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Gestrandete Fische im Aabach: Welche Rolle spielt der Regierungsrat?

Rettungsaktion der Stadtpolizei Uster

Gestrandete Fische im Aabach: Welche Rolle spielt der Regierungsrat?

Laut dem Fischereiaufseher führt der Aabach an Wochenenden jeweils besonders wenig Wasser. Auch deshalb musste am Samstag eine Patrouille der Ustermer Stadtpolizei ausrücken, um gestrandete Fische umzusiedeln.

Deborah
von Wartburg
Mittwoch, 29. Mai 2019, 14:00 Uhr Rettungsaktion der Stadtpolizei Uster

Für ihren Nachwuchs gehen Fischweibchen grosse Risiken ein. Auf der Suche nach einer flachen und somit günstigen Stelle für den Laich wandern viele Fische aus dem Greifensee in angrenzende Fliessgewässer, wie den Aabach. Manchmal wandern sie so weit nach oben, dass sie stranden können.

So geschehen am vergangenen Wochenende: Eine Joggerin meldete der Ustermer Stadtpolizei, im Aabach bei der Kläranlage lägen tote Fische im seichten Wasser. Eine Patrouille rückte umgehend aus und entdeckte diverse Fische, die auf der Seite lagen. Dies teilt die Stadtpolizei mit. Die Fische schienen jedoch noch zu leben.

Kurzentschlossen nahmen die Polizisten einen Müllsack, füllten diesen mit Wasser und siedelten mit diesem die Fische, die der Art Alet angehörten, an eine tiefere Stelle um. Da sich jedoch noch weitere Fische in derselben bedrohlichen Situation befanden, wurde die Fischereiverwaltung alarmiert. Der zuständige Fischereiaufseher Werner Honold ging den gesamten Bachlauf ab, um weitere gestrandete Alet in Sicherheit zu bringen.

«Der Aabach führt wegen einem Beschluss vom Regierungsrats nur so eine geringe Menge Wasser»

Werner Honold, zuständiger Fischereiaufseher

Honold erklärt: «Der Aabach führt wegen eines Beschlusses des Regierungsrats eine derart geringe Menge Wasser.» Der Kanton habe ein Minimum von 50 Liter pro Sekunde verfügt. Dieses Minimum wird vor allem an Wochenenden abgelassen, da dann kein Strom produziert werde. Kommentieren wolle Honold diese Regelung nicht. 

Online-Lob für Polizei-Einsatz

Dem Einsatz der Stadtpolizei wurde auf den sozialen Medien viel Beifall gezollt. Auf Facebook, wo die Stadtpolizei von ihrem Einsatz berichtete, äusserten 261 Nutzer ihr Wohlwollen. Viele kommentierten den Beitrag auch mit «Bravo», «Ein Herz für Tiere» oder anderen Dankesreden. Den Kommandanten der Stadtpolizei, Andreas Baumgartner, freut dies. «Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv. Es war also wirklich eine gute Tat. Wir sind auch froh über die Zivilcourage, die die Joggerin gezeigt hat. Das ist alles genau so gelaufen, wie es sollte.»

Handschuhe oder blosse Hände?

Ein Facebook-Nutzer merkte jedoch an, dass die Polizisten bei der Umsiedelung besser mit blossen, nassen Händen hätten arbeiten sollen, statt mit Handschuhen, um die empfindliche Haut der Fische nicht zu beschädigen.  

Fischereiaufseher Honold relativiert diesen Einwand. «Im Allgemeinen stimmt das. Während der Laichzeit sondern die Fische allerdings mehr Schleim ab als sonst. Dieser schützt ihre empfindlichen Schuppen.» Er gehe zudem davon aus, dass die Handschuhe schon durchnässt waren, was den Fischen ebenfalls zu Gute gekommen sein dürfte. 

Wer selbst eingreift, kann sich strafbar machen

Laut Stadtpolizei ist es nicht auszuschliessen, dass das Phänomen der gestrandeten Fische während der aktuellen Laichzeit erneut auftritt. Honold rät Spaziergängern, die gestrandete Fische entdecken, die Stadtpolizei zu alarmieren. Diese ziehe dann den Fischereiaufseher hinzu, wenn es nötig sei. «Das Verhalten der Fische gehört auch zu deren Natur. Es sieht manchmal gefährlicher aus, als es ist.» 

«Man darf laut Gesetz nicht einfach in ein Gewässer steigen und Fische umsiedeln»

Werner Honold

Davon, selbst einzugreifen, rät Honold eher ab. «Im grössten Notfall kann das nötig sein.» Es sei aber verboten, laichende Fische zu stören. «Zudem ist es leider so, dass man laut Gesetz nicht einfach in ein Gewässer steigen und Fische umsiedeln darf.» Er persönlich habe kein Problem damit, aber wenn jemand anderes Anzeige erstatte, könne es zu einer Busse kommen.

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