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Kantonsrat genehmigt Bauabrechnung der Rapperswilerstrasse

Kredit unterschritten

Kantonsrat genehmigt Bauabrechnung der Rapperswilerstrasse

Die kantonale Bauabrechnung für die Rapperswilerstrasse fällt diametral anders aus als jene der Stadt Wetzikon. In Ersterer wurde der Kredit um 500'000 Franken unterschritten, letztere fiel 30 Prozent höher aus als erwartet.

Tanja
Bircher
Dienstag, 14. Mai 2019, 08:45 Uhr Kredit unterschritten

Für den Ausbau der Rapperswilerstrasse in Wetzikon mussten die Wetziker Stimmbürger an der Urne einen pauschalen Kostenbeitrag von 1,7 Millionen Franken durchwinken. Das war vor ziemlich genau zehn Jahren. Nun hat der Kantonsrat die Bauabrechnung genehmigt. Die Chancen dafür standen gut. Die Gesamtausgaben sind tiefer ausgefallen als erwartet.

Für den Radstreifen und die Lichtsignalanlage, den Bau eines Kreisels sowie die Anpassung eines Gehwegs hatte der Regierungsrat zunächst eine gebundene Ausgabe von 2 Millionen Franken bewilligt. Der Kantonsrat stimmte einem Kredit von weiteren 6 Millionen Franken zu, schliesslich sprach der Regierungsrat für Zusatzaufwendungen beim Neubau der Strassenentwässerung zusätzliche 780'000 Franken. Insgesamt stellte der Kanton also 8,8 Millionen Franken zur Verfügung.

500'000 Franken übrig geblieben

Getätigt wurden am Ende aber lediglich Ausgaben in der Höhe von 8,3 Millionen Franken. Die Abweichung von 500'000 Franken sind laut dem Regierungsrat aus folgenden Gründen entstanden: Kostenersparnisse hätten sich durch die Optimierung der Bauabläufe, bei der Realisierung der neuen Entwässerungsleitung und dem abschliessenden Belagseinbau ergeben. Weiter hätten die neuen und provisorischen Lichtsignalanlagen deutlich unter den geschätzten Kosten des Kostenvoranschlags vergeben werden. 

Zusätzliche Mehrkosten seien aufgrund der langen Realisierungszeit bei den Zinszahlungen an die Eigentümer bis zum Vollzug der Mutation entstanden. Infolge der komplexen Abläufe sei der Ausbau sehr eng und intensiv durch die Bauleitung und Oberbauleitung begleitet worden. Dadurch hätten sich Mehrkosten bei den technischen Arbeiten ergeben. 

50'000 Franken mehr ausgegeben

Die Stadt Wetzikon hatte ursprünglich einen Betrag von 1,74 Millionen Franken zugesichert. Ausgeben wurden aber 1,79 Millionen Franken. Die zusätzlichen 50'000 Franken wurden laut Regierungsrat durch die zusätzlichen Anforderungen der Stadt bei der Realisierung auf den Gemeindestrassen verursacht. 

Die grösste Diskrepanz erkennt man aber erst, wenn man die Bauabrechnung des Kantons mit jener der Stadt vergleicht. Vor zehn Jahren stimmten die Wetziker Stimmbürger nicht nur einem pauschalen Kostenbeitrag, sondern auch einem Kredit über 2,7 Millionen Franken für die Sanierung der Rapperswilerstrasse sowie für den Ersatz und den Neubau von Werkleitungen zu. Wie sich Ende letzten Jahres zeigte, resultierten stattdessen Kosten in der Höhe von über 3,5 Millionen Franken. Das entspricht einer Kreditüberschreitung von 810’000 Franken oder beinahe 30 Prozent.

Diese unterschiedlichen Zahlen sind darauf zurückzuführen, dass die meisten Zusatzkosten in der Abrechnung der Stadt aufgrund von Projekterweiterungen für Werkleitungen entstanden sind. Diese Kosten hat die Stadt selbst finanziert und fliessen nicht in das koordinierte Projekt des Kantons hinein. 

Die Erweiterungen sind laut Stadtschreiber Marcel Peter erst im Laufe des Projekts aufgekommen. Dies liege auch daran, dass der Kanton zusätzliche Strassen «angefasst» habe. Der Fehler sei, dass dafür kein Zusatzkredit eingeholt worden sei.

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