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Wer kennt Radfahrer-Bomben und Apple Lisa?

Museums-Trophy in Rüti und Dürnten

Wer kennt Radfahrer-Bomben und Apple Lisa?

Zum internationalen Museumstag öffnen am Sonntag elf Museen aus Rüti und Dürnten für einen Tag ihre Türen. Darunter sind auch welche, die ansonsten nur auf Anfrage öffnen.

Leandro
Müller
Freitag, 17. Mai 2019, 18:30 Uhr Museums-Trophy in Rüti und Dürnten

Der Internationale Museumsrat rief 1977 den Internationalen Museumstag ins Leben, um auf die Rollen der Museen in der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Vergangenes Jahr haben weltweit 37‘000 Museen aus 158 Ländern mitgemacht, wie der Webseite des Museumsrats zu entnehmen ist. Dieses Jahr fällt der Tag auf den 19. Mai. Auch in der Region kann man zwischen 11 und 16 Uhr elf Museen gratis besuchen.

Hohe Museumsdichte in der Region

Susanna Frick, Co-Leiterin der Gemeindechronik Rüti führt die von der Chronik initiierte Trophy zum zweiten Mal durch. Vor drei Jahren fand die Trophy zum ersten Mal statt. «Es geht darum, den Kontakt mit der Bevölkerung herzustellen», sagt Frick. «Wir dachten, dass wir mit einer solchen Dichte an Museen etwas machen sollten.»

Es sei der Plan gewesen, den Anlass alle zwei Jahre durchzuführen, doch nun habe es drei Jahre gedauert, da der internationale Museumstag letztes Jahr auf Auffahrt fiel und deshalb mit einer zu geringen Besucherzahl zu rechnen war, so Frick.

«Es geht darum, den Kontakt mit der Bevölkerung herzustellen.»

Susanna Frick, Co-Leiterin der Gemeindechronik Rüti

Die Bandbreite der Ausstellungen ist gross. Zum einen machen Museen der Gemeinde mit, wie die Gemeindechronik Rüti, die Dokumente und Fotos der Geschichte von Rüti minutiös sammelt und aufbewahrt, oder das Museum der Gemeindewerke.

Im Zentrum des Museums der Gemeindewerke steht der alte Dieselgenerator, der durch einen Generator ersetzt wurde, der nachhaltiger produziere, sagt Claudia Forster vom Sekretariat der Gemeindewerke. Das Museum zeige die Entwicklung der Mess-, Installations- oder Beleuchtungstechnik seit dem Gründungsjahr des Unternehmens im Jahre 1897 auf.

Kuriose Fahrräder und Apple Lisa

Zum anderen bietet die Trophy auch die Möglichkeit Privatsammlungen und -museen zu betrachten, die wie das Gemeindewerk nur auf Anfrage für grössere Gruppen öffnen.

Darunter ist das Velo-Museum des Fägswilers Christian Vontobel. Seine Sammlung umfasst Fahrräder aus über 150 Jahren Fahrradgeschichte. Darunter sind Hochfahrräder, die heutzutage eher im Zirkus als auf der Strasse zu sehen sind. Ebenso sind Kuriositäten wie Radfahrer-Bomben zu begutachten. Dieser Ausstattungsgegenstand wurde 1900 als «wirksamster Schutz gegen Hunde» angepriesen, wie der Anglist Elmar Schenkel in seinem Buch Cyclomanie schreibt.

Auch das Computermuseum im Aditorium von Adrian Betschart ist eine Privatsammlung. 2008 richtete er in der alten Seidenfabrik in Rüti ein eigenes Kino ein (wir berichteten). Im Vorraum stellt er die technischen Geräte aus seiner Sammlung aus. Sein Lieblingsgerät sei der Apple Lisa, welcher 1983 kurz vor dem ersten Macintosh erschienen ist. Der Erfolg sei jedoch ausgeblieben, da Lisa mit rund 10‘000 US-Dollars viermal teurer war als der Macintosh, sagt Betschart.

Adrian Betschart (2.v.l.) mit seinem Lieblingsgerät Apple Lisa (Foto: PD)

Interessierte können das Aditorium auch in einem virtuellen Rundgang besichtigen. Wer sich aber für einen persönlichen Besuch entschliesst, bekommt Getränke angeboten und kann mit den eigens für den Anlass eingerichteten Retro-Nintendo-Konsolen spielen und seiner nostalgischen Ader nachgehen. Betschart stellt für die Trophy alle Geräte an. An diesen herumzuspielen wird jedoch nicht möglich sein. «Es handelt sich um ziemlich sensible Geräte», so Betschart.

Der lange Weg einer Stanzerei

Neben Gemeindemuseen und Privatsammlungen ist auch das Kirchenmuseum mit von der Partie. Im Estrich der reformierten Kirche können die Teilnehmenden der Trophy verschiedene Fundstücke aus den Renovationen der ehemaligen Klosterkirche betrachten.

Trox-Hesco erlangte unter Anderem mit der Skibindung Hespi Bekanntheit. (Foto: PD)

Ein weiteres, eher unbekanntes Museum ist das Firmenmuseum der Trox-Hesco, ein international tätiges Unternehmen für Lüftungstechnik. Es zeigt auf, wie sich die familienbetriebene Stanzerei in seiner über 150-jährigen Geschichte zu einer Drahtzieherei und Nagelfabrik und schliesslich hin zu einem internationalen Experten für Lüftungstechnik entwickelte. Des Weiteren erfahren die Besucher warum Trox-Hesco unter Anderem für Skibindungen bekannt war.

Trophy-Organisatorin Susanna Frick empfiehlt bei möglichst vielen Ausstellungsorten vorbeizuschauen, um die interessantesten zu einem späteren Zeitpunkt in aller Ruhe zu vertiefen.

Folgende Museen öffnen für den Museums-Trophy ihre Türen:

  • Gemeinde Chronik Rüti, Amthofstrasse 4, Rüti
     
  • Kirchenmuseum, Reformierte Kirche Rüti
     
  • Aditorium, Amthofstrasse 16, Rüti
     
  • Museum Gemeindewerke, Werkstrasse 27, Rüti
     
  • Fotohistory, Schutzraum Sonnenplatz, Rüti
     
  • Velo Museum, Hintergasse 22, Fägswil
     
  • Trox-Hesco, Walderstrasse 123, Fägswil
     
  • Kraftwerk Pilgersteg, Walderstrasse 131, Fägswil
     
  • Nähmaschinen Museum, Walderstrasse 202, Dürnten
     
  • Ortskundliche Sammlung Dürnten, Schulstrasse 5, Tann
     
  • Klang-Maschinen-Museum, Edikerstrasse 16, Dürnten

Den Flyer mit Situationsplan findet man hier.

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