Punkt wo es im einzelnen oder auf Geminde- bzw. Stadtebene nicht mehr ohne die „grosse“ Politik geht.
Und wenn bereits hier mit solchen Anfragen Steine in den Weg gelegt werden heizt dies die Situation nur weiter an und eine sachliche Diskussion mit allen Beteiligten wird immer schwieriger.

Was sie hier erzählen, ist mehr als fragwürdig und von ihnen konkrete Beweise für ihre Beschuldigungen zu erhalten vermutlich auch aussichtslos, das die auch einfach auf der anderen Seite sitzen und ein bisschen Dreck auf die rechte Seite werfen wenn es Ihnen aus irgendwelchen Gründen nicht besonders gut geht. Das ist wie immer ein bisschen billig. Wenn sie aber schon so gut wissen wollen wer was aus Profitgier macht, dann hätten sie doch auch einmal die andere Seite durchleuchten sollen, dann würden sie feststellen das dort eine große Geldmaschine läuft, die man geschickt mit der Greta und ihrer Krankheit verdeckt damit die ganze Welt nur das arme Mädchen sieht und ehrliche Beweggründe vermutet.
Für mich ist das genau das selbe wie in gewissen Ländern wo man Kindern eine Händ abhackt, damit sie beim Betteln mehr Geld erhalten weil man Erbarmen hat.
Einziger Unterschied, das Bettelgeld für Gretas Kassierer im Hintergrund wird uns danach überall durch Strafgebühren oder Mehrausgaben direkt abgenommen und geht danach an die Profiteure, zu denen vermutlich Greta auch nicht direkt gehören wird.

Freut mich Herr Sommer, dass wir doch einen gemeinsamen Nenner haben!
Ich kann Ihnen bei der „Greta-Thematik“ nur zustimmen.
Meiner Meinung nach für mich ein sehr schlechtes Beispiel wie hier eine Person instrumentalisiert und damit medienwirksam Geld verdient wird.
Schade haben Sie mir ein hinterherlaufen unterstellt, wünsche aber trotzdem einen angenehmen Abend.

... und nebenbei bemerkt, kann ich mich dem Kommentieren erst am Abend und nicht bereits am Nachmittag widmen, nachdem ich meine anderen Aufgaben wie wie z.B. Arbeiten erledigt habe ;)

Alle Kommentare anzeigen