×

8 Millionen Cubix für die Expo 2027

Flugplatz in Dübendorf

8 Millionen Cubix für die Expo 2027

Die Landesausstellung 2027 soll auf dem Dübendorfer Flugplatz stattfinden – zumindest, wenn es nach dem Verein X-27 geht. Gestern Abend lud dieser zum dritten Informationsanlass und startete damit die «Rückeroberung der Zukunft».

Jasmina
Henggeler
Dienstag, 14. Mai 2019, 22:30 Uhr Flugplatz in Dübendorf

Rendez-vous mit der Zukunft – unter diesem Zeichen stand die gestrige Infoveranstaltung zum Gestaltungsplan der Landesausstellung des Vereins X-27. «Das Motto ist gleichbedeutend mit ‹Rendez-vous in der Schweiz›», so Vereinspräsident Peter Sauter.

Neue Ansätze

Denn im Gegensatz zu früheren Durchführungen setze «X-27» auf die Integration der gesamten Schweiz. «Bisher fand die Landesausstellung nur in einzelnen Städten oder Kantonen statt. Wir wollen sie nun in die ganze Schweiz bringen.» Dies verdeutlichen auch die Reden in zwei weiteren Landessprachen.

Zusätzlich wolle «X-27» neu die Ausstellung gedanklich verlängern. «Die Expo soll nicht wie 2002 nur ein halbes Jahr dauern. Sie beginnt heute und dauert weit bis nach 2027», sagt Sauter.

Begonnen hat mit dem gestrigen Tag auch die Kampagne «Reclaim the Future». Doch wie lässt sich die Zukunft überhaupt zurückerobern? Dazu hat «X-27» das Konzept des «Zukunftsraumes Schweiz» ausgearbeitet, der bis zur Expo entstehen soll. Dieser Raum bietet die Möglichkeit, sich digital mit der ganzen Schweiz zu vernetzen und Ideen auszutauschen.

Die Bögen sollen Sinnbild für die Vernetzung der Schweiz sein. (Foto: Christian Merz)

«Technologisch nicht ausgereift»

Der «Zukunftsraum Schweiz» besteht insgesamt aus acht Millionen Cubix. Diese symbolisieren die Schweizer Bevölkerung. Jeder Schweizer habe Anspruch auf einen personalisierten Cubix, so Sauter. Vorerst sei ein solcher noch passiv, es bedürfe erst einer Aktivierung. Diese wird anhand des Cubix von Ruedi Noser, Zürcher Ständerat, demonstriert: Einerseits benötigt es dazu einige Angaben zur Person, andererseits muss man zur Personalisierung drei Schlüsselwörter aus einem Fundus von 200 Wörtern auswählen. «Chancen», «Zukunft» und «Schweiz» – das sind jene, für welche sich Noser entschieden hat, denn «wir sind eine Willensnation». Und ein Cubix sei das Werkzeug, um das Zusammenkommen im 2027 sichtbar zu machen.

Als Besitzer eines Cubix bekenne man sich aber nicht nur zu den Ideen des «X-27», sondern man könne den Cubix auch mit Geld aufladen. Zurzeit sei das aber Zukunftsmusik, «technologisch ist das Projekt noch nicht ausgereift», so X-27-Mitglied Lukas Meier.

«Wir brauchen Geld von unten aus der Gesellschaft, denn von oben kommt nichts.»
Peter Sauter, Präsident des Vereins X-27

Ausgereifter sei die Idee, was damit finanziert werde: «Mit dem Geld unterstützt man zukunftsgerichtete Projekte, die Bögen in die Zukunft schlagen.» Dabei gehe es um gesellschaftliche Probleme, für welche diese «Bogenprojekte» die Lösung liefern sollen. So ziele das Projekt «Zero Waste» etwa auf plastikfreie und nicht verpackte Lebensmittel ab. «KISS Zeitvorsorge» plädiere dafür, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen und suche nach Alternativen für die Zeiten, in denen die AHV nicht mehr genügend Geld habe. Durch das  Bogenprojekt «Cradle to Cradle» solle ein Denken in Kreisläufen erschaffen werden, um die Schweiz nachhaltig zu gestalten.

Expo doch nicht in Dübi?

Trotz der wachsenden Cubix-Gemeinschaft fehle noch einiges bis zur Landesausstellung 2027. Dazu zähle auch das Geld, so Peter Sauter. Daher habe «X-27» im Jahr 2017 mittels Crowdfunding 100‘000 Franken zwecks Begleichung von Drittkosten gesammelt. Ob der Verein erneut ein Crowdfunding lancieren werde, sei nicht klar. «Fest steht nur, dass wir Geld von unten aus der Gesellschaft brauchen, denn von oben kommt nichts. Wir arbeiten alle ehrenamtlich», so Sauter.

Ob die Landesausstellung 2027 überhaupt auf dem Dübendorfer Flugplatz stattfinden wird, ist zurzeit noch unklar. Denn auch «Svizra27», ein Zusammenschluss von Wirtschaftsverbänden aus der Nordwestschweiz, ist mit der Ausarbeitung eines Konzepts beschäftigt. Für Sauter steht allerdings jetzt schon fest: «Egal, wo die Expo stattfinden wird, es gibt weder Gewinner noch Verlierer.»

Seit über 100 Jahren gilt die Landesausstellung oder «Expo» als eine Schweizer Institution. Die nächste ist datiert auf das Jahr 2027. Der Verein X-27 arbeitet seit zwei Jahren ein Konzept aus zur Durchführung der Expo auf dem Dübendorfer Flugplatz.

Kommentar schreiben

Kommentar senden