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Der Posträuber durfte trotz Einreiseverbot in die Schweiz

Überfall auf Postfiliale in Dübendorf

Der Posträuber durfte trotz Einreiseverbot in die Schweiz

Nach dem Überfall auf die Postfiliale in Dübendorf wollte der Gossauer Kantonsrat Daniel Wäfler (SVP) wissen, wieso der ausgeschaffte Täter zurück in die Schweiz kommen konnte.

David
Marti
Freitag, 26. April 2019, 16:12 Uhr Überfall auf Postfiliale in Dübendorf
Der Rapper Besko überfiel eine Postfiliale in Dübendorf.
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Ein bereits ausgeschaffter Kosovare, in Zürich unter seinem Künstlernamen Besko bekannt, kam zurück in die Schweiz und überfiel in Dübendorf eine Postfiliale (Box). Die Tat ereignete sich im Februar dieses Jahres. Diese Sachlage hat SVP-Kantonsrat Daniel Wäfler bewogen, eine Anfrage an den Regierungsrat zu richten.

Der Überfall

Am 19. Februar betrat ein Mann, maskiert mit einem Motorradhelm, die Postfiliale an der Überlandstrasse in Dübendorf. Mit vorgehaltener Faustfeuerwaffe forderte er von den Angestellten die Herausgabe von Bargeld. Mit mehreren hundert Franken Beute verliess er die Post, stieg auf einen Roller und fuhr in Richtung Volketswil davon. Aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung konnte der Täter verhaftet werden. Es handelt sich um einen 33-jährigen Kosovaren, der hierzulande als Rapper Besko bekannt ist. Er war 2016 nach mehrjähriger Haft ausgeschafft worden. Das damit verbundene Einreiseverbot focht er jedoch an und durfte danach jedes Jahr für zwei Wochen in die Schweiz einreisen, um sein hier wohnhaftes Kind zu besuchen.

 

In dieser heisst es: «Es ist etwas seltsam, dass jemand, der aus dem Land verwiesen wurde, nun erneut legal hier weilt und wieder straffällig wird.»  Dieser Überfall hätte wohl nicht stattgefunden, wenn die Behörden alles richtig gemacht hätten, schreibt er weiter. Wäfler wollte von der Kantonsregierung wissen, ob es üblich sei, dass ausgeschaffte Personen für Familienbesuche zurück in die Schweiz kommen könnten.

Besuch der Familie möglich

Die Antwort des Regierungsrats zeigt, dass Beskos Aufenthalt offenbar rechtens war. So schreibt die Exekutive, dass das Staatssekretariat für Migration (SEM) ausnahmsweise und «bei Vorliegen wichtiger Gründe» vorübergehend das Einreiseverbot einstellten. Darunter falle auch der Besuch von nahen Familienmitgliedern. Weil Besko eine Tochter hat, galt somit die Ausnahmeregelung auch für ihn.

Wäfler fragte den Regierungsrat auch, ob Besko am Flughafen oder an der Grenze empfangen und während des Aufenthaltes «stichprobeweise überwacht» wurde.

Laut Regierungsrat hat die Kantonspolizei bei der Grenzkontrolle von Besko festgestellt, dass gegen ihn ein Einreiseverbot bestand. Besko habe aber ein Visum und eine Suspensionsverfügung des SEM. Dies berechtigte ihn, trotz der Einreisesperre in die Schweiz zu kommen. Eine Überwachung der Person während des Aufenthalts in der Schweiz fände in der Regel nicht statt, schreibt die Regierung.

Ausnahmeregelung kann entzogen werden

Auf die Frage, ob Besko nach der Verbüssung der Haft nun definitiv ausgeschafft werde oder er ein weiteres Mal eine solche Straftat begehen könnte, antwortet die Kantonsregierung nur allgemein. Personen, die in «gravierender Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen» müssten während längerer Zeit «ihr Wohlverhalten unter Beweis stellen.» Sofern dafür nicht zwingende Gründe wie beispielsweise Gerichtsvorladungen vorlägen, würden ansonsten keine Ausnahmen gegen das Einreiseverbot mehr gewährt.

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