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Gewinner der Baumpflanzaktion stehen fest

125 Jahre Garten-Center Meier

Gewinner der Baumpflanzaktion stehen fest

Seit Februar suchte das Garten-Center Meier im Rahmen der Baumpflanzaktion «Meiers Rootshow» nach gemeinnützigen oder privaten Lieblingsplätzen, wo neue Bäume gesetzt werden sollen. Fünf Jurymitglieder haben die Einsendungen nun nach Biodiversitäts-Gesichtspunkten bewertet und die besten Plätze ausgewählt.

Lennart
Langer
Mittwoch, 08. Mai 2019, 08:28 Uhr 125 Jahre Garten-Center Meier
Die Jurymitglieder beurteilen die vorgeschlagenen Lieblingsplätze. (Video: Chiara Coniglio)

Züriost ist offizielle Medienpartner von «Meiers Rootshow».

Pflanzenschutzexperte Gerald Kohlas zeigt sich besorgt: «In unseren Städten, Dörfern und gerade in der Landwirtschaftszone wurden in den letzten Jahren sehr viele Bäume gefällt. Mittlerweile fehlen uns sehr viele Bäume» Dem Verschwinden der Bäume wollte das Dürntner Garten-Center Meier nicht weiter zusehen und lancierte im Rahmen des Jubiläumsjahres zum 125-jährigen Bestehen mit «Meiers Rootshow» eine Baumpflanzaktion.

Die Gartenfreunde aus der Region waren dazu aufgerufen, Orte auszusuchen, wo noch ein Baum fehlt, aber niemand bereit war, einen zu bezahlen. «So können wir unsere Umwelt auf einfachste Art und Weise etwas lebenswerter machen», begründete der ­Geschäftsführer der Ernst Meier AG, Erwin Meier-Honegger, die Baumpflanzaktion.

Vernetzung fördern

Letzte Woche kamen Gerald Kohlas und vier weitere Jurymitglieder zusammen, um die zahlreichen Einsendungen zu beurteilen. 125 Bäume sollen in den nächsten Wochen gepflanzt werden. Linden, Erlen, Eichen und Buchen werden eine neue Heimat finden. 25 davon wurden von der Jury hervorgehoben, da sie den erwünschten Biodiversitäts-Gesichtspunkten besonders entsprachen. Diese Exemplare werden direkt vom Pflanzteam mit «Meiers Root Truck», dem leuchtend grünen Oldtimer des Garten-Centers, geliefert.

Für Kohlas, der sich seit Jahren mit Naturschutz beschäftigt, ist bei der Auswahl entscheidend, dass der Baum in der offenen Landschaft zu stehen kommt. Dadurch könne die so­genannte Vernetzung gefördert werden. Man könne sich dies vorstellen wie eine Strasse für Insekten und Vögel, erklärt Kohlas den Begriff. Für diese Lebewesen sei es ideal, wenn sie von Baum zu Baum fliegen können. «Sie fliegen nicht gerne über mehrere hundert Meter offener Wiesen.»

Der bald nicht mehr baumfreie Fussballplatz der Sekundarschule Bubikon. (Bild: PD)

Baum als Schattenspender

Auch Agrarbiologin Elsa Ferstl sitzt in der Jury. Für sie ist wichtig, dass die Bäume an Orten zu stehen kommen, die bereits jetzt sehr naturnah bepflanzt werden. «Ich vergebe keine Punkte, wenn ich sehe, dass alles geschniegelt ist und kein Gänseblümchen mehr blühen darf», erklärt Ferstl. Die Vermutung liegt für die Agrarbiologin nahe, dass an solchen Orten Herbizide und Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, was sie den Bäumen nicht zumuten möchte.

Ein Baum soll auch einen praktischen Zweck erfüllen, das ist sowohl für Ferstl wie auch für Kohlas klar. So liessen sie bei ihrer Bewertung auch einfliessen, ob der Baum als Schattenspender bei einer Sitzbank, einem Schulhaus oder einem Kindergarten dienen kann. Neben den beiden Vertretern des Garten-Centers Meier bewerteten noch drei ­weitere Experten die Lieblingsplätze: Dominik Waser, der sich mit seinem Verein Grassrooted gegen Lebensmittelverschwendung einsetzt, Kurt Hüppin, der den Naturschutzverein Rüti präsidiert, sowie Elsbeth Meier-Albrecht, die sich als Vertreterin der Familie Meier und Gartengeniesserin der Herausforderung als Jurymitglied stellte.

Bald wird diese Sitzbank in Oberdürnten einen Schattenspender erhalten. (Bild: PD)

Gemeinnützige Orte gewählt

Marketingleiter Christian Rauser ist zufrieden mit den zahlreichen und realisierbaren Einsendungen: «Wir haben eine grosse Bandbreite erhalten. Es hat uns gefreut, dass wir so viele verschiedene Leute erreichen konnten.»

Dem «Root Truck» steht in den kommenden Wochen eine Tour durch die ganze Region bevor. Egg und Gossau wird das Pflanzteam besuchen. Auch die Städte Winterthur und Zürich stehen auf dem Programm. Unter den prämierten Orten ­finden sich neben Privatgärten verschiedene gemeinnützige Plätze. So wird etwa das grosse Fussballfeld der Sekundarschule Bubikon auf Initiative einer Schulklasse einen schattenspendenden Baum erhalten.

Auch das neu geplante Vereinsgebäude der Cevi in Gossau soll im Innenhof einen Baum erhalten, der «für ein Klima der Begegnung» sorgen soll, wie in der Bewerbung steht. Über den geplanten Baum beim Katzentobelweg in Oberdürnten dürften sich wiederum viele Spaziergänger freuen, die gerade an heissen Sommertagen die schöne Aussicht auf der Sitzbank künftig im angenehmen Schatten eines Baumes geniessen können.

Für das Pflanzteam und auch für Marketingleiter Christian Rauser, der die Baumpflanzaktion begleitet, stehen intensive Tage bevor. Für Rauser überwiegt aber vor allem die Freude darüber, der Region nach 125 Jahren etwas zurückgeben zu können. Rund um einen Baum herum kann vieles entstehen, erklärt er. Er bildet einen Lebensraum für Insekten und Vögel – aber auch für die Menschen. «Wir wollten ein sichtbares Zeichen für mehr Biodiversität und Artenvielfalt setzen. Denn mit einem Baum fängt alles an», ist Christian Rauser überzeugt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter rootshow.ch