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Das «Bäri-Fäscht» ist tot, lang lebe...

Bäretswil hat ein neues Fest

Das «Bäri-Fäscht» ist tot, lang lebe...

Sieben Jahre lang hat der Verein Bibamuz das Bäri-Fäscht organisiert. Nun liessen die Veranstalter den Event sterben und stellen etwas Neues auf die Beine.

Annette
Saloma
Mittwoch, 22. Mai 2019, 21:34 Uhr Bäretswil hat ein neues Fest
Thomas Mäusli (links) und Stefan Zweidler in der alten Schmiede – die sie für das Fest kurzerhand «Schmitte» nennen.
Christian Merz

In der Lagerhalle an der Wetzikerstrasse in Bäretswil stehen ein alter Traktor, ein Anhänger, Oldtimer-Autos. Für den 6. Juli wird das alles weggeräumt. Dann stehen hier, wo bis Mitte letzten Jahrhunderts eine Schmiede war, eine Bühne und eine Bar. «Die Deko wird genial», sagt Mitorganisator Thomas Mäusli. «Wir haben einige Messebauprofis im Team.»

«Wir haben hier zwar viele Neuzuzüger, die aber mit Bäretswil meist nicht viel zu tun haben wollen»
Thomas Mäusli, Verein Bibamuz

Sieben Jahre lang hat der Verein Bibamuz das Bäri-Fäscht organisiert. Neben Rockmusik gab es ein Kinderprogramm, mehrmals einen Ländlerabend. «Wir wollten es zum Schluss zu vielen recht machen», sagt Vereinspräsident Stefan Zweidler.

In den letzten zwei Jahren blieb das Interesse der Bevölkerung aus. «Wir haben hier zwar viele Neuzuzüger, die aber mit Bäretswil meist nicht viel zu tun haben wollen», sagt Mäusli. Statt aufzugeben und gar nichts mehr auf die Beine zu stellen, organisiert der Verein Bibamuz nun einfach ein neues Fest.

In der alten Schmiede haben rund 200 Leute Platz. (Bild: Christian Merz)

«Wir wollen nicht, dass unser geselliges Dorfleben ausstirbt», sagt Thomas Mäusli. Es gebe zwar Sport, Theater und auch Comedy. «Aber Musik kommt in Bäretswil zu kurz. Zu Konzerten oder in den Ausgang geht man eher auswärts.»

Der Verein Bibamuz hat vor sieben Jahren das erste Bäri-Fäscht organisiert. «Wir haben zwar schon einige Vereine im Dorf», sagt Stefan Zweidler,  Präsident von Bibamuz. «Doch wenn die etwas organisieren, sind das Feste für den jeweiligen Verein. Wir hingegen wollen etwas für die Gemeinschaft tun, für das ganze Dorf.»

Cooler Abend mit lässiger Musik

Doch das Bäri-Fäscht habe sich nach sieben Jahren totgelaufen und wird deshalb nicht mehr weitergeführt. Dies wird in Bäretswil bedauert. «Das Fest war, obwohl relativ jung, wegen des grossen Engagements der Beteiligten, zu einem wichtigen Anlass geworden», sagt Hanspeter Eckhardt von der Kulturkommission Bäretswil. «Die Veranstalter versuchten auch, mit verschiedenem Musikangebot den unterschiedlichen Geschmacksrichtungen der Besucher Rechnung zu tragen.» Sie hätten mit dem Fest zur kulturellen Vielfalt des Dorfes beigetragen, abgesehen davon, dass damit eine Platform geschaffen worden sei, die das Zusammenleben der Gemeinde gefördert habe.

Für Mäusli war klar, dass er und seine Mitstreiter nach dem Aus des Bäri-Fäschts nicht einfach aufgeben. «Wir wollen unter das Alte einen Schlusstrich ziehen und etwas Neues machen», sagt Mäusli. «Wir lassen uns nicht entmutigen.»  

Nun will das siebenköpfige Organisationskomitee wieder «back to the roots» – zurück zu den Wurzeln. «Wir wollen den Leuten einfach einen coolen Abend mit lässiger Musik bieten», sagt Mäusli. «Das Gesellige soll dabei nicht zu kurz kommen.»

Mit der letzten noch teilweise existierenden Schmiede habe man eine ideale Location gefunden. Rund 200 Leute haben hier Platz. Wenn es regnet, ist man geschützt, wenn es draussen heiss ist, sei es in der Scheune schön kühl.

Die alte Schmiede von Aussen. Im Aussenbereich gibt es einen Food-Bereich und einen WC-Wagen. (Bild: Christian Merz)

Der Eintritt ist dank Sponsoren frei. «Dass wir bis jetzt schon über 20 Geldgeber aus dem Dorf haben, zeigt uns auch, dass wir grossen Rückhalt haben», sagt Vereinspräsident Stefan Zweidler. So hätten sie auch mühelos wieder genügend Helfer gefunden.

Musik aus Italien und Bäretswil

Während das Bäri-Fäscht ein Fest für Jung und Alt gewesen sei, spreche «Musig us de Schmitte» vorwiegend Fans von Pop- und Rockmusik an. Auf der Bühne stehen zum einen Guido Marzorati & the Blugos aus Italien, die einigen von den Springsteen Nights ein Begriff sein dürften.

Zum anderen tritt Thomas Mäusli mit seiner Band «Panikhertz», die sich früher «Booze» nannte, auf. Die Band hat anlässlich des 120. Jubiläums von Erich Kästner, dessen Gedichte vertont. Das Konzert in Bäretswil ist Auftakt zur Tour der Band.

Zukunft noch nicht definiert

Die Bewilligungen sind eingeholt, die Nachbarn informiert. Nun freuen sich die beiden zusammen mit ihren Mitorganisatoren auf den 6. Juli. «Der Applaus ist des Musikers Lohn», sagt Zweidler. «Und unser Lohn ist es, wenn viele Leute kommen.»

Ob «Musig us de Schmitte» 2020 wieder stattfindet, ist noch nicht klar. «Wir warten jetzt erst mal ab, wie das ankommt», sagt Zweidler. «Wir haben noch gar nichts für die Zukunft definiert.»

Die Veranstaltung «Musig us de Schmitte» findet am 6. Juli in der alten Schmiede an der Wetzikerstrasse 8a statt. Um 17 Uhr ist Türöffnung, cirka um 18 Uhr treten Guido Marzorati & The Blugos auf. Um 20.30 Uhr stehen «Panikhertz» auf der Bühne. Das Fest endet um 2 Uhr.

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