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Wuchemärt in Rüti kehrt nach über zehn Jahren zurück

Regionale Produkte für Rüti

Wuchemärt in Rüti kehrt nach über zehn Jahren zurück

Um die Nachfrage nach saisonalen Produkten aus der Region zu decken, haben sich fünf regionale Betriebe zusammengeschlossen. So lassen sie den Wochenmarkt in Rüti wieder auferstehen.

Leandro
Müller
Donnerstag, 16. Mai 2019, 07:13 Uhr Regionale Produkte für Rüti

Der Wochenmarkt in Rüti fand zum letzten Mal vor über zehn Jahren statt. Viele Geschäftsinhaber, die über Jahre ihre Produkte an ihren Ständen ausstellten, hätten aus Altersgründen aufgehört, sagt Thomas Oswald, Obstbauer und Marktleiter der Neuauflage des Wochenmarkts. «Einer nach dem Anderen hörte auf. Zuletzt stand da nur noch ein Fischstand», so Oswald.

Die Geschäfte des «Märtegge» bemühten sich, den Markt wieder aufleben zu lassen. Die Verantwortlichen riefen Oswald an und fragten ihn, ob er Interesse hätte, einen Stand beim Markt aufzustellen und weitere Interessierte zu finden. Oswald willigte ein und übernahm somit die Marktleitung. Darauf machte er sich auf die Suche nach weiteren Geschäften und Landwirtschaftshöfen, die dem Konzept «huusgmachts vo da  saisonal frisch» entsprachen.

Regional statt global

Die Planung sei sehr kurzfristig gewesen, sagt Oswald. Dennoch konnte er fünf Betriebe für die Idee begeistern. Mit dem Stauberhof und dem Langacherhof fand er auch schnell zwei Höfe, die die Idee unterstützten. Dass sie teilweise ähnliche Produkte anbieten würden, sei kein Problem, da die Produkte unterschiedlich schmecken würden, sagt Thomas Stauber vom Stauberhof.

Das Angebot des Marktes solle sich von Grossanbietern abgrenzen und der Einwohnerschaft Produkte anbieten, die ausschliesslich regional und saisonal seien, erklärt Oswald. Da der Markt am Morgen stattfände, könnten die überzähligen Produkte am Nachmittag in den jeweiligen Geschäften und Hofläden verkauft werden. So könne dem allseits präsenten Food Waste entgegengewirkt werden.

Nicht nur Landwirtschaftsprodukte

Der Stauberhof bietet Kartoffeln, Konfitüren und Gelees, Honig, Essig und Liköre an. Kalbfleisch und Angus-Beef können im voraus bestellt werden. Die Produktauswahl werde aber fortlaufend der Saison angepasst.

Der Biobetrieb Langacherhof hat neben Eiern und Trockenfleisch wie Landjäger, auch Brotaufstriche, selbstgemachte Teigwaren und Frischfleisch auf Bestellung im Angebot. Zudem zeigen sie mit Seife und Glace aus Ziegenmilch, in wie vielen Variationen Lebensmittel verwertet werden können. Für den «Gluscht» nach der Hauptspeise gibt es Süssgebäcke wie Meringue und Dinkel Chrömli sowie Eierlikör.

Oswald legt bei seinem Stand den Schwerpunkt auf Obst — sowohl frisches als auch getrocknetes. Doch verkauft er auch Gemüse und wird vom Züriwerk Bubikon mit hausgemachten Produkten versorgt. Obst und Gemüse seien auf alle Fälle aus der Region. Saisonal verstehe sich von selbst, sagt Oswald. Das Feinkostgeschäft Chäs Glogge aus Jona ist der vierte Teilnehmer im Bunde. Nebst Käse hat es frische Milch, Joghurt, verschiedene Brote und Linthmais-Produkte im Angebot.

Doch nicht alle Produkte werden zum Verzehr sein. Das neu eröffnete Floristik-Unternehmen Bluemestiel aus Fägswil ist ebenfalls mit an Bord. Schnittblumen, saisonale Pflanzen, kleine Geschenkartikel sowie Dekorationen sollen das Angebot des Marktes ergänzen.

Oswald sagt, er habe schon viel positives Feedback aus der Bevölkerung erhalten, obwohl die kurzfristige Planung nicht viel Werbung ermöglichte. Es seien Flyer und Plakate verteilt sowie Facebook benutzt worden, um auf den Markt aufmerksam zu machen. Einzig die Öffnungszeiten am Donnerstagmorgen haben zu reden gegeben. Einige beklagten sich, dass es als erwerbstätige Person nicht möglich sei, vom Angebot zu profitieren, sagt Oswald. Dies zeige umgekehrt aber auch das grosse Bedürfnis nach regionalen Produkten.

Fast immer am Donnerstagmorgen

Der Wochenmarkt findet vom 16. Mai bis am 31. Oktober an jedem Donnerstagmorgen von 8.30 Uhr bis 11 Uhr beim «Märtegge» in Rüti statt. Ausnahmen sind an Auffahrt und dem 1. August zu verzeichnen, die beide auf einen Donnerstag fallen. Dann wird der Markt auf den Mittwochvormittag vorverschoben.

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