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So sahen amerikanische Bomberpiloten 1946 die Region

Viele Obstbäume, keine Autobahnen

So sahen amerikanische Bomberpiloten 1946 die Region

1946 überflogen amerikanische Bomber mit der Genehmigung der Schweizer Regierung das ganze Land. Dabei entstanden Luftbilder von hervorragender Qualität, die einen einzigartigen Blick auf die Schweiz und das Zürcher Oberland eröffneten.

Redaktion
Züriost
Dienstag, 21. Mai 2019, 16:45 Uhr Viele Obstbäume, keine Autobahnen

Die Amerikaner und die Engländer verfolgten das Ziel, eine Luftkarte von Nachkriegseuropa zu erstellen. Dafür waren präzise Luftbilder vonnöten. Aus 66 B-17-Bombern wurden die Waffen entfernt, deren Plätze danach jeweils zwei Fotoapparate pro Flugzeug einnahmen.

Die amerikanischen Behörden beantragten die Überflugbewilligung der Schweiz als neutrales Land. In dieser Aktion sah die Schweiz einen technischen und politischen Vorteil zugunsten ihres Nachkriegs-Images – sie erlaubte die Flüge, wie das Bundesamt für Landestopografie (Swisstopo) heute in einer Mitteilung schreibt.

Wetzikon

Hinwil

Rüti

Vom 19. Mai bis zum 24. September 1946 wurden 64 Flüge auf Schweizer Gebiet durchgeführt, bei denen 4200 Fotos entstanden. Die Flüge waren Teil der Operation «Casey Jones», die Europa von Island bis Nordafrika abdeckte und nach dem amerikanischen Luftfahrtpionier benannt war.

Dabei entstanden historische Bildaufnahmen des Zürcher Oberlands, die uns heute eine Zeitreise in die Vergangenheit erlauben.

Bubikon

Gossau

Zur damaligen Zeit war die Technik der Luftbilder viel moderner als die Technik unserer Dienste, so Swisstopo weiter. Die Bilder wurden auf Fotofilme im Format 23x23 cm gemacht, während die Landestopografie mit Glasplatten arbeitete.

Uster

Dübendorf

Volketswil

Die Amerikanerbefliegung ermöglichte innerhalb von vier Monaten ein Abbild unseres ganzen Landes, während normalerweise pro Jahr nur ein kleiner Teil der Schweiz erfasst werden konnte.

Pfäffikon

Illnau-Effretikon

Bauma

Die Bilder wurden sehr gut dokumentiert, sodass sie nun, nach zahlreichen Jahren der Aufbewahrung im Archiv des Bundesamtes, problemlos ins Register aufgenommen werden konnten, schreibt Swisstopo. Sie wurden bis 2015 komplett konserviert und digital aufbereitet.

Unter map.geo.admin.ch ist das Projekt «SWISSIMAGE HIST 1946» einsehbar.

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